Aktuell - Thema des Jahres 2001
Wie viel Bargeld braucht der Bäcker?
Bundesweit erster Euro-Kassen-Test
Wie viel Euro Bargeld muss in den ersten Tagen des Jahres 2002 in den Kassen der Geschäfte sein? Wie viel Mark müssen entsorgt werden? Zu diesen Fragen schwanken die Schätzungen sehr. Um besser planen zu können, testet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zusammen mit dem Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) für die Sparkassen im Land, dem Einzelhandelsverband Württemberg und der Handwerkskammer Region Stuttgart bundesweit erstmalig den Bargeldumsatz.

Der Handel und das Handwerk haben zu Beginn des Jahres 2002 eine Doppelfunktion. Zum einen geben sie Euro-Wechselgeld aus und bringen dadurch Münzen und Banknoten kleiner Stückelung in den Verkehr. Zum anderen nehmen auch die Geschäfte neben den Kreditinstituten noch bis zum 28. Februar 2002 DM-Scheine und DM-Münzen an und sind damit an der Rückführung des Bargeldes wesentlich beteiligt. Durch diese Situation verändern sich das Kassengeschäft und der Wechselbedarf enorm. Jürgen Schäfer vom Euro Info Centre der Handwerkskammer Region Stuttgart sieht noch Nachholbedarf: "Erst 15 Prozent aller Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg haben ihr Rechnungswesen bereits auf den Euro umgestellt. Je kleiner die Betrieb, desto zögerlicher sind sie mit den Vorbereitungen."
Die Banken werden entsprechend der bisherigen Rollenverteilung insbesondere Banknoten und so genannte Münzhaushaltsmischungen ausgeben. Hans Baumunk, Leiter Projektmanagement EWWU bei der LBBW sieht hier große Aufgaben auf die Bank zukommen: "Auch in der heißen Phase 2002 sollen unsere Kunden mit uns zufrieden sein. Deshalb ist es für uns entscheidend zu wissen, wie viel Eurobargeld der Handel benötigt und wie viel DM an uns zurückfließen."
Aus diesem Grund führen die LBBW, der SVBW, der Einzelhandelsverband und die Handwerkskammer Region Stuttgart den Euro-Kassen-Test mit 15 Unternehmen in ganz Baden-Württemberg durch. Dabei wird die Situation Anfang 2002 simuliert, bei der die Geschäfte DM annehmen und Euro als Wechselgeld herausgeben. In dem Pilotprojekt wird es deshalb eine Einnahme- und Ausgabekasse geben, da die eingenommenen Marktbeträge nicht mehr als Wechselgeld verwendet werden können. Damit erhoffen sich die Beteiligten präzise Erkenntnisse über die notwendige Euro-Bargeldmenge und die zu entsorgenden Markbeträge. Gleichzeitig können mögliche praktische Probleme im Vorfeld erkannt und gelöst werden.




