Aktuell - Thema des Jahres 2001
Der Euro kommt in Riesenschritten
In der Backstube wird der 2. Januar 2002 geprobt
Nur noch 89 Tage bis wir Euro und Cent gegen Roggenbrot und Laugenbrezeln eintauschen können. In der Bäckerei Huttenlocher in Jesingen bei Kirchheim/Teck wurde im Rahmen einer Euro-Schulung vom Euro Info Centre (EIC) der Handwerkskammer Region Stuttgart schon mal der Ernstfall geprobt. Ein Redakteur des Radiosenders SWR 4 war auch dabei.

Ab dem 1.1.2002 ist der Euro in Deutschland alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Während einer Übergangsfrist bis zum 28. Februar akzeptieren die meisten Handwerksbetriebe und Händler allerdings neben Euro und Cent zusätzlich noch Mark und Pfennig. Besonders Unternehmen mit Ladenverkauf und Kassen sehen sich vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt, die weit über das Schreiben neuer Preisschilder hinausgehen. Gut, wenn man sich schon mal im Vorfeld vor Augen führt, was da so alles auf einen zukommen kann...
Dies war das Ziel einer Inhouse-Schulung, die in der Bäckerei Huttenlocher in Kirchheim/Jesingen durchgeführt wurde.
2. Januar 2002: Drei Brezeln und ein Roggenbrot kosten vier Euro.
"Kann ich noch in D-Mark zahlen?" fragt der erste Kunde. Der nächste hat noch drei Restmark und will das Übrige in Euro begleichen. Der dritte will in Euro bezahlen, aber das Wechselgeld in DM haben, weil der Zigarettenautomat vor der Tür noch keine Euro-Münzen schluckt. Dies sind nur ein paar mögliche Konstellationen, mit denen die Verkäuferinnen Anfang des neuen Jahres konfrontiert sein werden und die in Form von Rollenspielen geübt wurden.
Zwar gibt es spezielle Taschenrechner, in die man den Preis in Euro, den bezahlten Betrag hingegen in DM eingeben kann und die dann ohne weitere Umwege das Wechselgeld in Euro anzeigen, wenn aber "gemischt" in DM und Euro gezahlt wird, sind weiterhin mehrere Rechenschritte notwendig. Um Rechenfehlern und langen Warteschlangen zu entgehen, kann man in den ersten Wochen bei der Bäckerei Huttenlocher neben Backwaren auch Euro-Kleingeld in Form von so genannten
Starter-Kits zu fünf, zehn und zwanzig Euro kaufen. Die so erworbenen Euros können die Kunden dann gleich weiter für Brezeln eintauschen.
Das EIC brachte für die Schulung auch "richtige" Euro und Eurocent mit in die Backstube. Keine der Teilnehmerinnen hatte bis dahin das neue Geld "in Echt" gesehen und Neugier und Skepsis waren gleichermaßen groß. "Die Scheine und Münzen haben markante Kennzeichen und Sicherheitsmerkmale, die es erlauben, schnell und unauffällig zu prüfen, ob es sich um eine Blüte handelt." erläuterte Jürgen Schäfer vom EIC.
Ein Teil der Euro-Schulung wurde von SWR 4 mitgeschnitten und am Montag, 8. Oktober 2001, als Teil einer Informationssendung zum Euro ausgestrahlt.




