Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Thema des Jahres 2001

Experten raten: Nicht warten sondern handeln

Euro: Das neue Geld kommt am 1. Januar 2002

Seit dem 1.1.1999 ist der Euro Realität. In einer Übergangsphase bis zum 31.12.2001 wird der Euro im bargeldlosen Zahlungsverkehr, in den Büchern der Unternehmen und beispielsweise an den Aktienmärkten heute bereits verwendet. In den Geldbörsen der Verbraucher und den Kassen der Handelsbetriebe hält der Euro erst am 1.1.2002 Einzug. "Nachdem fast zwei Drittel dieser Übergangszeit vergangen sind, müssen die Handwerksbetriebe jetzt zum Schlussspurt ansetzen", empfiehlt Jürgen Schäfer, Leiter des Euro Info Centres (EIC) bei der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Euro-Münzen

"Die Mark wäre heute so schwach wie der Euro", so wird Bankenpräsident Heintzeler zur Situation der neuen Währung zitiert. Vermutlich hat er Recht. Für die exportorientierte Wirtschaft insbesondere in Baden-Württemberg ist die Talfahrt des Euros erfreulich, wenn sie auch die Gefahr der Inflation in sich birgt. Aber wirksam dagegen steuern, das haben die Versuche der europäi-schen Zentralbank gezeigt, können wir derzeit nicht. Es bleibt zu hoffen, dass der schwache Euro in erster Linie als eine Folge der Dollarstärke und des anhaltenden Wachstums in den USA schon bald der Vergangenheit angehört.

Viel wichtiger als diese Diskussionen ist es für kleine und mittlere Unternehmen und Handwerksbetriebe, sich jetzt endlich mit der Einführung der neuen Gemeinschaftswährung anzufreunden. Nur eines von rund 1.000 Geschäften innerhalb der EU wird derzeit schon in Euro abgewickelt. Aus vielen Gesprächen weiß Jürgen Schäfer, dass fast kein Handwerksbetrieb das laufende Konto bereits auf Euro umgestellt hat. "Viele schieben das Thema vor sich her und hoffen auf eine Lösung in den ersten Tagen des Jahres 2002, die sie offensichtlich wie die 'Manna' vom Himmel erwarten."

Starter-Kits helfen

Der Zeitbedarf für die Vorbereitung auf den Euro wird unterschätzt. Da ist die Hoffnung, dass die Umstellungen in den EDV-Systemen ähnlich einfach wie bei der Jahr-2000-Umstellung ablaufen. Der große Unterschied ist jedoch, dass am 2.1.2002 die ersten Kunden im Laden stehen und mit Euromünzen und -noten bezahlen. Wenn erst dann die Preisschilder von DM handschriftlich auf Euro verändert werden, kann es schon zu spät sein.

Ab dem 17.12.2001 werden von den Kreditinstituten sogenannte Starter-Kits ausgegeben. Die 53 Millionen Starter-Kits erhalten jeweils 20 Euromünzen, die einem Wert von 10,23 Euro entsprechen. Und diese Euromünzen werden in jedem Fall nach dem 1.1.2002 in den Umlauf gebracht. Inwieweit die Betriebe zum 1.1.2002 innerhalb der EDV oder des Rechnungswesens bereits "eurofit" sind, kann der Kunde nicht erkennen. Wenn Unternehmer am ersten Tag nach dem Jahreswechsel die Produkte aber erst beginnen umzupreisen, dann kann der Kunde am besten gleich mitrechnen. Die liebgewonnenen Schwellenpreise von beispielsweise 0,99 Mark führen zu einem Neupreis von 0,51 Euro. Dies ist kein Schwellenpreis. Wird der rechnerische Europreis auf 0,49 Euro reduziert, ist zwar ein Schwellenpreis erreicht, dafür sind aber auch etwa drei Prozent weniger in der Kasse.

Software-Experten jetzt befragen

Auch im Kontakt mit Lieferanten oder Großkunden wirkt es wenig professionell, wenn ein schriftliches Angebot in DM-Beträgen handschriftlich in Euro-Beträge umgerechnet wird. Wenn das EDV-System dies aber nicht automatisch beherrscht, bleibt wohl keine andere Lösung. Und wer in den letzten Wochen des Jahres 2001 sein Softwarehaus zu erreichen versucht, wird vermutlich länger in der Warteschleife bleiben.

Viele Dinge müssen nicht unbedingt vom Unternehmer selbst bearbeitet, wohl aber angestoßen werden. So wird zum Beispiel die Hausbank das laufende Konto gerne auch schon heute auf Euro umstellen. Wenn der Inhaber nichts tut, wird dies in der Nacht zum 1.1.2002 geschehen. Und wenn auch bei laufenden Verträgen nichts unternommen wird, steht dort noch die gute alte Deutsche Mark. Gedanklich will der Vertragspartner aber hier möglicherweise den Euro sehen. Missverständnisse oder gar ein Irrtum könnten die Folge sein.

Deshalb: Bereiten Sie sich heute schon auf den Euro vor. Sich heute auf den Euro vorzubereiten, bedeutet nicht zwingend, auch schon morgen auf den Euro umstellen zu müssen. Gut vorbereitet können Sie aber auch den Umstellungstermin diktieren. Wenn Sie nichts tun, regelt dies der Markt für Sie.


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Software, Starter-Kit, Umstellung, Vorbereitung, Währungsreform

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