Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Meisterfeier 2007 - Rückblick

Rainer Reichhold

Bekenntnis zu "Stuttgart 21"

Kammerpräsident Rainer Reichhold nutzte sein Grußwort an die Meister des Jahrgangs 2006/2007 dazu, dem Großprojekt Stuttgart 21 den Beistand des Handwerks zu versichern. Sonst stand seine Ansprache ganz unter dem Motto "Anpfiff!", mit dem die Meisterfeier des Handwerks auf dem Stuttgarter Killesberg begangen wurde. Reichhold zeigte, dass sich ein gutes Training nicht nur im Fußball lohnt, sondern eben auch im Berufsleben. - Es gilt das gesprochene Wort.

Porträt: Rainer Reichhold

Meine sehr geehrten Jungmeisterinnen und Jungmeister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,

ich freue mich, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind. Im Namen der Handwerkskammer Region Stuttgart begrüße ich Sie alle ganz herzlich zur großen Meisterfeier hier auf dem Killesberg.

Aus der großen Anzahl der Gäste möchte ich nur einige wenige namentlich begrüßen:

Vom konsularischen Corps den Handelsrat des Generalkonsulats von Rumänien, Ioan Mateescu.

Vom Deutschen Bundestag Frau Ute Kumpf und Herrn Florian Toncar. Vom Baden-Württembergischen Landtag Frau Beate Fauser und die Abgeordneten Dieter Bachmann, Michael Föll, Claus Schmiedel und Wolfgang Stehmer.

Sehr herzlich begrüße ich auch Herrn Geschäftsführer Wolf-Hermann Böcker vom Zentralverband des Deutschen Handwerks und den Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart, Roland Bleinroth.

Des weiteren gilt mein Gruß den Handwerkskollegen, Freunden, Begleitern und Unterstützern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sowie den zahlreich hier vertretenen Organisationen des lokalen, regionalen und überregionalen Handwerks.

Vor allem aber begrüße ich Sie ganz herzlich, liebe Jungmeisterinnen, liebe Jungmeister.

Anpfiff! Die Meister 2007 stehen heute im Mittelpunkt. In Stuttgart gibt es dieses Jahr zwei Meisterfeiern. Vor einigen Wochen konnte der VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft im Fußball feiern. Ihre eigene Meisterschaft feiern Sie heute, liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister, bei unserer 10. Meisterfeier des Handwerks der Region Stuttgart hier auf dem Killesberg. Rund 650 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus 30 Berufen erhalten anschließend von ihren Prüfungsausschüssen zwar keine Meisterschale, aber immerhin Ihren mindestens ebenso hart erarbeiteten Meisterbrief!

Hierzu gratulieren wir Ihnen alle sehr herzlich - Ihren Meistertitel können Sie nun ein Leben lang hochhalten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist heute die 10. Meisterfeier des Handwerks auf dem Killesberg und in diesen zehn Jahren konnten wir über 7000 Meisterurkunden an den Nachwuchs im Handwerk verleihen. Unsere heutige Meisterfeier ist also auch ein kleines eigenes Jubiläum. Aber zum letzten Mal findet die Handwerksfeier hier in der gewohnten Arena statt. Denn dieses Jahr zieht die Stuttgarter Messe komplett auf das neue Messegelände auf den Fildern um und wir werden ihr folgen. 2008 wird die Meisterfeier dann am neuen Standort, der Landesmesse, stattfinden.

Die Neue Messe ist ein Meilenstein auf dem Weg, unsere Region zukunftsfest zu machen. Der nächste Takt auf diesem Weg folgte am Donnerstag: Das Jahrhundertprojekt Stuttgart 21 wurde besiegelt. Dieses Projekt ist von zentraler Bedeutung für unser gesamtes Land. Stuttgart rückt näher an die Metropolen Europas - moderne Infrastrukturen sind wichtige Voraussetzungen für Standortsicherung und Wachstum! Profitieren werden wir alle davon.

Liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister, auf dem Weg zu Ihrer Meisterschaft haben Sie in den letzten Monaten intensiv trainiert. In den Meistervorbereitungslehrgängen, in den Betrieben, zu Hause. Als echte Kämpfertypen haben Sie viel Schweiß vergossen, mussten manches Hindernis umdribbeln, mussten vielleicht einige Rückschläge verkraften, um sich am Ende aber trotz aller Widrigkeiten den ersehnten Meistertitel erarbeitet zu haben. Ihre Familie, Ihre Freunde haben Sie sicherlich vom Spielfeldrand aus lautstark unterstützt und Ihnen Mut gemacht, in den Pausen die Energiedrinks geliefert und nach dem erfolgreichen Spiel mit Ihnen gebührend gefeiert.

Zum Trainerstab und den Betreuern gehörten aber auch die Betriebe, die Lehrer an den Meisterschulen und die Mitglieder der Meisterprüfungsausschüsse. Ihnen allen, die sich für die neuen Meisterinnen und Meister eingesetzt haben, danken wir herzlich für das Engagement. Dank auch an die Firmen, die durch Ihr Sponsoring dieses großartige Fest möglich machen.

Meister sind von Natur aus Gewinner. Aber auch Meister müssen sich in jeder Saison im Wettbewerb erneut bewähren. Ihr Meisterwissen von heute ist gut - sonst würden Sie nicht hier sitzen. Aber reicht Ihnen das aus, um die nächsten 20, 30 Jahre durchzuhalten?

Nein es reicht nicht: Denn unser Wissen hat eine Halbwertszeit von 3 bis 5 Jahren! Feiern Sie deshalb jetzt Ihren Erfolg, stellen Sie sich dann aber rasch wieder in das Team derer, die Neues wissen wollen. Weiterbildung, neue Technologien, neue Marketingstrategien, das Erschließen von neuen Kundenschichten ist und bleibt Ihre Daueraufgabe. Sie muss permanent Inhalt Ihres beruflichen Konditionstrainings sein.

Um in der Sportsprache zu bleiben: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Und sollte mal ein Spiel oder besser gesagt ein Auftrag verloren gehen, ist das kein Grund, die Stiefel oder das Werkzeug an den Nagel zu hängen und zu resignieren.

Erinnern Sie sich zurück, welche Stimmung in Deutschland genau vor einem Jahr herrschte. Wir Deutschen konnten fröhlich feiern, haben Freunde in aller Welt gewonnen und haben uns über einen nie erwarteten dritten Platz ausgiebig gefreut. Und lassen wir in unseren Gedanken nochmals das jubelnde, völlig überfüllte Zentrum von Stuttgart nach dem Schlusspfiff der Bundesligasaison aufleben.

Der Teamgeist hat jeweils gesiegt und nicht der Einzelkämpfer. Halten Sie also Ausschau nach Verbündeten, bilden Sie Netzwerke. Im Betrieb, mit Kollegenbetrieben oder mit Betrieben aus anderen Branchen. Zeigen Sie dem Kunden zusammen mit Ihrem Team, was Sie können, und Ihre Marktchancen werden steigen. Vor dem eigenen Tor, vor dem eigenen Betrieb wird nicht gemauert. Also nicht hinten reinstellen und warten, was die Konkurrenz macht. Offensiv nach vorne, mit intelligentem Zuspiel zu Ihren Partnern und Mitkämpfern, so erreichen Sie den Strafraum und landen die Siegestreffer.

Und wenn Sie Verschnaufpausen brauchen, um neue Kräfte, neue Ideen zu sammeln, sehen Sie sich um in den Bildungseinrichtungen des Handwerks. In unserer Bildungsakademie in Stuttgart Weilimdorf gibt es nicht nur technische Fachkurse, Medien- und Marketingkurse, dort befindet sich auch die Akademie des Handwerks, die abschließt mit dem Titel Betriebswirt des Handwerks. Eine Exzellenzausbildung, sozusagen die Champions League in der handwerklichen Weiterbildung.
 
Liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister, in Ihrem kommenden Berufsleben müssen Sie viel entscheiden. Sie müssen meisterhaft entscheiden. Einen, der jeden Samstagnachmittag schnell und sicher entscheiden muss, haben wir heute bei uns. Er ist promovierter Zahnarzt, FIFA-Schiedsrichter und Motivationstrainer. Sie alle kennen ihn: Dr. Markus Merk. In seinem Festvortrag wird er deutlich machen, dass Fußball und Handwerk mehr miteinander gemeinsam haben, als es zunächst scheinen mag.

Zuvor möchte ich aber nochmals Ihnen, liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister, zur bestandenen Meisterprüfung persönlich, aber auch im Namen des gesamten Handwerks der Region Stuttgart herzlich gratulieren. Der Titel "Handwerksmeister" hat nach wie vor einen sehr guten Ruf. Die Ausbildung zum Handwerksmeister in Deutschland kann durchaus verglichen werden, mit so mancher Hochschulausbildung. Was läge also näher, als den Meistertitel mit einem Studienabschluss auch sprachlich gleichzusetzen und künftig mit dem Zusatz Bachelor Professional zu versehen? Wir jedenfalls setzen uns dafür mit Nachdruck ein. Und ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Anliegen auf einem guten Weg sind. Die Wirtschaftsministerkonferenz haben wir bereits auf unserer Seite.

Deutsche Meister spielen immer an der Spitze mit - ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen sowohl beruflich, als auch im Privatleben gelingt, dass alles spielerisch, erfolgreich, rund und harmonisch läuft.

Natürlich können wir Ihnen keinen Autokorso mit Cabrios zur Verfügung stellen, aber wenn Sie am Ende der Veranstaltung aus dieser Halle ausziehen zu den Übergabepunkten für Ihre Meisterbriefe, dann dürfen Sie sich zurecht so fühlen, als ob Sie auf dem Weg zur Entgegennahme der Meisterschale seien.


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