Aktuell - Meisterfeier 2008 - Rückblick
Grußwort Tobias Scasny
Jungmeisterrede für den Abschlussjahrgang 2007/2008
Galvanisieurmeister Tobias Scasny aus Spraitbach betonte in seiner Jungmeisterrede den Wert des Meisterbriefs als einzigartigem Qualitätssiegel einer fundierten Fachausbildung. Dabei forderte er seine Mit-Meister auf, sich zu "Managern des Handwerks" zu entwickeln. - Es gilt das gesprochene Wort.

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich mit einer japanischen Weisheit beginnen:
"Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt."
Und dieser eine Schritt, der erste Schritt, er war bestimmt nicht einfach, er war wohlüberlegt und fundamental.
"Soll ich es wagen? Beginne ich mit dieser zeitintensiven Ausbildung? Womöglich noch in Teilzeit am Wochenende oder nach Feierarbeit? Oder beginne ich eine Vollzeitausbildung? Doch kann ich mir diese auch finanziell leisten?"
Solche, oder ähnliche Gedanken hatte sicher jeder von uns, bevor wir mit der Meisterausbildung begannen.
Jetzt und heute dagegen sagen wir: "Gottseidank haben wir ihn gewagt, diesen ersten Schritt." Denn nun erhalten wir unseren Lohn für den langen und nicht immer einfachen Weg. Den Meisterbrief. Und daher heiße ich Sie alle im Namen der Jungmeisterinnen und Jungmeister herzlich willkommen zum HandFest; zu unserer Meisterfeier.
Es freut uns außerordentlich so viele Gäste heute Abend begrüßen zu dürfen.
Liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister,
liebe Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren.
Ich hoffe, Sie sehen es mir nach, wenn meine Grußworte nicht ganz fehlerfrei sein werden.
Die Jahre 2007/2008 beinhalteten für uns Jungmeisterinnen und Jungmeister viele Monate der Vorbereitung, des Büffelns und Bangens bis zur erfolgreichen Absolvierung der Meisterprüfung.
Auf diesem langen Weg hatten wir auch Wegbegleiter.
- Begleiter, die uns den rechten Weg zeigten.
- Begleiter, die uns für ein Wegstück Ballast abnahmen.
- Begleiter, die uns stärkten als uns die Puste ausging.
Daher möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Ich spreche diesen Dank stellvertretend für alle Jungmeisterinnen und Jungmeistern aus.
Herzlichen Dank allen Dozenten und Lehrkräften für das Wissen und die Einsatzbereitschaft, aber auch die Geduld und Ausdauer mit uns.
Ein großes Dankeschön geht an unsere eigenen Familien, an unsere Eltern und Lebenspartner für die Hilfestellungen, für das Beiseitestehen und für die Nachsicht während stressiger Lern- und Prüfungsphasen. Ohne ihre Unterstützung wären die Prüfungsvorbereitungen in der knappen Freizeit wahrlich kaum zu meistern gewesen.
Bestimmt war ich nicht der Einzige, der während der Meisterschule hin und wieder einen Rückschlag wegstecken musste. Und dennoch: Hätten wir uns nicht aufgerappelt und weitergemacht, so wären wir heute nicht hier.
Daher richtet sich mein Dank auch an alle Meisterschülerinnen und Meisterschüler meines beziehungsweise unseres Jahrgangs.
- Danke für Eure gegenseitigen Hilfestellungen.
- Danke für das tolle Team, das sich immer stärker formierte.
- Danke für die neuen Freundschaften, die sich bildeten.
Wir sind nun Meister!
Unserem Berufsbild entsprechend bewiesen wir handfeste Zähigkeit, Einsatz und Tatkraft, um hier unsere Ernennung zum Meister zu feiern. Die Handwerkskammer sowie das Handwerk sind bestimmt stolz auf uns.
Liebe Jungmeisterinnern und Jungmeister,
wir können wirklich stolz auf uns sein, weil jede und jeder von uns mit seinem Meisterbrief Mut und Zuversicht
- in die eigene Zukunft,
- in die Zukunft Eurer Familien
- und in die Zukunft des Meisterhandwerks Eures Gewerkes
beweist.
Wie einführend erwähnt zeichnet sich unsere Gattung als motiviert und tüchtig, eben handfest aus. Doch was hat uns denn eigentlich dazu motiviert, alles zu geben und durchzuhalten?
Meine Damen und Herren,
der Meisterbrief ist und bleibt das Qualitätssiegel für
- fachliches Wissen,
- unternehmerisches Know-how und
- die Befähigung zur Ausbildung junger Menschen.
Wir sind heute an diesem angestrebten Ziel angelangt.
Der Gedanke einen handfesten Beruf auszuüben, der die Zukunft im Wandel der Zeit, auch im Vereinten Europa, übersteht, kann uns mit Stolz erfüllen.
Liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister,
Ihr zählt nun zu den Besten Eures Faches! Ihr habt erkannt, dass kein Weg am Meisterbrief vorbeiführt, wenn es um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit in Eurer Branche und in Eurem Beruf geht.
Das Handwerk muss diesen Vorsprung in Qualität, Innovation und Technik halten und ausbauen.
Die Qualifikations- und Qualitätsstufe, die Ihr mit dem Erwerb des Meisterbriefes erreicht habt, ist, wie bereits von Herrn Reichhold berichtet, von der EU der dritten Qualifikationsstufe zugeordnet worden. Sie ist somit eine Stufe unter einem FH-Abschluss angesiedelt. Wir Meister wissen, dass wir nur mit einem Mehr an Wissen und Know-how unsere persönliche Zukunft gestalten können.
Daher gibt es für uns nur das Eine: Wir müssen noch besser werden! Wir müssen weiterlernen!
Der Meisterbrief ist heute das gute und solide Fundament für ein lebenslanges Lernen.
Wir müssen zu Managern des Handwerks werden.
In unserer Region und in unserem Land sind es in erster Linie der Mittelstand und das Handwerk, die bei der Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitplätzen und bei der Gründung von neuen Unternehmen die Nase vorn haben. Daher fordere ich auch weiterhin eine Politik, die die Vorschläge des Mittelstandes aufgreift.
Wir wollen endlich eine Europa-Politik, die ihre wirtschaftspolitische Gesetzgebung nicht zum Großteil an der Großindustrie ausrichtet, sondern eine Politik, die mit dem Mittelstand redet. Wir wollen eine Europa-Politik, die unsere deutsche Wirtschaft dazu ermutigt, hier am Standort Deutschland zu investieren. Nur so gibt es für uns neue Aufträge und Wachstum.
"Du bist Deutschland!" - Wir alle sind Deutschland.
Als Manager des Handwerks sind wir für den Fortbestand unseres Gewerkes direkt mitverantwortlich.
Um unser Handwerk am Leben zu erhalten, sind wir verpflichtet, unser Wissen zu teilen.
Teilt Euer handfestes Wissen und Eure Erfahrung mit jungen Menschen.
Seid handfeste Vorbilder.
Beweist auch weiterhin der Politik, dass es die Handwerksbetriebe sind, die seit Jahren weit über Bedarf ausbilden, so dass die gesamte Ausbildungsleistung im Handwerk rund dreimal höher ist als in der restlichen Wirtschaft. Darauf können wir stolz sein.
Meine Damen und Herren, liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister,
von Dante stammt das Wort:
"Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an - und handelt."
Ich wünsche Euch, nein ich bin mir sicher, dass Ihr stets zu denen gehört, die mutig zupacken und handeln werden.
Ich wünsche uns allen das nötige Durchhaltevermögen, viel Glück und viel Erfolg auf unserem weiteren Berufs- und Lebensweg. Zur Überreichung der Meisterbriefe und unserer handfesten Feier wünsche ich viel Spaß und Freude.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



