Aktuell - Meisterfeier 2008 - Rückblick
728 handfeste Meister
Die Handwerkskammer Region Stuttgart feiert ihre neuen Champions
Unter dem Titel HandFest hat am 19. Juli 2008 die Meisterfeier 2008 nach dem Abschied vom Killesberg ihr Debüt in Sindelfingen gegeben. Der Andrang auf dem Weg zum Glaspalast war beachtlich: Rund 2500 Gäste kamen, genossen den Willkommens-Sekt und anschließend das originelle Programm eines neu gestalteten Festaktes.

Eine amüsante und spritzige Show bot die Band OLÉ zum Programmstart und sorgte mit beachtlichem Gitarrenzupfen für einen schwungvollen Auftakt. Den Übergang von der Musik zur Moderation meisterte in ihrer frischen Art SWR-Fernsehmoderatorin Martina Meisenberg. Mit den Worten Ein Fest der Hände leitete sie den offiziellen Teil der Meisterfeier ein, sprach über den Meisterbrief als hochwertigem Gütesiegel und lud Kammerpräsident Rainer Reichhold zum Gespräch auf die Bühne. Im Dialog mit ihr lobte Reichhold die Meister 2007/2008, die nun als Champions des Handwerks ihr berufliches Leben eigenverantwortlich und wirtschaftlich erfolgreich gestalten können. "Vor allem sind die Möglichkeiten zur Übernahme eines Handwerksbetriebes günstiger denn je", prognostizierte er. In der Region Stuttgart steht in den kommenden zehn Jahren rund 9000 Handwerksbetrieben ein Generationswechsel bevor.
"Dieser Mann leuchtet", beschrieb Martina Meisenberg den schwäbischen Überlebensberater Johannes Warth nach seinem Auftritt. Ein Auftritt, der durch witzige Anekdoten und nachdenkliche Pointen glänzte. "Wenn Sie sich morgens schon im Spiegel nicht mögen, wie sollen Ihre Kollegen Sie acht Stunden am Tag ertragen?" Provozierende Fragen sind sein Metier, ebenso wie der lebendige Leitfaden zum Erfolg. Meister, Manager, Marktagierer - oder: Wie überlebe ich im 21. Jahrhundert? lautete der Titel seines Vortrages, der sich als Höhepunkt des Showprogramms gekonnt in Szene setzte. Die Botschaft richtete sich vor allem an die jungen Meister und forderte zu eigenständigem unternehmerischem Denken und Handeln auf. In sieben Schritten hinterfragt Warth die Führungskräfte, beschwört die Kommunkationsfreude, rät zum Authentisch-Sein und ergänzt praxisnah mit Pfeil und Bogen das Prinzip Zielvereinbarung: Motivieren, das Ziel vor Augen haben, loslassen und nie aufgeben. "Bleiben Sie frohlockend, in jeder Situation. Selbst im Laden, wenn Sie das Gefühl haben, Sie stören hier", lautete sein Tipp, und schon im nächsten Moment stimmte er das Lied "Ich bin Meister" an, forderte zum Mitsingen auf, erntete Jubel vom Publikum. Seine Denkanstöße beendete er mit einem Balanceakt auf dem Seil und der Nachricht auf den Lippen: "Packen Sie mit an" und "Seien Sie mitreißend!"
Den feierlichen Glanzpunkt des frühen Samstagabends bildete die Ehrung der 13 Bestmeister, die vom Bäcker-Meister bis zur Schreiner-Meisterin einen Querschnitt durch das vielfältige Handwerk boten. Stellvertretend für alle Absolventen sprach Galvaniseurmeister Tobias Scasny im Anschluss das Grußwort und appellierte an seine Jahrgangskollegen, das erworbene Wissen an junge Menschen weiterzugeben: "Wir müssen zu Managern des Handwerks werden und als Vorbilder beweisen, dass uns Ausbildung und Fachkräftesicherung sehr wichtig sind." 728 junge Menschen haben dazu jetzt die Chance.
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