Aktuell - Sonderthema 1/2002
Stephanie Berg
Jung, weiblich - Elektrik(?/!)
"Von heute an bist du Geschäftsführerin", beschreibt Stephanie Berg den Sprung ins kalte Wasser. Von einem Tag auf den anderen führte sie die 30 Mann große Firma ihres Vaters. Dieser war 1997 plötzlich verstorben. "Ich war 25 Jahre alt, als mein Vater starb. Und Elektrik lag mir eigentlich überhaupt nicht", erzählt sie weiter.

Ein Studium zur Hauptschullehrerin hatte sie gerade abgeschlossen. Sie kam jedoch nie dazu, den Beruf auszuüben. "Ursprünglich sollte mein jüngerer Bruder Elektro Berg einmal übernehmen, aber der war damals noch zu jung. Also blieb nichts anderes übrig", betont die Unternehmerin. Zusammen mit einem technischen Betriebsleiter führt Stephanie Berg das Elektro-Unternehmen des Vaters. Sie ist dabei für die Büroarbeit zuständig. "Von den zumeist männlichen Mitarbeitern wurde ich anfangs nicht ernst genommen. Galt ich doch als die studierte Tochter vom Chef", erzählt Berg.
Inzwischen ist sie Vorstandsmitglied der Elektro-Innung Stuttgart. "Für mich ist das eine hochinteressante Erfahrung", betont die junge Frau. "Elektriker sind mehr als Strippenzieher. Dieser Beruf ist sehr vielfältig. Man ist zum Beispiel im Bereich EDV oder Solarenergie tätig. Es sollte viel mehr für diese Berufsgruppe geworben werden", erläutert sie. Aber auch die Männer sollten gewisse Vorurteile über den Haufen werfen - dann würde den Frauen der Einstieg ins Elektrogewerk sicher leichter fallen.




