Aktuell - Sonderthema 1/2002
Ein Verband macht sich stark für Unternehmerfrauen
"Wer nicht handelt, wird behandelt"
Dieses Motto gilt für die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). Sie verstehen sich nicht nur als Sprachrohr für Frauen im Handwerk, sondern vor allem als ein aktives Podium für das gesamte Handwerk.

"Wir sind unternehmerisch aktive Frauen im Handwerk und aus dem Handwerk nahestehenden Berufen. Zu regionalen Arbeitskreisen, Landesverbänden und einem Bundesverband haben wir uns zusammengeschlossen. Auch beim europäischen Dachverband Frauen europäischer Mittel- und Kleinbetriebe (FEM) sind wir Mitglied", betont Brigitte Kreisinger, Präsidentin des Landesverbandes der Arbeitskreise Unternehmerfrauen in Baden-Württemberg.
Bundesweit sind rund 750.000 mitarbeitende Unternehmerfrauen in die betrieblichen Entscheidungen der Unternehmen eingebunden und prägen die Funktionsfähigkeit vieler Handwerksbetriebe. Durch ihre Mitarbeit und Verantwortung tragen sie einen wesentlichen Teil zum Erfolg der Unternehmen bei. Viele Handwerksunternehmen könnten ohne die mitarbeitende Unternehmerfrau nicht existieren. Im Landesverband Baden Württemberg sind 38 Arbeitskreise mit circa 2.400 Mitgliedern organisiert. Bundesweit gibt es 10 Landesverbände mit 182 Arbeitskreisen und circa 10.000 Mitgliedern.
"Unser Landesverband ist stimmberechtigtes Mitglied im Baden-Württembergischen Handwerkstag. Die Landesverbandspräsidentin ist auch Mitglied im Beirat", fügt Kreisinger hinzu. "Konstruktiv und kooperativ arbeiten wir mit Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern, Innungen und Landesfachverbänden, Bankenverbänden oder Wirtschaftsverbänden zusammen." Die Mitglieder der UFH sind aktive Frauen, die täglich im Betrieb ihre Frau stehen. "Durch intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch sind wir immer am Puls der Zeit, wissen wo und wie wir handeln müssen", stellt Kreisinger fest.
Ziele
- Soziale Absicherung der Unternehmerfrau
- Anerkennung der Leistung der Unternehmerfrauen in Wirtschaft, Politik und Betrieb
- Anerkennung der Unternehmerfrauen als Führungskraft
- Integration der Unternehmerfrauen in die Handwerksorganisationen
- Eigenes Berufsbild für Unternehmerfrauen
- Vertretung handwerkspolitischer Interessen
Aktivitäten
Zentrale Aufgabe und wichtigstes Ziel ist die berufliche Weiterbildung. In Handwerks- und mittelständischen Betrieben sind Frauen für den gesamten kaufmännischen Bereich zuständig. Sie müssen deshalb über ein breites betriebswirtschaftliches Führungs- und Fachwissen verfügen. "Nur durch kontinuierliche berufliche Fortbildung können wir den komplexen Aufgaben und Anforderungen auch in Zukunft gerecht werden. Regelmäßige monatliche Veranstaltungen sowie spontane Zusatzveranstaltungen zu aktuellen Themen bieten wir in unseren Arbeitskreisen vor Ort an, um immer auf dem neusten Stand zu sein", macht Kreisinger klar.
Die Weiterbildung zur Büroleiterin im Handwerk, vom Landesverband Baden-Württemberg gemeinsam mit der Handwerkskammer Region Stuttgart konzipiert, wird inzwischen von fast allen Handwerkskammern in Baden-Württemberg angeboten. Über 220 Frauen haben diese Fortbildung bereits erfolgreich abgeschlossen.
Wichtig sei ein eigenständiges Berufsbild für Unternehmerfrauen, da die meisten als Quereinsteigerinnen oft mit sozialen Berufsausbildungen in die Handwerksbetriebe eintreten. Ihre Qualifikation im kaufmännischen Bereich könnten sie, wenn erforderlich, nicht nachweisen, was sich im Falle von Arbeitslosigkeit negativ auf die Berechnung des Arbeitslosengeldes und die Vermittlungsfähigkeit auswirken könne, erläutert Brigitte Kreisinger.
"Darüber hinaus arbeiten wir mit den Kammern ständig neue bedarfsgerechte Weiterbildungsmaßnahmen aus. Wir sehen diese Bemühungen als Aufgabe im Zusammenhang mit dem Thema soziale Absicherung der Unternehmerfrau", erklärt Kreisinger. Wie wichtig diese Interessenvertretung ist, zeigt der momentane Kampf der UFH um soziale Gerechtigkeit bei der Beurteilung der Sozialversicherungspflicht mitarbeitender Unternehmerfrauen im Leistungsfall.




