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Aktuell - Sonderthema 1/2003

Profis in eigener Sache

Wie Sie Ihr Rating verbessern

Nur was gemessen werden kann, lässt sich auch steuern. – Diese bewährte Managementregel gewinnt durch Rating an Bedeutung – gerade auch in Handwerksbetrieben.

Symbolbild: Maßnahmen

Grund genug, sich näher mit den Themen Information, Dokumentation und Steuerung zu beschäftigen.

Der Kreislauf aus Analyse - Bewertung - Maßnahmen

Rating leistet mehr als die einmalige Bewertung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Vielmehr werden systematisch Handlungsbedarfe aufgezeigt. Welche Maßnahmen Sie mit welchem Erfolg ergreifen, wird wiederum im folgenden Rating-Gespräch von Bedeutung sein. Konsequenz: Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems verbessert Ihre Marktposition und wirkt sich positiv auf die Kreditkonditionen aus. Beispiele für Maßnahmen, die aus einem Rating abgeleitet werden können sind:

Management und Unternehmen

  • Umsätze, Kosten, Investitionen planen und überwachen
  • Rechnungswesen, Betriebsabläufe, Personaleinsatz optimieren
  • Qualifizierung der Mitarbeiter, Personalführung

Wirtschaftliche Verhältnisse

  • Produktivität steigern, Kosten senken
  • Eigenkapitalanteil steigern, Abbau überhöhter Lagerbestände, angemessene Privatentnahmen

Markt und Branche

  • Entwicklung marktgerechter Produkte und Dienstleistungen
  • Qualitätsmanagement
  • Abhängigkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten vermeiden

Beziehung zur Hausbank

  • regelmäßige Information und Kontakte
  • für aktuelle Daten sorgen
  • Liquiditätsplanung einführen, um Kontoüberziehungen zu vermeiden

Weitere Tipps und Hinweise, wie Sie Ihr Rating verbessern können, enthält der ausführliche  Maßnahmenkatalog, den wir Ihnen am Ende dieses Beitrags als pdf-Dokument zur Verfügung stellen.

Alle Erfolgsfaktoren im Blick

Mit anderen Worten: Rating-Kriterien sind ein Koordinatensystem für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Woran es häufig noch fehlt, sind die Werkzeuge, um den oben beschriebenen Steuerungskreislauf betriebsintern umzusetzen. Controllinginstrumente helfen Ihnen dabei, die Frage "Was tun wir, und wie tun wir es?" zu beantworten.

Ein in den vergangenen Jahren viel diskutiertes Konzept ist die Balanced Scorecard (BSC). Dieser "ausgewogene Berichtsbogen" erlaubt es, verschiedene Einflussgrößen systematisch zu erfassen und zu steuern. Die BSC verbindet die vier Perspektiven Finanzen, Kunden, Prozesse und Mitarbeiter zu einer Gesamtsicht des Unternehmens und seiner Entwicklungsfähigkeit. In Balance befindet sich die Erfassung von extern und intern orientierten, von finanziellen und nicht-finanziellen Messgrößen. Im Überblick:


Balanced Scorecard: Vier Perspektiven

Die wirtschaftliche Perspektive
Nicht nur vergangene Leistungen werden ermittelt, sondern auch Kennzahlen, die den Marktwert und das Unternehmenspotenzial abbilden.
Die Kundenperspektive
Kennzahlen wie Marktanteil, Kundenzufriedenheit sowie die Fähigkeit, neue Kunden zu gewinnen. 
Die interne Prozessperspektive
Wie lange braucht ein Unternehmen, um Kundenwünsche in neue Produkte und Dienstleistungen umzusetzen?
Die Lern- und Entwicklungsperspektive
Mitarbeiterzufriedenheit, Personaltreue und die Bereitschaft zur Weiterbildung sind wichtige, auf die Zukunft ausgerichtete Kennzahlen.
Vorteile der BSC: Langfristig angelegte Strategien können in kurzfristig erreichbare Zielsetzungen übertragen werden. Darüber hinaus werden qualitative Erfolgsfaktoren, wie beispielsweise die Innovationsdauer oder die Lernbereitschaft, systematisch erfasst und in die Unternehmenssteuerung integriert.

Mehr zur BSC im Handwerk erfahren Sie auf unseren Infoseiten zu den aktuellen ESF-Projekten oder direkt beim Projektleiter Michael Rössler, Tel. (0711) 1657-525.

Offenheit schafft Vertrauen

Sie kennen Ihr Unternehmen, die Bank will es kennen lernen. Kreditinstitute erwarten Kooperationsbereitschaft. Auch wenn ein Rating-Gespräch zunächst einmal an eine Prüfungssituation mit festgelegter Rollenverteilung erinnert, sollten Sie sich nicht passiv verhalten. Ergreifen Sie die Initiative, indem Sie sich frühzeitig auf das Rating vorbereiten. Und beziehen Sie Ihre Hausbank ein:

  • verhalten Sie sich offen und berechenbar,
  • suchen Sie den regelmäßigen Kontakt mit dem Kundenberater, lassen Sie sich beraten,
  • informieren Sie über aktuelle Entwicklungen - Pläne und Projekte, Erfolge und Misserfolge - nicht nur einmal jährlich im Rating-Gespräch.

Mit etwas Aufwand können Sie die Grundlagen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Bank schaffen und so letztlich Ihre Verhandlungsposition verbessern. Mehr zum Dialog mit dem Kreditinstitut lesen Sie im Abschnitt Fit für das Rating.

Udo Steinort


Maßnahmen zur Verbesserung des Ratings (pdf-Datei, 52 KB)


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