Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 2006

Erfahrung versus Sehvermögen

Stärken und Schwächen im Alter

Obwohl die Generation 50plus hinsichtlich der Lebenssituationen und Persönlichkeiten ihrer Repräsentanten sehr heterogen ist, so lassen sich doch einige Gemeinsamkeiten feststellen, die der Reifeprozess des Lebens unweigerlich mit sich bringt.

Symbolbild: Schwächen und Stärken

Worin die Älteren ihren jüngeren Mitmenschen zweifelsohne überlegen sind, ist ihr reicher Schatz an Erfahrungen. Aus dem Erlebten haben sie ihre Konsequenzen gezogen und ihr Wissen angereichert. Das Beratungsunternehmen Meyer-Hentschel hat folgende Stärken erforscht, die mit dem Alter zunehmend an Bedeutung gewinnen:

  • Ausgeglichenheit und Beständigkeit
  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Erfahrung und menschliche Reife
  • Harmoniebedürfnis
  • Bedürfnis nach Selbstständigkeit
  • Urteilsvermögen

Körperliche und kognitive Fähigkeiten lassen allerdings nach. Und das nicht etwa erst im Greisenalter, schon mit 40 können sich die ersten Zipperlein bemerkbar machen.

Sehen: Mit dem Alter verschlechtert sich das Sehvermögen, was sich insbesondere bei schlechter Beleuchtung und im Nahbereich äußert. Kleine Schriftgrößen werden kaum wahrgenommen. Hinzu kommt eine besondere Empfindlichkeit gegenüber blendendem Licht, wie es etwa von Neonröhren ausgeht. Auch kann sich das Auge nicht mehr so schnell von hell nach dunkel beziehungsweise von dunkel nach hell umstellen. Farben sind schlecht zu unterscheiden und Gesichts- und Blickfeld sowie die räumliche Wahrnehmung sind eingeschränkt.

Hören: Vor allem höhere Töne werden schon ab einem Alter von 45 Jahren vermindert wahrgenommen. Auch die Geschwindigkeit, das Gehörte zu verarbeiten, nimmt ab. Problematisch scheint auch, mehrere Geräusche gleichzeitig voneinander zu unterscheiden.

Gedächtnis: Die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses nimmt ab. Vor allem schnell aufeinander folgende Bilder können nicht mehr richtig verarbeitet werden. Neue Informationen werden langsamer aufgenommen. Der Lernprozess dauert länger.

Psychologen unterscheiden zwischen der fluiden und der kristallinen Intelligenz: Zur ersten gehören Fähigkeiten wie Wendigkeit, Kombinationsfähigkeit und Orientierung in neuen Situationen. Die fluide Intelligenz lässt im Alter nach. Aber die kristalline nimmt zu, dazu gehören Allgemeinwissen, Erfahrungswissen, Wortschatz oder Sprachverständnis.

Emotionen: Schon kleinere Aufregungen rufen bei älteren Menschen starke Emotionen hervor, wie der amerikanische Psychologe Marvin Zuckerman herausfand. Unbekannte Situationen wollen Ältere daher vermeiden. Weniger Risiko, mehr Sicherheit ist deshalb ihr Ziel. Entscheidungen treffen sie lieber wohl überlegt als schnell und impulsiv.

Kraft und Beweglichkeit: Die Muskelkraft verringert sich und die Gelenke versteifen sich altersbedingt. Das führt zu Verunsicherungen im Alltag.


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