Aktuell - Sonderthema 2008
Wege aus der Sucht
Wer Hilfe will, muss seine Krankheit akzeptieren
Abhängige haben sich an Alkohol gewöhnt. Deshalb können sie sich auch wieder entwöhnen. Im Alkoholentzug geht es in erster Linie darum, den Körper zu entgiften. Neben ambulanten Therapien gibt es auch stationäre Therapiekliniken. Sinnvoll sind auch Selbsthilfegruppen.

Druck oder Zwang bewegen nur wenig. Durch reduzierte Zuneigung und nachlassendes Verständnis steigt der Alkoholkonsum weiter. Bereits das Ansprechen des Problems wird oft als Angriff auf die Person gewertet. Abhängige verheimlichen und täuschen sich selbst und andere. Sie sind sich ihrer Lage bewusst. Aber Abhängige sind gefangen. Sie sind krank. Sie können Versprechen und gute Vorsätze meist nicht einhalten. Viele Angehörige sind hilflos, verdrängen oder wollen nicht wahrhaben, was sie längst wissen. Sie werden zu so genannten Co-Abhängigen. Eigene Bedürfnisse und Gefühle werden nicht wahrgenommen.
Der Entzug
Alkoholabhängigkeit ist eine schwere Erkrankung, die nur mit ärztlicher Hilfe geheilt werden kann. Gemeinsam mit Arzt und Therapeut soll der alkoholkranke Patient folgenden Stufenplan akzeptieren:-
Anerkennung der Alkoholabhängigkeit als Krankheit
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Ausdrücklicher Wunsch und Wille, die Sucht loszuwerden
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Absoluter Verzicht auf jeglichen weiteren Alkoholgenuss
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Ausdrücklicher Wille, nicht in die Medikamentenabhängigkeit zu wechseln
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Entgiftung und Entwöhnung in der Fachklinik
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Konsequente Nachsorge und Betreuung auch nach der Kur durch den Hausarzt und Aufnahme in eine Selbsthilfegruppe
Heute gibt es vielfältige Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige. Die Behandlungskosten werden von der Krankenkasse übernommen. Auch die Rentenversicherung tritt in Leistung - sofern es sich um eine stationäre Rehabilitation zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit handelt.
Was sollen Arbeitskollegen tun?
Decken Sie einen Leistungsabfall nicht! Übernehmen Sie nicht die Aufgaben eines Abhängigen! Verheimlichen hilft ihm, mit der Sucht zu leben und nicht von ihr loszukommen. Geben Sie dem Anderen die Verantwortung für sein Tun und seine Krankheit. Der Abhängige muss selbst die Verantwortung zum Aufhören übernehmen. Warten Sie nicht auf ein Wunder. Suchen Sie Hilfe in einer Beratungsstelle. Nehmen Sie dem Betroffenen keine Arbeit ab und verheimlichen Sie keine Nachlässigkeiten. Ziel kollegialer Hilfe sollte es sein, den Abhängigkeitskranken durch offene Gespräche dazu zu motivieren, dass er therapeutische Angebote nutzt.
Was können Angehörige tun?
Als Angehöriger können Sie nicht das Verhalten der abhängigen Person ändern. Sie können jedoch versuchen, Voraussetzungen für die Akzeptanz fachkundiger Hilfe zu schaffen. Wichtig dabei ist, offen über die Abhängigkeit zu sprechen und nicht länger zu schweigen oder den Betroffenen Aufgaben und Verantwortung abzunehmen. Suchen Sie Unterstützung bei Freunden, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder Ihrem Hausarzt. Befreien Sie sich von Schuldgefühlen und Überverantwortung.
Wo finde ich Hilfe?
Ansprechpartner finden Sie über Ärzte, Psychologen, Suchtberatungsstellen, Krankenkassen und Selbsthilfegruppen. Für einen ersten Schritt helfen unsere Links zum Thema.





