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Aktuell - Sonderthema 2008

Jugendliche und Alkohol heute

So läuft's ab

Anfangs mögen Jugendliche den Geschmack von Bier, Wein, Schnaps meistens gar nicht. Später ordnen sie sich oft dem Druck der Gruppe unter und trinken das, was ihre Freunde trinken. Neben Bier greifen sie dann oft zu den modischen Mix-Getränken, den so genannten Alkopops.

Alkopops - das sind die bunten süßen Getränke, die Ende der 90er Jahre erstmals auf den Markt gekommen sind. Sie schmecken wie eine harmlose Brause. Wie die Limonade enthalten sie eine Menge Farbstoffe, aber auch eine Menge Alkohol. Doch das schmeckt man kaum noch heraus. Gerade deshalb sind die süßen Mischgetränke unter Jugendlichen sehr beliebt. Sie unterschätzen deren Alkoholgehalt. Tatsächlich ist im Durchschnitt die Entsprechung von zwei Gläsern Schnaps in einer der kleinen Flaschen enthalten. Durch den hohen Zuckeranteil und die Kohlensäure wandert der Alkohol schneller ins Blut - und wirkt nach kurzer Zeit.

Trinken tatsächlich mehr Jugendliche Alkohol?

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist der Alkoholkonsum von Jugendlichen nach einem Rückgang in den Jahren 2004 und 2005 wieder angewachsen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2007 stellt besonders bei 16- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen einen gestiegenen Alkoholkonsum fest. Die durchschnittliche wöchentliche Trinkmenge beträgt demnach in dieser Gruppe 150 Gramm reinen Alkohol, was der täglichen Menge von zwei Gläsern alkoholischer Getränke entspricht. Im Vergleich hierzu lag der Wert im Jahre 2004 bei 127 Gramm und bei 108 Gramm im Jahr 2005. Unter weiblichen Jugendlichen derselben Altersgruppe betrug die wöchentliche Alkoholmenge im Jahr 2004 noch 54 Gramm, verringerte sich aber 2005 auf 42 Gramm. Im Jahr 2007 war dann wieder eine Erhöhung auf 53 Gramm reinen Alkohol zu verzeichnen.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche mehr Bier, Bier-Mixgetränke und Spirituosen trinken. Es ist jedoch eine andere Zahl, die Ärzte und Suchtberater alarmiert: Die AOK belegt, dass die Einlieferungen in Krankenhäuser aufgrund von Alkoholvergiftungen in den Jahren 2001 bis 2006 bei den 15- bis 20-Jährigen um 55 Prozent anstieg. Bei Jugendlichen unterhalb des 15. Lebensjahres sogar um 125 Prozent! Nicht nur immer mehr Menschen, sondern auch immer jüngere, trinken zu viel Alkohol.

Was sagt das Jugendschutzgesetz?

Nach Paragraf 9 des Jugendschutzgesetzes dürfen Jugendliche unter 16 Jahren keine alkoholhaltigen Getränke konsumieren, außerdem ist der Verkauf von Alkoholika an sie verboten. Sind die Jugendlichen in Begleitung einer erwachsenen, erziehungsberechtigten Person und enthält ein Getränk keinen Branntwein, ist der Konsum allerdings erlaubt. Wer Alkohol an ein Kind unter 14 Jahren ausschenkt, muss laut Bußgeldkatalog 400 Euro zahlen, 300 Euro werden fällig, wenn die Konsumenten jünger als 18 Jahre sind.

Die Folgen des Alkohols

Da die körperliche Entwicklung im jugendlichen Alter noch nicht abgeschlossen ist, stellt Alkohol eine erhebliche gesundheitliche Gefahr dar. Die Leber kann den Alkohol nur sehr langsam abbauen, bereits geringe Mengen führen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen. Der größten Gefahr ist das Gehirn ausgesetzt, denn dessen Reifung ist meist erst mit dem 17. Lebensjahr abgeschlossen. Durch einen hohen Alkoholkonsum kann außerdem das Knochenwachstum verzögert werden. Auch die Persönlichkeitsentwicklung ist negativen Einflüssen ausgesetzt.

Bei guter oder schlechter Laune, bei Stress oder Problemen, bei Einsamkeit oder Konflikten - in diesen Momenten greifen viele Menschen zu alkoholischen Getränken. Manchmal ist das der erste Schritt in die Abhängigkeit. Und die Abhängigkeit wird oft zur Sucht. Doch eines steht fest: Alkohol löst keine Probleme. Kinder ahmen nach: Sind alkoholische Getränke im Elternhaus üblich, wird Alkohol auch für Jugendliche zum Ritual. Denn: in der Jugend werden die ersten Erfahrungen für eine selbstständige Lebensführung gesammelt. Die Zeit des Erwachsenwerdens ist außerdem von starken Gefühlsschwankungen geprägt. Wird Alkohol als scheinbarer Problemlöser genutzt, kann sich daraus eine Gewohnheit zum häufigeren Trinken entwickeln. Jugendliche müssen lernen, mit Ängsten, Enttäuschungen und Belastungen umzugehen. Dazu gehören sinnvolle Hobbys, die Stress reduzieren und die Fähigkeit trainieren, Probleme selbst zu lösen.


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