Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 3/2001

Thomas/Heiko Krieg, Inhaber der Krieg-Haustechnik, Stuttgart-Stammheim

Existenzgründer sollten Lücken suchen

Heiko Krieg ist Geselle und Meister sowie zusätzlich Fachwirt für Heizung und Lüftung. Zudem ist er soeben dabei, den Betriebswirt im Handwerk zu erwerben. Sein Bruder Thomas ist der Geschäftsführer der Krieg-Haustechnik GmbH, ebenfalls Meister seines Faches und zuständig für Sanitäranlagen und Flaschnerei im Hause Krieg.

Dokumentation: Thomas/Heiko Krieg

"Mit null Mark habe ich angefangen", erinnert sich der Senior der Krieg-Haustechnik GmbH. Eigentlich ist er schon Rentner. "Aber ich schaff' halt noch auf 590-Mark-Basis, und meine Frau auf  610", schmunzelt Manfred Krieg. Der Familienbetrieb ist eine Erfolgsstory, geschäftlich und privat. "Immer reell bleiben und niemand übervorteilen", laute das Erfolgsrezept, so Altmeister Krieg.

Im Gegensatz zu seinen Söhnen Thomas und Heiko war sein Vater als Gärtner auf einem völlig anderen Gebiet tätig. Zudem starb sein Vater früh. Doch irgendwie war dann die Lebensversicherung eine Art Grundlage für die Existenz der Stammfamilie. Im Februar 1960 wurde Manfred Krieg Meister und startete am 9. April 1960 mit der Übernahme der Firma von Josef Köpfer für die er bis dahin als Geselle arbeitete.

"Wir gingen zur Bank und ich nahm einen Kredit in Höhe von 50.000 Mark auf, wovon ich 10.000 Mark an Josef Köpfer zu zahlen hatte, die restlichen 40.000 Mark habe ich sofort ins Unternehmen investiert", erinnert sich Meister Krieg. Die Kunden kannten ihn schon, so dass es leicht für ihn gewesen sei, gab er zu verstehen. Von 1960 bis 1993 befand sich der Betrieb in der Korntaler Straße 33, dann Am Äußeren Graben 9 in Stuttgart-Stammheim. Zu diesem Zeitpunkt stieg der 1962 geborene Sohn Thomas mit ins Unternehmen ein. Beim Neubau war er bereits Bauherr und Existenzgründer und vermietete das Gebäude an seinen Vater als Betriebsinhaber. Die Beratung durch den Fachverband Sanitär, Heizung, Klima sowie die Handwerkskammer waren schon damals sehr hilfreich, ja unverzichtbar, erinnert sich der Senior des Hauses Krieg.

In der Innung arbeitete Manfred Krieg als Vorstandsmitglied und im Gesellenprüfungsausschuss mit. Thomas Krieg übernahm das Unternehmen 1996. Bereits im April 1989 hat er die Meisterprüfung bestanden und war längst mit allem vertraut. Auch sein Bruder Heiko wurde Meister des Faches und engagiert sich im Bereich Heizungsbau im Gesellenprüfungsausschuss. Auch im Betrieb ist Heiko Krieg für Heizung und Lüftung zuständig. Das Handwerksunternehmen ist inzwischen auf drei Lehrlinge und sechs Gesellen angewachsen, neben den kaufmännischen Bediensteten. Im kaufmännischen Bereich ist auch die Ehegattin von Thomas Krieg tätig und die Seniorchefin. Die Söhne des Altmeisters Krieg treten auch weiterhin nicht auf der Stelle. Schon hat Thomas Krieg das Nachbargründstück gekauft und möchte den Betrieb erweitern. Die preisgekrönte Sanitärausstellung ist im zu klein und auch sonst ist an eine weitere Modernisierung gedacht - auf dem Laufenden bleiben, mit der Zeit gehen.


Was rät ein "Alter Hase" jungen Existenzgründern generell?

Neue Kunden suchen ist nicht einfach, erläutert Manfred Krieg. "Es ist wahrscheinlich auch heute noch besser, wenn man einen bestehenden Betrieb mitsamt den Kunden übernimmt", rät der erfahrene Meister. 

Und was macht den Erfolg eines Unternehmens aus?

"Auf hohe Qualität achten", sei das A und O im Handwerk, gibt der langjährige Firmeninhaber zu verstehen. Zudem müssten die Termine unbedingt eingehalten werden. Auch stets up to date sein, wäre unverzichtbar. Zudem: "Ohne PC geht heute gar nichts mehr."  Im Internet müsse man auch vertreten sein, seine Söhne seien soeben dabei, einen Online-Shop einzurichten.

Haben Sie noch ein besonderes Rezept?

Ja: "Komplette Angebote aus einer Hand anbieten", das ist gut für die Kunden. Zur Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern rate ich gerne. Durch Kooperation und Terminabsprachen können wir der Kundschaft ein gutes Serviceangebot unterbreiten.

Sehen Sie gute Chancen für Selbständige?

Das Handwerk hat immer noch gute Chancen. Wenn einer eine Lücke hat, eine spezielle Sparte, etwas Ausgefallenes, dann wird es was - vorausgesetzt, der Betrieb wird solide geführt.

Text und Foto: Jörg Stimpfig, werkzeugforum.de


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