Aktuell - Sonderthema 3/2001
Der perfekte Start
Spielerisch den Ernstfall proben
Wirklichkeit geworden ist die Idee zwar noch nicht, aber ihre Umsetzung bahnt sich an: Die Handwerkskammer Region Stuttgart hat ein Projekt angestoßen, das im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Existenzgründern helfen soll, ihre Möglichkeiten und Grenzen als Unternehmerpersönlichkeit auszuloten.

"Der perfekte Start" soll das Projekt einmal heißen, das den Schock beim Sprung ins kalte Wasser mildern könnte.
In seiner Einstiegsphase ließe sich "Der perfekte Start" unter dem Etikett Existenzgründerseminar führen, erklärt Franz Falk, bei der Handwerkskammer Leiter des Geschäftsbereichs Management und Technik. "Wir wollen aber eine neue Form anbieten, die den Teilnehmern zeigen soll, ob sie sich wirklich für das eignen, was sie sich da vorgenommen haben."
Damit wird klar, was "Der perfekte Start" - zumindest zu Beginn - ist: ein Planspiel, das Situationen simuliert, denen Existenzgründer später wieder begegnen können - wenn auch nicht in so komprimierter Form. "Wir möchten uns mit den Teilnehmern zwei Tage Zeit nehmen und sie stufenweise mit sich selbst vertraut machen", führt Franz Falk aus. Mit den zwei Seminartagen ist das Projekt allerdings noch lange nicht abgehakt, denn es ist längerfristig angelegt und verbindet Theorie und Praxis.
Drei Stufen wird es geben. In der ersten Stufe findet das eigentliche Planspiel statt. Falk: "Es simuliert die Besonderheiten eines StartUp-Unternehmens und vermittelt die Zusammenhänge im Betrieb. Außerdem zeigt es den Mitspielern ohne echtes Risiko, welche Folgen ihre Entscheidungen haben."
Dabei kommt auch ein gehöriger Schuss Psychologie ins Spiel: Insights Discovery heißt eine Methode der Persönlichkeitsanalyse, die auf Erkenntnissen von C. G. Jung beruht. Mit ihrer Hilfe sollen die potenziellen Existenzgründer ihre eigene Persönlichkeitsstruktur kennen lernen. Dabei gibt es dann Klarheit über Fragen wie
- Bin ich eine Unternehmerpersönlichkeit?
- Welchen Arbeitsstil bevorzuge ich?
- Wie gehe ich mit Kunden um?
- Wie führe ich Mitarbeiter?
- Ist meine Sozialkompetenz stark genug entwickelt?
- Wo liegen meine persönlichen Stärken, wo meine Schwächen?
Nach dem Blick in den psychologischen Spiegel geht es in einer zweiten Stufe um individuelle Unternehmenskonzepte. Dann wirken erfahrene Berater mit und helfen dabei, Erwartungen der Teilnehmer realistisch abzubilden. "Das Ziel dieser Stufe", sagt Franz Falk, "besteht darin, die Erkenntnisse der Teilnehmer und die Erfahrung der Berater zu einem tragfähigen Erfolgsrezept zu vermischen, das auf den konkreten Einzelfall passt."
Was dann noch bleibt, ist die Kontrolle über den Erfolg. Dafür sieht "Der perfekte Start" eine dritte Stufe vor, das Controlling und Coaching. Sie erstreckt sich mindestens ein volles Jahr in die reale Unternehmertätigkeit hinaus und begleitet die ehemaligen Seminarteilnehmer auf ihrem Weg durch die rauhe Wirklichkeit. Externe Berater stehen ihnen dann zur Seite und versuchen Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und die Situation der noch jungen Betriebe nachhaltig zu stabilisieren.
Bleibt nur noch die Frage, wann es denn los geht mit dem "Perfekten Start". Noch muss Franz Falk um Geduld bitten. "Wir müssen die Entscheidung über die Fördermittel für das Vorhaben abwarten. Aber wenn alles klappt, könnten wir vielleicht schon im Herbst loslegen."
Interessenten können sich ab Spätsommer/Herbst 2001 über den "Perfekten Start" informieren: Auskünfte dazu gibt Franz Falk, Tel.: (0711) 1657-271.




