Aktuell - Sonderthema 3/2001
Verdienste der Banken aus dem Kreditgeschäft
Die Eigenkapitalausstattung der Banken regelt sich derzeit nach KWG (Kreditwesengesetz) §10, 13 (3). Kommt es dazu, dass das haftenden Eigenkapital vom Risiko des einzelnen Kredites abhängig gemacht wird, müssten die Banken für höher bewertete Risiken eine höhere Eigenkapitaldeckung nachweisen. Wegen der Endlichkeit des den Banken zur Verfügung stehenden Eigenkapitals werden für mittlere und höhere Risiken Kreditmittel knapper.
Das von den Banken in höherem Maße zu "deponierende“ Kapital muss sich rentieren. Eine höhere Risikobewertung führt somit zwangsläufig zu höheren Zinssätzen. Nur wenn hohe Renditen locken, die den Aktionär fröhlich stimmen, greifen einige Banken den Mittelständlern noch gerne unter die Arme. Neugründungsfinanzierungen rechnen sich für manche Banken nicht mehr. Die Margen liegen extrem niedrig, Risiko und Kosten lassen sich damit nicht decken.
Dennoch gibt es auch nach den Basler Beschlüssen noch Banken für das Handwerk. Um das Risiko in Zukunft zu minimieren, vergeben alle Banken, also auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken, Kredite, wenn sich Firmen einer detaillierten Bonitätsprüfung unterziehen.
Nach den Vorschlägen der Basler Bankenaufsicht sollen die Banken ihre Zinskonditionen am Ausfallrisiko ausrichten. Das bedeutet aber, dass die Bonität der Schuldner in eine Rangfolge gebracht werden muss. Mit Ratings wollen sie alle Firmenkreditkunden durchleuchten, auch den Bäcker oder den Friseursalon. Ein gutes Rating verbilligt, ein schlechtes Rating verteuert Kredite. Offenheit gegenüber den Banken ist angesagt. Banken können es sich nicht mehr leisten, mit Unternehmen zu arbeiten, die nicht bereit sind, den Banken Transparenz zu verschaffen. Die Finanzierung hängt nicht mehr am Wohlwollen der Kundenbetreuer, vielmehr müssen diese sich an Vorgaben durch Ihr Kreditinstitut halten.
Die Banken werden diesen Vorgaben aus Basel und ihrer Bankenzentrale folgen müssen. Also müssen die Unternehmer umdenken. Knackpunkt bleibt aber die Eigenfinanzierung, die bei vielen Unternehmen schwach ausgeprägt ist. Hier kann gegebenenfalls durch das DtA-Eigenkapitalhilfeprogramm ein gewisser Ausgleich geschaffen werden.
Nach welchen Kriterien beurteilen Banken nun die Kreditwürdigkeit von mittelständischen Unternehmen?
- Managementqualifikation
- Kundenbeziehung
- Wirtschaftliche Verhältnisse
- Branchenentwicklung
- Unternehmensstrategie
- Perspektiven der geplanten Investitionen
Die Risikobewertung erfolgt derzeit mittels internem Ratingverfahren. Auch wenn diese Verfahren intern durch die Bank erarbeitet werden, führt das zu einem höheren Verwaltungsaufwand. Dieser wird den Unternehmen zumindest indirekt im Zinsaufwand weiter berechnet.




