Aktuell - Sonderthema 3/2001
Mit dem Unternehmen ins Web
Ins Internet gehen, ohne ins Netz zu gehen
Immer mehr Unternehmen entdecken das Internet. Alleine im Handwerk sollen Ende 2000 nahezu 50 Prozent aller Betriebe im Web vertreten gewesen sein, behauptet eine Studie des Zentralverbands des deutschen Handwerks. Grund genug, auch als Existenzgründer über die eigene Website nachzudenken.

Die Zahl der im Web vertretenen Betriebe sagt natürlich noch gar nichts über die Qualität ihrer Online-Auftritte aus. An ihr nämlich gibt es oft vieles zu verbessern. Der Grund: Unternehmer, die sich zum ersten Mal ins Web begeben, orientieren sich an bekannten Vorbildern: Imagebroschüren, Messeauftritten, Zeitungsartikeln. Schade, denn verkehrter geht es leider kaum.
"Hallo-hier-bin-ich-Seiten" nennen waschechte Internet-Freaks die Auftritte vieler Unternehmen der Old Economy gern. "Hallo, hier bin ich - und sonst weiß ich nichts zu sagen." Genau das ist das Problem. Die Internet-Pioniere wussten, wozu sie das Netz aufgebaut haben: zum Austausch von Informationen. Unternehmer machen dagegen oft den Fehler, ins Internet zu gehen, damit sie sagen können, "Ich bin drin." Die Website ist dann nicht viel mehr, als eine Imagebroschüre für den Bildschirm. Und für die Katz'.
Erwartungen befriedigen
Wer eine Internetseite besucht, verbindet seinen Besuch mit einer bestimmten Erwartungshaltung. Kurz gesagt: Er sucht entweder Information oder Unterhaltung. Außerdem bezahlt er jeden Moment, den er im Internet verbringt, durch seine Provider- und Telefongebühren. Deshalb ist seine Erwartungshaltung besonders hoch. Welcher Besucher soll es gut finden, für nichts anderes zu bezahlen, als für eine Selbstdarstellung, die er in Form einer Unternehmensbroschüre auch umsonst hätte bekommen können?
Erfolg im Internet verlangt deshalb Qualität. Nur ein Webauftritt, der informativ oder unterhaltend oder beides zugleich ist, kann Besucher an sich binden. Für ein Unternehmen, das ein Internet-Projekt mit der gleichen Ernsthaftigkeit betreibt wie den Aufbau einer Abteilung, versteht sich das aber ohnehin von selbst: Wer würde schon eine Abteilung finanzieren, deren Aufgabe nur darin bestünde, auf ihre eigene Existenz hinzuweisen? Übertrieben? Keineswegs. Wer dem Webauftritt weniger Achtung schenkt, macht Grundlegendes falsch.
Inhalt heißt im Internet nicht nur Text und bunte Bilder. Datenbankanwendungen machen Websites zu universellen Dienstleistungsplattformen. Websites können Bestellungen aufnehmen, strukturierte Informationen bereitstellen und beliebiges Datenmaterial zum Download anbieten. Ob diese Daten dann Texte, Grafiken, Töne, Filme oder Programme sind, spielt zunächst keine Rolle. Das Internet verbreitet Daten - und das in jeder Form.
Echten Inhalt bieten
Die schöne neue Welt der Online-Datenbanken hat aber einen entscheidenden Nachteil: Man muss die Inhalte zuerst besitzen. Die erste Frage lautet deshalb immer: "Weshalb wollen wir ins Web, und was möchten wir dort anbieten?"
Ein Trost: Es gibt Inhalte genug, die sich gut über das Internet anbieten lassen. Auch für Handwerksbetriebe. Da sind die Produktkataloge und Produktbeschreibungen, die die Standardinformationen über ein Unternehmen gut ergänzen können. Einen Schritt weiter folgen dann individuelle Bestellhilfen für Produkte. Eventuell kann auch über einen Online-Shop nachgedacht werden, der alle Stationen eines Warenhandels vom Angebot über die Bestellung bis hin zur Bezahlung abwickelt. Damit ist bereits der Schritt in den Bereich des E-Commerce getan.
Einen leicht verständlichen Einstieg in die Welt des Internets bietet handwerk.de, die Service-Plattform des Handwerks. Der Beitrag Internet für das Handwerk geht ausführlicher auf das neue zentrale Portal des Handwerks ein.
Die eigenen Seiten bekannt machen
Wenn dann alle Hürden genommen sind und es tatsächlich eine Website mit guten Inhalten gibt, ist es wichtig, sie auch bekannt zu machen. Ohne Besucher ist sie schließlich ziemlich nutzlos:
- Melden Sie Ihre Seiten bei den bekannten Suchmaschinen an. Wie das geht, wird auf jeder Suchmaschine genau erklärt. Diese Form der Anmeldung ist kostenlos. Wenn Sie Ihre Anmeldung auf bestimmte Suchmaschinen und Kataloge beschränken möchten, fragen Sie bei Ihren Kunden und Zulieferern nach, welche Suchdienste diese verwenden. Ein paar Stunden Arbeitszeit genügen, um das zu erledigen.
- Möchten Sie sich bei möglichst vielen Katalogen und Suchmaschinen eintragen, beauftragen Sie die Agentur damit, die Ihre Seiten erstellt hat.
- Wurden Ihre Seiten nicht von einer Agentur erstellt, können Sie sich Software-Lösungen zu Hilfe nehmen, die die lästige Arbeit für Sie übernehmen, nachdem Sie das gewählte Programm mit grundlegenden Informationen versorgt haben. Es gibt auch Websites von Dienstleistern, die diesen Job für Sie machen. Über die preiswertetesten Möglichkeiten, einen dieser beider Wege zu beschreiten, informiert Sie die Seite kostenlos.de.
- Unterhalten Sie eine Website bei handwerk.de, haben Sie sich damit automatisch in die größte deutsche Betriebsdatenbank des Handwerks eingetragen. Wer keine Website dort unterhält, kann den Eintrag aber auch nachholen.
- Nutzen Sie alle klassischen Werbemittel, um Ihre Internet-Seiten bekannt zu machen: Briefköpfe, Umschläge, Visitenkarten, Werbegeschenke, Fahrzeugwerbung, Arbeitskleidung, Ihre Telefonwarteschleife, Zeitungsinserate, Plakate...
- Erkundigen sie sich nach Werbemöglichkeiten auf fremden Internet-Seiten. Diese Bannerwerbung kann über einen Link Besucher direkt zu Ihnen locken!




