Aktuell - Sonderthema 3/2001
Vorsicht statt Nachsicht
Zwanzig typische Fehler - und wie Sie sie verhindern können
Es gibt Fallen, in die vor Ihnen schon viele andere gegangen sind. Machen Sie es ihnen nicht nach. Typisch für typische Fehlerquellen ist, dass sie sich verhindern lassen.

Wenigstens in die folgenden zwanzig Fangeisen müssen Sie wirklich nicht treten.
1. Unzureichende berufliche, fachliche und persönliche Qualifikation des Unternehmers
Bilden Sie sich gründlich weiter. Sammeln Sie vor Ihrer Betriebsgründung Erfahrungen in verschiedenen Betrieben, in unterschiedlichen Positionen, möglichst auch im kaufmännischen Bereich und in Tätigkeiten mit Kundenkontakt.
2. Falsches Unternehmenskonzept
Erarbeiten Sie sich eine Gründungsstrategie. Halten Sie Ihre Überlegungen schriftlich fest, und prüfen Sie die Voraussetzungen kritisch, auf denen Ihr Konzept basiert.
3. Fehlende Marktkenntnisse
Verschaffen Sie sich einen möglichst umfassenden Einblick in die Branche, in der Sie sich betätigen wollen. Lesen Sie Fachzeitschriften, besuchen Sie Messen, sprechen Sie mit Unternehmern aus dieser Branche.
4. Keine Analyse vor der Betriebsübernahme
Nehmen Sie den Betrieb, den Sie übernehmen wollen, sorgfältig unter die Lupe. Lassen Sie sich nicht durch Äußerlichkeiten blenden. Lassen Sie den Betrieb und den geforderten Kaufpreis von neutralen Beratern prüfen.
5. Häufiger Mitarbeiterwechsel
Bereiten Sie die Einstellung von Mitarbeitern gründlich vor. Erstellen Sie ein Anforderungsprofil, und nehmen sie sich in der Einarbeitungsphase viel Zeit für die neuen Mitarbeiter.
6. Falsche Betriebsstätte
Suchen Sie Ihre Betriebsräume sorgsam aus. Der Standort, die Größe und der Preis müssen stimmen.
7. Nachlässige Ermittlung des Kapitalbedarfs
Vergessen Sie nicht, dass Sie Aufträge vorfinanzieren müssen.
8. Unzureichende und fehlerhafte Finanzierung
Finanzieren Sie Investitionen in das Anlagevermögen solide mit angemessenem Eigenkapitalanteil und langfristigen Darlehen. Berücksichtigen Sie bei der Finanzierung auch den Kapitalbedarf im Umlaufvermögen.
9. Überschätzung der Ertragskraft
Rechnen Sie vorsichtshalber nicht damit, dass Sie gleich von Beginn an den Betrieb voll auslasten und Spitzenpreise verlangen können.
10. Fehlende Planung
Berechnen Sie eine detaillierte Rentabilitätsvorschau und erstellen Sie eine Liquiditätsplanung. Fehler in Ihrem Konzept werden dadurch schnell ersichtlich.
11. Schlechte Organisation
Berücksichtigen Sie ausreichend und qualifizierte Mitarbeiter für die Verwaltung des Betriebes. Nehmen Sie sich Zeit für die Überwachung des Betriebes.
12. Falsche bzw. fehlende Kostenrechnung und Kalkulation
Berechnen Sie Ihren Stundenverrechnungssatz und Ihren Handelsaufschlag. Vergessen Sie keinesfalls die genaue Aufzeichnung der Arbeitszeiten und die Nachkalkulation der Aufträge.
13. Mangelnde Buchführung
Buchführung ist mehr als ein notwendiges Übel für das Finanzamt. Sie liefert die Grundlagen für die Überwachung und die Kalkulation. Beauftragen Sie Fachleute mit Ihrer Buchhaltung, und sorgen Sie für aussagefähige Informationen aus der Buchhaltung.
14. EDV-Einsatz ohne Vorbereitung
Erstellen Sie ein Pflichtenheft für Ihre EDV. Kaufen Sie nur bei Händlern, die auch einen zuverlässigen Service bieten. Holen Sie sich vor dem Kauf von EDV-Programmen Referenzen ein.
15. Nichtbeachtung der steuerlichen Pflichten
Nehmen Sie sich einen guten Steuerberater, der Ihnen hilft, Steuern zu sparen, und der dafür sorgt, dass Sie Ihre Steuererklärungen rechtzeitig abgeben.
16. Falsche Gestaltung der Miet-, Pacht-, Kauf-, Arbeits- und Gesellschaftsverträge
Sparen Sie nicht an der Rechtsberatung. Schließen Sie schriftliche Verträge ab, die von einem Fachmann geprüft werden.
17. Falsche Rechtsform
Achten Sie bei der Wahl der Rechtsform nicht nur auf die Möglichkeiten der Steuerersparnis oder einer vermeintlichen Haftungsbeschränkung. Berücksichtigen Sie alle relevanten Kriterien.
18. Über- und Unterversicherung
Denken Sie an die Risikovorsorge. Bedenken Sie aber auch: Ohne unternehmerisches Risiko geht es nicht.
19. Nichtbeachtung der Gründungsformalitäten
Melden Sie den Betrieb rechtzeitig bei den betreffenden Stellen an. Informieren Sie sich vorab, ob Sie die geplante Tätigkeit ausführen dürfen.
20. Fehlende oder zu späte Beratung
Lassen Sie sich schon im frühen Stadium Ihrer Gründungsüberlegungen von qualifizierten Beratern beraten, die Erfahrungen in Ihrer Branche haben.




