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Aktuell - Sonderthema 3/2001

Zielgerichtet vorgehen

Der Unternehmensplan

Eine Existenzgründung spielt sich anfangs vor allem im Kopf eines Gründers ab. Gedanklich  wird das Konzept entwickelt, werden die ersten Schritte geplant. Diese Art der Planung birgt die große Gefahr, dass nicht alle Bereiche des Vorhabens einbezogen und dass die Schwachstellen des Konzepts nicht erkannt werden.

Symbolbild: Unternehmensplan

Die Risiken, die beim Schritt in die Selbständigkeit ohnehin bestehen, werden durch eine unzureichende Planung noch erhöht. Mehr Planungssicherheit bringt ein schriftlicher Unternehmensplan.

Allein schon durch die schriftliche Fixierung der Gedanken wird der Verfasser gezwungen, sich konkret zu fassen, sich intensiver mit dem Vorhaben auseinander zu setzen als bei bloßen Gedankenspielen. In der schriftlichen Version wird auch ganz schnell ersichtlich, ob alle wesentlichen Punkte berücksichtigt sind und ob der Gründer gute Erfolgschancen besitzt.

Spätestens beim Gespräch mit der Bank wird nach dem Unternehmensplan gefragt. Es ist heute üblich, dass Kreditgeber von den Existenzgründern ein schriftliches Konzept verlangen, in dem die wichtigsten Elemente ihrer Gründungsplanung dargestellt sein sollen.

Eine wichtige Funktion des Unternehmensplans ist somit, einen Kreditgeber vom Erfolg des Vorhabens zu überzeugen, ihm klar zu machen, dass an alles gedacht ist und ihm zu verdeutlichen, dass der Gründer klare Vorstellungen von seinem Unternehmen hat und nicht einfach in den Tag hinein wurstelt. Wichtige Unternehmereigenschaften werden durch den aussagefähigen Plan unter Beweis gestellt: Ziele setzen, konkret planen können und Maßnahmen ergreifen, die der Zielerreichung dienen.

Denken Sie auch an die äußere Form. Überzeugen Sie durch saubere schriftliche Unterlagen. Tadellose Rechtschreibung, ein ordentlicher Druck und eine klare Gliederung bringen die ersten Pluspunkte bei Ihrer Präsentation. Für den Umfang eines Unternehmensplans gibt es übrigens nur eine grobe Faustregel: Je umfangreicher das Projekt, desto umfangreicher muss auch der Plan ausfallen.

Wenn Sie einen Unternehmensplan erstellen, dann sehen Sie dafür mindestens einige Tage Zeit vor. Sammeln Sie ihre Gedanken zum Unternehmen, strukturieren Sie sie, überarbeiten Sie das Konzept immer wieder. Geben Sie es Bekannten zum Lesen. Bringen Sie dabei alle die Punkte zum Ausdruck, die für Sie und für Ihr Vorhaben sprechen. Erwähnen Sie auch die Risiken, die zu erwarten sind. Die folgenden Schritte sollen Ihnen helfen, Ihren Plan zu erstellen. Sie ergeben eine Checkliste für die Elemente, die in Ihrem Plan enthalten sein sollen.

1. Wann erstellen Sie einen Unternehmensplan (Geschäftsplan, Businessplan)?

  • Für die eigene Orientierung: Wo stehe ich? Wo will ich hin?
  • Vor einer Existenzgründung
  • Vor entscheidenden Investitionen
  • Bei Unternehmenskrisen
  • Bei drohender Insolvenz: Das Erstellen eines Geschäftsplans ist dann vorgeschrieben
  • Bei der Suche nach Kapitalgebern
  • Bei Verhandlungen mit der Bank und im Zusammenhang mit Rating
     

2. Wie wird ein Unternehmenskonzept erstellt?

  • Die Zielsetzungen erarbeitet der Unternehmer selbst!
  • Anforderungen an die äußere Form berücksichtigen! (Das Auge ist der erste Richter!)
  • Die Gliederung beachten und alle wichtigen Punkte aufführen
  • Keine falsche Bescheidenheit; aber auch nicht übertrieben optimistisch
  • Die eigenen Stärken eindeutig hervorheben
  • Schwachstellen aufzeigen und benennen
  • Zahlen und Einschätzungen belegen (Quellennachweis)
  • Aus einem Guss erstellen
  • Das Konzept muss wachsen, d.h.: Mehrfach überarbeiten!
     

3. Wie ist ein Unternehmenskonzept aufgebaut?

  • Kurze Zusammenfassung der Ausgangssituation, der Ziele und der Maßnahmen
  • Angaben zum Betrieb:

          Branche
          Größe
          Standort
          Rechtsform
          Besitzverhältnisse
          Angaben zu den Personen (Lebensläufe beilegen)
          Geschichte des Unternehmens
          Das Produkt- und Leistungsprogramm
          Die Kundenstruktur
          Mitarbeiter

  • Wirtschaftszahlen der letzten drei Jahre (möglichst in komprimierter Form)
  • Beschreibung des Vorhabens und der Ziele
  • Beschreibung der geplanten Maßnahmen
  • Angaben zu den geplanten Zeitpunkten und Zeiträumen: Wann soll was geschehen? Bis wann soll welcher Stand erreicht sein?
  • Planzahlen: Die Gewinn- und Verlustrechnung für die nächsten zwei bis drei Jahre
  • Äußerungen von externen Spezialisten beilegen, wie Steuerberater, Handwerkskammer, Fachverband
  • Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Prospekte beilegen

Übrigens: Falls Sie eine ausführliche Beschreibung und Mustervorlagen zur konkreten Umsetzung eines Geschäftsplans suchen, dann werden Sie im Gründerportal der L-Bank fündig, wo Sie sich entsprechendes Material herunterladen können.


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