Aktuell - Sonderthema 3/2002
Kommunikation
Mehr als nackte Zahlen: Weiche Erfolgsfaktoren für Kooperationen
Damit aus verschiedenen Einzelunternehmen erfolgreiche Teamplayer werden, braucht es mehr als gute Ideen, fachliches Know-how oder juristischen Beistand. Mitentscheidend ist, ob die Chemie zwischen den Beteiligten stimmt und dass in der alltäglichen Arbeit nichts aus der Balance gerät.

Aber auch daran lässt sich arbeiten. Mit etwas Aufwand für den Einzelnen und mit hohem Nutzen für das Team. Unsere Übersicht zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Spielregeln formulieren ist gut - Spielregeln einhalten ist besser
Über die gemeinsamen Ziele und den Weg dorthin haben Sie sich in vielen Meetings verständigt. Und dann passiert es doch: Kaum wurde mit der Arbeit begonnen, lösen längst geklärt geglaubte Fragen Missverständnisse und bisweilen erste Unstimmigkeiten aus. Das bindet Arbeit, benötigt Zeit und kostet Geld. Deshalb beachten Sie folgende Punkte:
- Absprachen und Zusagen - auch mündlich getroffene - sind unbedingt einzuhalten.
- Sie erwarten von den beteiligten Unternehmen Fairness und Loyalität. Ihre Partner erwarten dasselbe von Ihnen.
- Zuverlässigkeit, das Einhalten von Terminen und vereinbarten Qualitätsstandards sind unverzichtbar - im Team und gegenüber den Kunden.
- Partner denken für das Team mit. So lassen sich Fehler beheben, bevor der Kunde sie bemerkt.
Vertrauensbasis schaffen
Auf den ersten Blick erscheint es geradezu paradox: Kooperationen scheitern, wenn nicht alle Beteiligten das gemeinsame Ziel im Auge behalten. Aber Kooperationen scheitern ebenso, wenn der individuelle Nutzen des Einzelnen vor lauter Gruppenwohl nicht mehr erkennbar ist.
Wenn Verbindendes gestärkt werden und die Eigenarten nicht verloren gehen sollen, sind alle Beteiligten auf ein "gutes Betriebsklima" angewiesen. Arbeiten Sie daran, dass Vertrauen entstehen kann. Tragen Sie durch Ihr eigenes Verhalten dazu bei, dass einmal entstandenes Vertrauen nicht beschädigt wird.
- Kooperationen brauchen Engagement. Bleiben Sie als Partner jederzeit ansprechbar und diskret.
- Ehrliche und offene Rückmeldungen sind wichtig.
- Stehen Sie zu Ihren Fehlern.
- Bleiben Sie verlässlich und berechenbar.
- Verletzungen müssen vermieden werden.
Kooperation ist Kommunikation
Nicht jeder kann sich um alles kümmern. Deshalb müssen Informationen in Kooperationsprojekten fließen und zugänglich sein. So schaffen Sie die Voraussetzungen für ein effektives Informationsmanagement:
- Informationen werden den anderen Partnern regelmäßig und rechtzeitig zur Verfügung gestellt.
- Vereinbaren Sie Zuständigkeiten und bestimmen Sie Ansprechpartner zu den verschiedenen Themengebieten.
- Gemeinsame Sitzungen der Kooperationspartner müssen vorbereitet sein.
- Sorgen Sie dafür, dass die EDV-Systeme der Kooperationspartner zusammen passen. Das erleichtert den
Informationsaustausch, erspart viel Zeit und manchen Ärger. - Dokumentieren Sie das Projekt in seinen einzelnen Phasen. So schaffen Sie Transparenz.
- Beauftragen Sie einen "ständigen Protokollführer".
Wie wäre es mit etwas Geprächskultur?
Die meisten von uns haben es schon einmal erlebt. Stundenlange Besprechungen mit regelmäßig sich wiederholenden Wortbeiträgen von immer den selben Leuten. Und Ergebnisse? Aber sicher doch! Das Thema wird auf Wiedervorlage gelegt und der Termin für die nächste Sitzung im Kalender vermerkt.
Effektive Kommunikation im Sitzungssaal erfordert eine angemessene "Gesprächs-Kultur". Hier die wichtigsten Kulturtechniken:
- Verpflichten Sie sich auf eine ergebnisorientierte Gesprächsführung.
- Achten Sie darauf, dass alle Partner zu Wort kommen können.
- Aktives Zuhören hilft dabei, den Sitzungsablauf zu straffen.
- Arbeitsgruppen arbeiten mit Hilfe von Moderatoren zielgerichteter.
- Störungen oder Konflikte können nicht ausgeschlossen werden. Vereinbaren Sie auch hier ein Linie, wie mit entsprechenden Situationen umgegangen werden soll.
- Qualifizieren Sie sich, indem Sie frühzeitig von Gesprächstrainings und Teamentwicklungsangeboten Gebrauch machen.




