Aktuell - Sonderthema 3/2002
Erlaubt ist, was funktioniert
Kooperationen - Ein Modell mit Zukunft
Es herrscht Aufbruchstimmung in der Region. Mit dem Projekt Stuttgart 21 und dem Messeneubau auf den Fildern stehen in den kommenden Jahren außergewöhnlich große Bauvorhaben an. Und mit etwas Glück könnten noch die Olympischen Spiele 2012 hinzu kommen.
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Über die Aussichten des Handwerks, sich ein ordentliches Stück von diesem Auftragskuchen zu sichern, entscheidet zunehmend die richtige Strategie. Die Konkurrenz zu Großanbietern setzt kleine und mittlere Unternehmen unter Zugzwang, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Neben dem Preiskampf hat auch die gestiegene Nachfrage nach Komplettlösungen im Bau- und Ausbaubereich die Marktsituation nachhaltig verändert. - Schlechte Zeiten für Einzelkämpfer.
Eine wachsende Zahl von Betrieben sucht nach Lösungen und beschäftigt sich mit Kooperationen. Welche Form der Zusammenarbeit sich tatsächlich dahinter verbirgt, unterscheidet sich je nach Branche, Auftrag und den Zielen der Beteiligten. Nach einer Studie der DZ Bank vom Herbst 2001 nehmen die traditionellen Zusammenschlüsse wie Vertriebs- und Einkaufskooperationen mit 68 Prozent bzw. 58 Prozent weiterhin die Spitzenplätze ein. Bietergemeinschaften, vorwiegend in der Baubranche von Interesse, kommen auf 56 Prozent. Produktionskooperationen gingen 34 Prozent der befragten Betriebe ein. Zentrales Kooperationsmotiv sind die erwarteten Kosteinsparungen.
Hoher Beratungsbedarf
Kooperationen sind ihrem Wesen nach freiwillig, benötigen ein gemeinsames Ziel und arbeiten wirtschaftlich selbstständig. So weit, so gut. Die Idee ist attraktiv, löst aber zunächst erhebliche Unsicherheiten aus und stößt bisweilen auf Skepsis. Entsprechend hoch ist der Beratungsbedarf von mittelständischen Unternehmen. Nachgefragt werden vor allem Beratungsleistungen zu Konzepten und Rechtsformen sowie Prozessbegleitung.
Ganz gleich, wie attraktiv ein gemeinsames Projekt erscheine, müsse eine Voraussetzung erfüllt sein, meint Franz Falk, Managementexperte der Handwerkskammer Region Stuttgart: "Die Partner müssen zusammen passen." Aussagekräftige Kriterien seien die Größe der Unternehmen, ihre Finanzkraft, die Erfahrung und die Qualitätsstandards.
Mut zur Innovation
Weder zu unterschiedlich noch zu ähnlich sollten die zukünftigen Partner sein. In beiden Fällen sei die Gefahr des Scheiterns zu groß, stimmt Manfred Müller, Vorstand der BIEGE 21, eines 1988 gegründeten Unternehmensverbundes, zu. Müller ist unter anderem als Projektmanager tätig.
Er spricht sich für eine detaillierte und langfristige Vorbereitung aus. Jedoch sei der Erfolg der Kooperation nur bedingt planbar: "Kooperationen brauchen eine Vertrauensbasis", so Müller. Und dazu zähle auch der Mut, über den eigenen Tellerrand zu blicken, aus der Praxis zu lernen und die begonnene Zusammenarbeit auch in in kritischen Phasen weiter zu entwickeln.




