Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 5/2001

"Nun kann nichts mehr aus dem Ruder laufen..."

50 Absolventen schließen als Staatlich anerkannte Betriebswirte des Handwerks ab

Strahlende Gesichter sah der Abend des 19. Mai genug - zumindest in Stuttgart-Weilimdorf. Er brachte den frisch gebackenen Absolventen der Landesakademie den Abschluss Staatlich anerkannter Betriebswirt des Handwerks ein, auf den sie fünf Semester lang gepaukt hatten.

Dokumentation: Helmut Kotz   Dokumentation: Abschlussfeier 2001

"Wir im Handwerk sind ja Realisten, und wenn ich es realistisch betrachte, kann jetzt bei Ihnen nichts mehr aus dem Ruder laufen," beglückwünschte Helmut Kotz, Vizepräsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, die frisch gebackenen Betriebswirte des Handwerks, die am 19. Mai ihre Urkunden in Empfang nehmen konnten.

Im dreißigsten Jahr der Landesakademie des Handwerks war es der Studienjahrgang 1998, der die Früchte seiner Anstrengungen ernten konnte. Fünfzig Absolventen, darunter sieben Frauen, nahmen die Glückwünsche von Prof. Dr. Hermann Förschler entgegen. Er war einer der Väter der Akademie und kann heute stolz zurück blicken: "Dreißig Jahre sind eigentlich keine lange Tradition, wenn man sich vor Augen hält, dass beispielsweise die Universität Tübingen auf 500 Jahre Geschichte schaut. Aber was alles geleistet wurde, in diesen dreißig Jahren, das kann sich schon sehen lassen."

Dokumentation: Abschlussfeier 2001

Als bisheriger Studienleiter räumte Förschler dieses Jahr auf eigenen Wunsch den Platz für seinen Nachfolger Prof. Dr. Werner Rössle. Er und und Hauptgeschäftsführer Claus Munkwitz von der Handwerkskammer überreichten dem Jahrgangsbesten eine besondere Ehrung: Der 29 Jahre alte Gas- und Wasserinstallateur Thomas Lauer aus Waiblingen-Beinstein erhielt für seine Leistungen eine Adalbert-Seifriz-Urkunde. Die Auszeichnung nahm Thomas Lauer bescheiden entgegen: "Jahrgangsbester hätte auch jeder andere sein können."

Hauptgeschäftsführer Munkwitz baut neben der Leistung der Absolventen auch auf das Wandlungspotenzial der Akademie. So weist er auf ein Telelearning-Projekt hin, mit dem die Akademie dem Wandel der Lernmethoden Rechnung trage. Auch die Bildungsträger müssten sich dem Medium Internet öffnen, sagte Munkwitz.

Thomas Lauer: Immer am Ball bleiben und konsequent lernen

Erfolg kommt nicht von selbst

Dokumentation: Thomas Lauer

Als bester Absolvent seines Jahrgangs erhielt Thomas Lauer aus Waiblingen-Beinstein auf der Abschlussfeier der Landesakademie eine Adalbert-Seifriz-Urkunde verliehen. Der 29-jährige Gas- und Wasserinstallateur ist seit Herbst 2000 in führender Funktion bei der Drexler Heizungs- und Sanitärtechnik GmbH & Co. KG in Stuttgart Bad-Cannstatt beschäftigt. In dieser Position ist Thomas Lauer sowohl in personelle als auch in allgemeine unternehmerische Entscheidungen eingebunden.

Herr Lauer, denken Sie, dass Sie Ihre heutige Position Ihrer Fortbildungsmaßnahme zum Staatlich anerkannten Betriebswirt des Handwerks verdanken?

Ohne den Betriebswirt des Handwerks hätte ich diesen Karrieresprung nicht geschafft. Ich sehe meine Zeit im BTZ deshalb sehr positiv.

Die Entscheidung, diese Fortbildung ausgerechnet in Weilimdorf zu machen: war das Zufall? Lag es daran, dass Weilimdorf nicht weit weg liegt von Beinstein?

Nein. Für mich war es ein ganz wichtiges Argument, dass der Betriebswirt, den man bei der Handwerkskammer Region Stuttgart erwerben kann, staatlich anerkannt wird.

Fünf Semester sind eine lange Zeit, wenn man eigentlich berufstätig ist. War es nicht manchmal einfach zu viel?

Sicher, zeitweise strengt es schon ganz schön an. Aber dafür war es auch sehr kurzweilig. Die fünf Semester gingen viel zu schnell vorbei, und der Erfolg, den ich hatte, hängt zu einem großen Teil mit den Dozenten der Akademie zusammen. Ich war meistens sehr zufrieden mit ihnen.

Welchen Tipp würden Sie den Handwerkern geben, die jetzt in Weilimdorf ihre Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks beginnen?

Ich kann nur sagen, dass man einfach immer am Ball bleiben muss. Konsequentes Lernen war mein ganzes Erfolgsrezept, und außerdem hatte ich die ganze Zeit über die Unterstützung durch meine Frau. Das war mir enorm wichtig. - Auf alle Fälle würde ich einem jungen Meister, der voran kommen will, den Betriebswirt des Handwerks jederzeit empfehlen.


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