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Aktuell - Sonderthema 7/2001

Rückenprobleme - Eine Volkskrankheit?

Zum Vorbeugen ist es nie zu früh

Spricht man im Kollegen- oder Freundeskreis das Thema Rückenschmerzen an, hört man eines immer wieder: "Dieses Problem kenne ich!" Rund 80 Prozent der Deutschen leiden früher oder später einmal unter Rückenbeschwerden. Sind Rückenschmerzen heutzutage normal?

Symbolbild: Rückenprobleme

Wer sich informiert, weiß es besser: Es sind oft die gleichen Gründe, die zu Hexenschuss, Ischias, Schulter- und Nackenschmerzen oder Bandscheibenschäden führen. Gefahr erkannt - Gefahr gebannt?

Wussten Sie schon, dass Rückenprobleme...

...schon sehr früh erkannt werden können?

Symbolbild: Rückenprobleme

Sie haben bei der Arbeit nur "ab und zu mal ein Ziehen im Kreuz", fühlen sich aber ansonsten vollkommen wohl? - Vorsicht, nehmen Sie diese ersten Anzeichen nicht auf die leichte Schulter! Wenden Sie sich rechtzeitig an Ihren Arzt. Er wird Ihnen gerne weiterhelfen und Sie an eine Bewegungsfachkraft vermitteln.

...keine Alterskrankheit sind?

Symbolbild: Rückenprobleme

Es sind keineswegs nur ältere Leute, sondern überwiegend Menschen in den mittleren Lebensjahren, die den Arzt aufsuchen, weil sie sich nur noch mit Schmerzen bewegen können. Nach dem Motto "Vorbeugen ist besser als Heilen" sollten Sie insbesondere bei der täglichen Arbeit Rücksicht auf Ihren Rücken nehmen.

...die häufigste Ursache für Arbeitsausfall sind?

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Erkrankungen des Bewegungsapparats sind mit Abstand die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle. Die volkswirtschaftliche und gesundheitspolitische Bedeutung der Beschwerden ist immens. Überlegen Sie selbst, wie gering der Aufwand für eine gesunde Körperhaltung ist, verglichen mit der Zeit und den Anstrengungen, die Ihnen ein Rückenleiden abverlangt. Warten Sie also nicht zu lange, sondern beugen Sie - vor allem am Arbeitsplatz - schon heute Rückenproblemen vor!

Achten Sie auf eine gesunde Körperhaltung und hüten Sie sich vor mangelnder Bewegung. 

Einseitige Körperhaltung

Wenn der Rücken schmerzt, können sowohl Teile des aktiven (Muskulatur und Sehnen) als auch des passiven Bewegungsapparats (Knochen, Gelenke, Bandscheiben und Bänder) betroffen sein. Häufigste Ursachen für eine Schädigung des passiven Bewegungsapparats sind Fehlbelastung oder Überbelastung der Wirbelsäule durch einseitige Körperhaltung, zum Beispiel beim Bücken, Tragen, Sitzen oder Stehen. Oft gewöhnen sich die Betroffenen eine schmerzbedingte Schonhaltung an, die zu einer Verkürzung oder Abschwächung der stabilisierenden Muskulatur führt. Es entsteht ein muskuläres Ungleichgewicht (Dysbalance).

Zum Vorbeugen ist es nie zu früh

Damit "alles wie geschmiert läuft", arbeiten passiver und aktiver Bewegungsapparat nach einem abgestimmten Plan zusammen. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule als tragendes Gerüst unseres Oberkörpers durch die Muskulatur von Bauch und Rücken entlastet und in ihrer natürlichen Form stabilisiert wird.

Symbolbild: Bewegungsmangel

Einseitige Belastung, monotone Bewegungsabläufe und Bewegungsmangel führen zu einer Schwächung der Bauchmuskeln und vor allem zur Verkürzung der stützenden Rückenstrecker. Auch andere stabilisierende Muskelpartien des aktiven Bewegungsapparats können betroffen sein: Die Muskulatur an Schulterblatt und Gesäß wird geschwächt, während sich die Brust-, Schulter und Oberschenkelmuskeln verkürzen.

Außerdem beschleunigen einseitige Körperhaltung und mangelndes Training der stützenden Rückenmuskulatur die Abnutzung der Bandscheiben erheblich.

Bewegungsmangel

Ein weiterer Faktor, der besonders häufig zu Rückenbeschwerden führt, ist der Mangel an Bewegung: Die Muskeln des aktiven Bewegungsapparats werden nicht ausreichend trainiert und können ihre Stützfunktion für die Wirbelsäule nicht mehr wahrnehmen. Auch für die Bandscheiben ist ausreichend Bewegung wichtig: Abwechselnde Be- und Entlastung sorgen für den wichtigen Stoffaustausch mit dem umgebenden Gewebe. Bewegungsmangel kann zu einer Unterversorgung der Bandscheiben führen.

Zum Vorbeugen ist es nie zu früh

Symbolbild: Bewegungsmangel

Der Rücken und vor allem die Bandscheiben 'leben' von der Bewegung. Denn Bewegung ist im doppelten Sinne gesund: Zum einen werden Muskelpartien, die bei der alltäglichen Arbeit vernachlässigt werden, aufgebaut. Zum anderen wird der Stoffaustausch der Bandscheiben durch ständige Be- und Entlastung aktiv unterstützt. Gleich einem Schwamm saugen die Bandscheiben bei Entlastung wichtige Nährstoffe auf und geben bei Belastung Abfallstoffe des Stoffwechsels ab.

"Bei der Arbeit bewege ich mich doch genug, oder?"

Obwohl sich gerade Handwerker "mehr als genug" bewegen, leiden sie trotzdem häufig unter Rückenbeschwerden. Hauptursache ist die starke und vielfach einseitige Belastung ihres Bewegungsapparats. Deshalb sollten gerade sie auf eine gesunde Körperhaltung achten und durch regelmäßiges Dehnen und Kräftigen der Muskulatur etwas für Ihren Rücken tun.

Zum Vorbeugen ist es nie zu früh

Wer etwas gegen seine Rückenschmerzen unternehmen möchte, fängt am besten dort an, wo ein großer Teil der Probleme entsteht - am Arbeitsplatz. Schon die richtige Haltung bei stehenden Tätigkeiten sowie beim Heben und Tragen wirkt oft Wunder. Generell gilt: Rücken gerade halten, Kraftakte vermeiden und Lasten gleichmäßig verteilen. Bei längeren Arbeiten in der gleichen Körperhaltung verschaffen schon kurze Haltungswechsel eine spürbare Erleichterung.

Symbolbild: Heben

Auch in der Freizeit empfiehlt sich ein gesundes Maß an Bewegung. Gelegentliche 'Räkelpausen' beim Autofahren, kleine Bewegungsübungen nach dem Aufstehen und beim Fernsehen oder gelegentliche leichte Kniebeugen erfordern keinen großen Aufwand. Oder benutzen Sie im Kaufhaus öfter mal wieder die Treppe statt des Aufzugs.

Zuhause gibt schon eine Viertelstunde Gymnastik pro Tag dem Rücken die Bewegung und Kräftigung, die ihm im Arbeitsalltag fehlen. Für besonders Aktive empfiehlt sich ein möglichst vielseitiges Bewegungsprogramm. Zu einem ausgewogenen Trainingsplan gehören:

  • Theorie über Aufbau und Funktion des Bewegungsapparats
  • Ausdauertraining zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
  • Koordinationsübungen, zum Beispiel zur Schulung von Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit
  • Elemente der funktionellen Gymnastik - Sie beinhaltet einfache Übungen zum Aufwärmen, zur Lockerung, Dehnung und Kräftigung der Muskulatur sowie zur Mobilisation von Gelenken und Wirbelsäule.

Begleitend sind rückenfreundliche Sportarten wie Walking, Rückenschwimmen oder Radfahren besonders geeignet.


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