Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 8/2001

Heißes Badewasser durch Sonnenenergie

Interview mit Johannes Fluhr, Geschäftsführer der J. Fluhr GmbH, Stuttgart

Vor neun Jahren begann der SHK-Betrieb von Johannes Fluhr seine Arbeit mit Solaranlagen. Inzwischen gehört die Installation von Sonnenkollektoren zu einem festen Bestandteil des Stuttgarter Unternehmens. Johannes Fluhr gibt Auskunft darüber, wie die Wärme der Sonne ins Haus kommt.

Johannes Fluhr, Solarzellen

Welche Produkte installiert die Fluhr GmbH?

Fluhr: Grundsätzlich bauen wir Bäder und Heizungen. Im Solarbereich installieren wir Produkte von der Firma Paradigma. Paradigma stellt Solaranlagen für Heizung und Warmwasser her. Wir bringen Flachkollektoren und so genannte Vakuumröhrenkollektoren mit entsprechenden Wasserspeichern an.

Wie funktionieren diese Kollektoren?

Fluhr: Sie haben einen Sonnenkollektor auf dem Dach. Der hat eine Wärmetauschfläche, die schwarz verchromt ist. Die schwarze Oberfläche absorbiert die Sonnenstrahlen besonders gut. Nun erhitzt sich der Kollektor und warmes Wasser wird nach unten in den Speicher gepumpt. Gleichzeitig strömt kühleres Wasser aus dem Speicher wieder nach oben. Man erhält also einen Wasserkreislauf.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Sonnenkollektoren zu installieren?

Fluhr: Angefangen haben wir 1992. Wir, das sind vier Mitarbeiter und eine Halbtagskraft. Für mich lag es damals auf der Hand. Da mussten wir einfach einsteigen. Solarenergie ist die beste Möglichkeit, die Umwelt zu schonen und fossile Brennstoffe einzusparen. Außerdem war es ein völlig neuer Markt.

Braucht man für Ihre Arbeit eine Spezialausbildung?

Fluhr: Als wir mit der Installation der Kollektoren begonnen haben, gab es noch keine Ausbildung für diesen Beruf. Wir mussten uns das nötige Wissen selbst erarbeiten. Mittlerweile gibt es die Ausbildung zum Solarteur. Aber ich bin mir sicher, dass der Inhalt, den diese Ausbildung vermittelt, in unserem Betrieb längst bekannt ist.

Und wie ist zurzeit der Bedarf an Sonnenkolletoren?

Fluhr: Unsere Abnehmer sind vor allem Privatpersonen, also Häuslebauer. In den meisten Fällen arbeiten wir an Einfamilienhäusern. Die Montage der Kollektoren dauert einen Tag. Es müssen jedoch oft noch Verbindungsleitungen bis zum Speicher gelegt werden. Also, großzügig gerechnet dauert eine Installation drei bis vier Tage. Die Kosten für den Verbraucher erstrecken sich von 15.000 DM aufwärts.

Welche Fördermittel gibt es?

Fluhr: Der Kunde erhält 25 Prozent Zuschuss, wenn er sich eine Solaranlage einbauen lässt. Bisher war das immer ein gutes Marketing-Instrument, um Leute anzulocken. Aber ehrlich gesagt, ist es mir bisher nicht gelungen, mir einen Überblick über die Fördermittel zu verschaffen. Denn bis man richtig Bescheid weiß, werden sie wieder gestrichen.

Wie stellen Sie sich die Zukunft für Ihr Unternehmen vor?

Fluhr: Wenn die Energiepreise steigen, wird das Geschäft sicher wieder interessanter. Die Kunden, die wir zurzeit haben, sind besonders umweltbewusst. Sie achten vor allem auf den verringerten Schadstoffausstoß und weniger darauf, bares Geld zu sparen. Denn was man durch Solaranlagen an Schadstoffen einspart, das geht in keine Rechnung ein.


SR


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