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Aktuell - Sonderthema 8/2001

Strom kostenlos von der Sonne

Egon Käfer, Elektroinstallateur aus Ditzingen befindet sich auf neuen Wegen

Kann der Bäcker seine Brötchen in Zukunft mit Hilfe der Sonne backen? So absurd wie die Frage auf den ersten Blick scheint, ist sie überhaupt nicht. Das beweist Egon Käfer, Elektroinstallateur aus Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg. Auf der Suche nach alternativen Energien installiert er elektrische Geräte der ganz besonderen Art. Nämlich so genannte Solarmodule. In der Fachsprache heißen diese Module Photovoltaik-Anlagen. Diese Anlagen wandeln das Sonnenlicht in Energie um und erzeugen somit Strom.

Egon Käfer, Solarzellen

Doch was ist, wenn die Sonne mal nicht scheint? Auch dafür hat der Elektromeister Vorsorge getroffen. Käfer installiert nicht nur Solarmodule, sondern auch Windräder. "Diese rentieren sich besonders im Frühjahr und Herbst, denn da sind die Winde am stärksten," erklärt Käfer. Zusammen mit zwei Mitarbeitern installiert er die Photovoltaik-Anlagen in vier bis fünf Tagen. Je nach Wunsch des Kunden werden nur Solarmodule oder eine Kombination aus Windrad und Modulen auf dem Dach angebracht.

Windrad, Solarzellen

Zu beachten ist dabei, dass die Solaranlage nach Süden ausgerichtet ist. 30 Grad Dachneigung wären optimal. Auch muss die Anlage mit dem Zählerplatz des Hauses verbunden sein. So erzeuge ein türgroßes Solarmodul dann um die 950 Watt. Das reicht schon fast für eine Kaffeemaschine, die im Schnitt mit 1000 Watt arbeitet.

"Seitdem es das 100.000 Dächerprogramm gibt, bedienen wir vor allem Privatpersonen," stellt der Elektroinstallateur fest. Durch dieses Programm erhält der Kunde Fördermittel in Höhe von 99 Pfennig pro eingespeister Kilowattstunde. "Ich bestimme zuerst die Größe der Anlage. Danach erstelle ich dem Kunden ein Angebot. Mit diesem Angebot geht der Kunde zu seiner Hausbank und beantragt dort die Fördermittel," betont Käfer.

Und diese Fördermittel sind dringend notwendig, denn die Installation einer Solaranlage kann etwa 18.000 DM kosten.
Egon Käfer räumt jedoch ein, dass man durch eine Solaranlage bis zu 80 Prozent an Energiekosten im Jahr einspare. Den größten Nutzen trägt unsere Umwelt davon, denn Sonnenenergie ist schadstofffrei und spart fossile Brennstoffe.

Das ist auch der Hauptgrund, warum sich der Elektroinstallateur vor fünf Jahren dazu entschloss, in die Solarenergie einzusteigen. "Alles begann mit dem Traum vom Elektroauto, das mit Strom betankt wird," erzählt Käfer. Inzwischen arbeitet er mit Würth Solergy zusammen. Auch in Zukunft möchte der Elektroinstallateur den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Solartechnik setzen. Vielleicht bereitet dann eines Tages der Bäcker seine Brötchen im Solarofen zu.


SR


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