Aktuell - Sonderthema 8/2001
Was bringt die Zukunft?
Sonnige Aussichten für flexible Anbieter
Die Solarenergie wird zusammen mit den übrigen regenerativen (= erneuerbaren) Energien, wie zum Beispiel Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme, Biomasse, auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum "Energiemix" in Deutschland liefern. Langfristig rechnen Experten damit, dass die Stromerzeugung zur Hälfte durch regenerative Energien erfolgen wird - eine enorme Herausforderung gerade für das Handwerk.

Noch 1998 betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung gerade mal 5 Prozent, 1999 lag er schon bei knapp 6 Prozent. Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) wird als erstes Etappenziel der Anteil dieser zukunftsorientierten Energieformen sich bis zum Jahre 2010 verdoppeln. Aus Sicht der Experten beider Institutionen sollen die "grünen" Energien pro Dekade 10 Prozent hinzu gewinnen, so dass Anteile von 30 Prozent bis 2023 und 50 Prozent im Jahre 2050 erreicht werden. Durch Photovoltaik-Anlagen könnten langfristig 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs gewonnen werden. Die Solarthermie könnte nach Berechnungen bis zum Jahr 2050 etwa 23,5 Prozent des gesamten Wärmebedarfs decken.
Auch bei realistischer Auslegung dieser Zahlen bieten sich dem Handwerk in den kommenden Jahren ganz hervorragende Steigerungsmöglichkeiten auf diesem Marktfeld: So kann das Elektro-Handwerk durch den Einbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen kräftig an dieser Entwicklung mitverdienen, auch die Sanitär-Heizungs-Branche profitiert von den weiter steigenden Zahlen bei der Errichtung von Solarthermie-Anlagen. Zusätzliche Marktsegmente können erschlossen werden, zum Beispiel die Hotel- und Gaststättenbranche oder solare Prozess- und Nahwärmesysteme.
Legt man die letzten Jahre zu Grunde, steht die Entwicklung des Solarkollektormarktes erst am Anfang. Allein die solargeeignete Dachfläche in Deutschland beträgt 800 Mio. Quadratmeter. Wenn davon nur die Hälfte wirklich genutzt würde, bliebe ein Potenzial von je 200 Quadratmeter für Photovoltaik und Solarthermie. Hinzu kämen noch Aufträge auf Grund der Erneuerung von Anlagen. Die Photovoltaik-Branche vermeldet inzwischen jährliche Zuwachsraten von 15 - 20 Prozent, die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen soll in den kommenden Jahren um jährlich 30 Prozent bis 50 Prozent wachsen. Alles in allem keine schlechten Zukunftsaussichten für das heimische Handwerk.
Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien"
Die Studie wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) erarbeitet. Sie belegt, dass die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeerzeugung bereits heute weit entwickelt ist. Damit dürften die prognostizierten Zuwachszahlen durchaus im Bereich des Möglichen liegen.
Die Federführung der Studie lag beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), mitgearbeitet haben das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie (WI), das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) sowie das Forum für Zukunftsenergien.




