Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 8/2001

Eine Außenseiter-Technik wird salonfähig

Die historische Entwicklung der Stromgewinnung mit Solarzellen

Die ersten Photovoltaik-Anlagen sind in Deutschland in der 80er Jahren installiert worden. Wurden diese anfangs noch belächelt und galten eher als Spielwiese für Tüftler und Öko-Freaks, so entwickelte sich daraus seit Anfang der 90er Jahre eine eigene, zukunftsfähige Branche. Gleichzeitig starteten die ersten Förderprogramme, zum Beispiel das 100.000-Dächer-Programm. Die Städte Aachen und Freiburg begründeten ihren Ruf als "Solarstädte" Deutschlands. Heute sind die Anlagen weitgehend standardisiert und für eine breite Anwendung einsetzbar.

Dächer, Solaranlage

Die in den 80er Jahren auf deutschen Dächern montierten Photovoltaik-Anlagen waren reine Prototypen. Es gab noch keine technischen Regeln oder Normen für die Installation, nur wenige Handwerksunternehmer waren so idealistisch, in dieser Marktnische tätig zu werden. Einige erkannten allerdings bereits, welche Potenziale hier verborgen waren. Haupthinderungsgrund für eine schnellere Markterschließung war, dass nur wenige Anbieter von Systemkomponenten existierten und auch die Solarmodule zu geringe Wirkungsgrade zeigten und noch wenig zuverlässig waren. Solarstromgewinnung galt daher lange Zeit als unwirtschaftlich und unbezahlbar. Einsatzgebiete für die ersten Anlagen waren hauptsächlich Kleingeräte wie Taschenrechner, Parkschein-Automaten und Notrufsäulen, die Akkumulatoren zur Speicherung der gewonnenen Energie besaßen.

Das 1990 gestartete 1000-Dächer-Programm brachte die Wende: Es schuf die Voraussetzungen dafür, dass heute kostengünstige, zuverlässige, sichere und weitgehend standardisierte Anlagen einfach und schnell auf Gebäudedächern installiert werden können. Bis 1995 wurden in Deutschland mehr als 2000 kleine, netzgekoppelte Anlagen nach den für dieses Programm erarbeiteten technischen Anforderungen in Betrieb genommen.

Diese Anlagen haben den Vorteil, dass der überschüssige Solarstrom direkt ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Mit dem entsprechenden Know-how und der Erfahrung versierter Elektroinstallationsbetriebe bei der Planung und Montage der Photovoltaik-Anlagen sind hervorragende Ergebnisse in Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Energieausbeute möglich. Darüber hinaus haben sich Ende der 90er Jahre die Anlagenpreise deutlich verringert, so dass eine zunehmend flächendeckende Verbreitung möglich wurde. Insgesamt verzeichnete die Photovoltaik in den letzten 10 Jahren stetige Zuwachsraten von jährlich 15 bis 25 Prozent.


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