Aktuell - Sonderthema 8/2001
Die Sonne als Fernheizung
Potenzial noch lange nicht ausgereizt
Die natürliche Sonnenstrahlung wird von uns zuallererst als Wärme empfunden. Daher bot sich die Verwendung der Sonne als Wärmeerzeuger schon frühzeitig an. Die Nutzung der Sonnenenergie zur Gewinnung von Warmwasser und Heizungswärme mit Hilfe von Solarkollektoren wird als Solarthermie, die erzeugte Energie als Solarwärme oder thermische Solarenergie bezeichnet. Technisch ist das Verfahren schon relativ weit entwickelt.

Über ein Jahr summiert entspricht die eingestrahlte Sonnenenergie dem Energiegehalt von 90 bis 120 Litern Heizöl beziehungsweise 90 bis 120 Kubikmetern Erdgas pro Quadratmeter Erdoberfläche. Theoretisch könnte also bei der Nutzung der Solarenergie die gleiche Menge an fossilen Brennstoffen eingespart werden.
Mit Hilfe der Solarthermie kann die eingestrahlte Energie zu einem großen Prozentsatz in nutzbare Wärme umgewandelt werden. In speziellen Solarkollektoren wird durch die Sonnenstrahlen ein flüssiger Wärmeträger erwärmt, welcher wiederum seine Wärme an einen mit Wasser gefüllten Speicher abgibt.
Auf diese Weise können Haushalte in den Sommermonaten ihren eigenen Warmwasserbedarf praktisch vollständig abdecken. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt könnte auf diese Weise jährlich bis zu 300 Liter Heizöl beziehungsweise 300 Kubikmeter Gas einsparen. Solarthermie eignet sich jedoch nicht nur ganz hervorragend für die Lieferung von warmem Wasser, sondern auch zur Heizungsunterstützung speziell in den Übergangsmonaten. Solaranlagen zur kombinierten Trinkwassererwärmung und Raumheizung könnten den Gesamtenergieverbrauch eines Einfamilienhauses um 20 Prozent verringern und dabei 370 Liter Heizöl oder 370 Kubikmeter Gas pro Jahr einsparen.
Zur Zeit sind lediglich 3 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser mit einer Solarthermieanlage ausgestattet. Langfristig könnte die Solarthermie aber bis zu 25 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Deutschland decken.




