Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 9/2001

Kurz vor 12 Uhr

Je kleiner die Unternehmen desto größer sind die Defizite

Nur noch wenige Wochen haben die Handwerksunternehmen Zeit, sich eurofit zu machen. Eine Umfrage bei 1.251 Handwerksbetrieben ergab dringenden Handlungsbedarf.

Uhr vor 1-Euro-Münze

"Je kleiner die Unternehmen desto größer sind die Defizite bei der Vorbereitung auf den Euro", betont Jürgen Schäfer, Euro-Beauftragter der Handwerkskammer Region Stuttgart. Zwei von drei Handwerksbetrieben verfügten noch nicht über eine klare Umstellungsstrategie und wollen erst zum spätest möglichen Zeitpunkt, dem 31. Dezember 2001 auf Euro umstellen. Unklar sei jedoch in vielen Fällen, wie lange die Vorbereitungen für die Euro-Umstellung dauern werden. Trotzdem plane lediglich jedes zehnte Unternehmen an den vielfältigen Angeboten, wie Euro-Schulungen teilzunehmen.

Bei fast 90 Prozent der befragten Handwerksbetriebe bezahlten die Kunden bar. Dies werde eine besondere Herausforderung für die gesamte Bargeldlogistik. Unklar sei vielen Betrieben, wie hoch der tatsächliche Bedarf an Wechselgeld in Euro zu Beginn des Jahres 2002 sein wird. Eine Hürde wird für viele Betriebe auch der Umgang mit zweimal Bargeld, nämlich D-Mark und Euro sein.

Zwei Drittel der befragten Handwerksbetriebe verfügen über eine eurofähige Datenverarbeitung. "Das restliche Drittel geht davon aus, dass es schon irgendwie klappen wird", gibt Euro-Experte Schäfer zu bedenken. Auch hier herrsche die Hoffnung vor, dass die externen Experten wie Steuerberater oder Software-House rechtzeitig die richtigen Schritte einleiten werden.

Momentan zeichne lediglich ein Drittel der Handwerksbetriebe freiwillig ihre Preise doppelt aus. Der Rest hält es derzeit noch nicht für notwendig, beziehungsweise befindet sich schrittweise auf dem Weg zur doppelten Preisauszeichnung. Klar sei jedoch, wie die Preise nach der Umrechnung auf den Euro aussehen werden und was dies für Umsatz und Ertrag bedeutet. Handwerksbetriebe haben also ein hohes Preisbewusstsein und ein starkes Preisgespür. Dabei werden sie unter dem Strich die Euro-Einführung nicht zu Preiserhöhungen nutzen.

Es gibt jedoch noch viel zu tun. Last-Minute-Euro ist jetzt gefragt. Es ist schon kurz vor 12.00 Uhr.
         
Ergebnisse Euro-Befragung (pdf-Dokument, 85 KB)
         
Fazit Euro-Befragung (pdf-Dokument, 11 KB)


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