Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 12/2000

Lehre erleichtert Integration

In der Ausbildung zählt die Eignung, nicht der Pass

3349 der über 13.000 Lehrlinge in den Handwerksbetrieben der Region Stuttgart haben keinen deutschen Pass. Der Anteil der ausländischen Lehrlinge ist seit 1996 kontinuierlich von 29,5 Prozent auf nunmehr 25,7 Prozent zurückgegangen. Das ist nicht auf ein fehlendes Angebot an qualifizierten Ausbildungsplätzen zurückzuführen, sondern auf die fehlende Nachfrage seitens der Jugendlichen.

Symbolbild: vier Jugendliche

Ausländische Jugendliche haben die gleichen Berufswünsche wie ihre deutschen Mitschüler. Obwohl es im Handwerk noch viele offene Ausbildungsplätze gibt, werden Handwerksberufe aber nur von einem Teil der ausländischen Jugendlichen gewählt.

Dabei haben Betriebe, ausländische Jugendliche sowie deren Eltern von einer fundierten, qualifizierten Ausbildung im dualen Ausbildungssystem nur Vorteile. Trotz anders lautender Aussagen bleiben die meisten jungen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland und sind als ausgebildete Fachkräfte in den Handwerksunternehmen sehr gefragt.

Nichts als Vorteile

Den ausländischen Jugendlichen kann nach Ansicht von Hauptgeschäftsführer Claus Munkwitz von der Stuttgarter Handwerkskammer nur geraten werden, eine handwerkliche Ausbildung zu beginnen und vor allem zu beenden. Wie keine andere Maßnahme helfe sie bei der Integration. Dass dies möglich sei, zeigten in jedem Jahr die ausländischen Sieger im Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend auf Kammer-, Landes- und Bundesebene. "Viele der ausländischen Jugendlichen haben ihre Heimat, ihre Freunde und Kollegen in der Region gefunden", sagt Munkwitz, "die Chance für einen zukunftssicheren Arbeitsplatz ist hier so gut wie schon lange nicht mehr!" Dabei zähle weder bei der Einstellung als Lehrling noch später bei der Einstellung als Geselle der ausländische Pass, sondern nur die gezeigten Leistungen.

"Selbst die wenigen Ausländer, die nach der Ausbildung zurück in ihre Heimatländer fahren, sind dort als Fachkräfte gefragt", führt Hauptgeschäftsführer Munkwitz weiter aus: "Durch die praxisorientierte, breit angelegte Ausbildung verfügen sie über ein großes technisches Know-how und über Praxiserfahrung, die sie in ihren Herkunftsländern sofort einsetzen können."

Probleme lassen sich beheben

Wie bei deutschen Jugendlichen, gibt es hin und wieder während der Ausbildungszeit Probleme. Die aber können durch verschiedene Angebote der Unterstützung klein gehalten werden.

Der Einstieg wird erleichtert, wenn die ausländischen Jugendlichen das baden-württembergische Schulsystem komplett durchlaufen haben und sie nicht zwischendurch für längere Zeit zu den Großeltern oder anderen Verwandten ins Heimatland fahren, um dort die Schule zu besuchen.

Jugendliche und junge Erwachsene, die während der Lehre Probleme mit der Stoff-Fülle des Berufes haben, können sich jederzeit an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer wenden. Durch Ausbildungsbegleitende Hilfen, die es kostenlos bei verschiedenen Trägern gibt, konnte schon sehr vielen Jugendlichen geholfen werden.

Die Handwerkskammer appelliert an die Eltern und an die ausländischen Jugendlichen, sich für eine Ausbildung zu entscheiden und nicht dem schnellen Geld nachzujagen. Ausbildung fördert die Integration in unser Gesellschaftssystem.

Ausbildungsberater

Ausbildungsbegleitende Hilfen


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Ausbildung, Ausländer, Lehre, Integration, ausländische Jugendliche, Chancen, Möglichkeiten, Zukunft

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