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Handwerk und Politik im Gespräch
Vierte Europäische Handwerkskonferenz in Stuttgart
Am 16. und 17. April 2007 fand die vierte Europäische Konferenz für das Handwerk und Kleinunternehmen im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart statt. Rund Tausend Verantwortliche aus kleinen und mittleren Unternehmen, Handwerksbetrieben und Handwerksorganisationen aus vielen Teilen Europas diskutierten über Ausbildung, Bürokratieabbau, lebenslanges Lernen und Umwelttechnologien.

Am Rande der Konferenz suchte EU-Kommissar Günter Verheugen das Gespräch mit Handwerkern aus der Region Stuttgart. Begleitet wurde der Vizepräsident der EU-Kommission von Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart, und Hauptgeschäftsführer Claus Munkwitz.
Für die Passanten in der ruhigen Franz-Wachter-Straße in Stuttgart-Gaisburg muss es ein interessantes Bild gewesen sein: Gekleidet in ihre schwarzen Firmenhemden hatten sich die Mitarbeiter des Sanitär- und Heizungsbetriebes Kotz vor ihrem Firmengebäude aufgestellt. Wie echtes Sicherheitspersonal bewachten die jungen Männer den Eingangsbereich des Unternehmens.
An diesem Nachmittag stand wichtiger Besuch vor der Tür. 35 Vertreter von Ministerien und Organisationen aus Deutschland, Estland, Litauen, Lettland, Österreich, Ungarn und der Slowakei stiegen aus einem gelben Reisebus. Ihnen voraus eilten EU-Kommissar Günter Verheugen, Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister und der Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler.
Zukunft liegt in Umwelttechnologien
"Das ist eine große Ehre für uns", begrüßte Geschäftsführer Alexander Kotz die Menschenmenge. Dann berichtete der 36-Jährige von der Betriebsgründung seines Großvaters 1934 und den Aufgaben des Unternehmens. "Installationen rund ums Bad, Heizungstechnik und Flaschnerei", zählte Kotz die Schwerpunkte des Betriebes auf. "Natürlich integrieren wir neue Technologien wie Solarthermie und Photovoltaik."
Dass Umwelttechnologien in Zukunft eine bedeutende Rolle für die deutsche und die europäische Wirtschaft spielen werden, das betonte auch Günter Verheugen. So bestimmte das Thema der alternativen Energien auch das Gespräch zwischen dem EU-Kommissar und den Unternehmern aus der Region Stuttgart. Jochen Kurz, Zimmerermeister und Leiter der Kurz HolzBau GmbH in Urbach forderte mehr Informationsmöglichkeiten für die Bürger. "Viele wissen gar nicht, welche Möglichkeiten des Energiesparens es beim Bauen gibt", sagte Kurz.
Bürger müssen besser informiert werden
"Die Politik muss dafür sorgen, dass auch Betriebe mehr beraten werden", betonte Brigitte Kreisinger, Geschäftsführerin eines Werkzeugbauunternehmens, das die Abwärme der eigenen Maschinen zum Heizen der Firmenräume nutzt. Auch das Thema Internationalisierung stand zur Diskussion. "Die Mobilität der Unternehmer in den Märkten lässt zu Wünschen übrig", sagte Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. Maschinenbauunternehmer Martin Pfuderer aus Ludwigsburg bestätigte, dass es nicht einfach sei, Beschäftigte für Auslandseinsätze zu motivieren. "Viele möchten ihren sicheren Arbeitsplatz nicht verlieren", betonte Pfuderer.
Bundeskanzlerin unterstüzt das Handwerk
Zum Abschluss der Konferenz stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland mehr staatliche Forschungsmittel in Aussicht. Auf der 4. Europäischen Handwerkskonferenz sagte die Kanzlerin, es müsse gelingen, mehr Forschungsmittel in die kleineren und mittleren Unternehmen fließen zu lassen. Als EU-Ratspräsidentin sagte Angela Merkel den europäischen Kleinbetrieben außerdem einen Abbau der Bürokratiekosten zu.



