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Die Folgen des Feinstaubalarms

Stuttgart ist die deutsche Stau-Stadt Nr. 1 und leidet unter hohen Schadstoffwerten. Auf dieser Seite bündeln wir wichtige Informationen zum Thema Feinstaub und Stickoxide, erläutern unsere politischen Positionen und zeigen Ihnen, wie Sie dazu beitragen, dass ab 2018 keine Fahrverbote nötig werden.

Gravierende Auswirkungen für den Wirtschaftsverkehr

Die hohe Schadstoffbelastung ist eines der größten Probleme in Stuttgart. Sollte sich an den Feinstaub- und Stickoxidwerten in der Landeshauptstadt nichts ändern, drohen ab 2018 Fahrverbote . Für Pendler und für den Wirtschaftsverkehr im Allgemeinen hätte das gravierende Auswirkungen. Ein Merkblatt des Baden-Württembergischen Handwerks Tags (BWHT) gibt einen guten Überblick über das Thema:

Speziell für Handwerksbetriebe sind Fahrzeuge Arbeitsmittel und Existenzgrundlage zugleich. "Fahrverbote bedeuten nicht nur Umsatzeinbußen für die Betriebe. Auch die Versorgung der Kommune mit Waren sowie die Lieferung von Wirtschaftsgütern wären gefährdet", warnte Kammerpräsident Rainer Reichhold bereits im Oktober 2016 .

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Wir fordern daher von der Landeshauptstadt eine umfassende integrative Verkehrspolitik unter Beteiligung der Wirtschaft anstatt punktueller Maßnahmen. Dazu gehören vor allem der quantitative und qualitative Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Strategien zur Verkehrsverflüssigung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektromobilität.

Die Stadt Stuttgart informiert zum Feinstaubalarm

Schon seit Jahren appellieren die Stadt und das Land Baden-Württemberg, das Auto stehen zu lassen und auf den Betrieb von Komfort-Kaminen zu verzichten, um die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD) an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre, wurde daher bis zum 15. April 2017 der freiwilligen Feinstaubalarm ausgelöst.

Hier finden Sie alle wichtigen Infos zum Thema:

Feinstaubalarm in Stuttgart

 

Was Handwerksbetriebe und Pendler jetzt schon tun können

Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass die Schadstoffbelastung reduziert wird und Fahrverbote gar nicht erst nötig werden - zum Beispiel durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und den Umstieg auf umweltfreundlichere Fahrzeuge.



1. Firmentickets nutzen

Für Pendler in Handwerksbetrieben gibt es eine gute Alternative zum Auto: Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ermöglichen auch kleinen Unternehmen den Bezug des "FirmenTickets" für ihre Mitarbeiter.

Wie Sie bis zu 10 Prozent der Kosten eines regulären Jahrestickets einsparen können, erklärt die Kreishandwerkerschaft Stuttgart auf ihrer Website:

VVS-Firmenticket für das Handwerk

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VVS



2. Fördermöglichkeiten ausschöpfen

Wenn Sie Fördergelder für Elektromobilität beantragen möchten, bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten: Die L-Bank und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördern den Aufbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Außerdem sind alle Maßnahmen zur Verminderung oder Vermeidung von Luftverschmutzung förderfähig - also auch die Umrüstung auf umweltfreundliche Fahrzeuge. Darüber hinaus bietet die Bundesregierung mit dem "Umweltbonus" eine Finanzspritze für die Neuanschaffung von Elektrofahrzeugen.

Alle Fördermöglichkeiten im Überblick

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3. Fahrgemeinschaften bilden

Organisieren Sie für sich selbst oder Ihre Belegschaft Fahrgemeinschaften für den Weg zwischen Wohnort und Arbeitsstelle oder unterstützen Sie entsprechende Initiativen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn mit jedem Fahrzeug weniger tragen Sie einen kleinen Anteil zur Verbesserung der Luft in Stuttgart bei.

Bei der Bildung von Fahrgemeinschaften helfen diese Vermittlungsbörsen:

fahrgemeinschaft.de

stuttgart.de/fahrgemeinschaften



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Umfrage der Kreishandwerkerschaft Stuttgart

Freiwilliger Feinstaubalarm wurde in Stuttgart zum ersten Mal Anfang des Jahres 2016 ausgelöst - durchgreifende Erfolge für die Verbesserung der Luft bleiben aber bisher aus. Um fundierte Daten für Entscheidungen liefern zu können, hat die Kreishandwerkerschaft Stuttgart daher bei allen eingetragenen Handwerksbetrieben in der Landeshauptstadt die aktuelle Situation des Fahrzeugbestands im Handwerk erfragt.

Mittels Fragebogen wurde die Anzahl der Fahrzeuge, das Baujahr, die Antriebsart, Kauf oder Leasing, bisherige Umweltplakette, die Nutzungsdauer und Emissionsklasse, sowie die durchschnittliche Laufleistung pro Jahr abgefragt. Zusätzlich haben die Betriebe Angaben zu Fahrzeugeinbauten, Sonderausstattungen und dem Hersteller gemacht. Mehr als 350 Betrieben mit insgesamt 1.586 Fahrzeugen haben sich beteiligt:

zu den Umfrage-Ergebnissen

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Was die Wirtschaftskammern fordern

Gemeinsam mit der IHK Region Stuttgart möchten wir die Landeshauptstadt beim Kampf um bessere Luft unterstützen. Ansatz dabei ist es, das Leben, das Arbeiten und die dafür notwendige Mobilität von Produkten, Handwerker- und Dienstleistungen, Berufspendlern und Besuchern in Stuttgart im Interesse von Unternehmen und Bürgern besser aufeinander abzustimmen.

Das Handwerk fordert von der Landeshauptstadt eine umfassende integrative Verkehrspolitik unter Beteiligung der Wirtschaft anstatt punktueller Maßnahmen.

Dazu gehören vor allem der quantitative und qualitative Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dies ist nicht nur ein Stuttgarter Thema, sondern eines für alle Kommunen in der Region.

Strategien zur Verkehrsverflüssigung sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektromobilität, insbesondere bei Ladesäulen, müssen ebenfalls angegangen werden.Der Zwang zur Stilllegung von Dieselfahrzeugen hingegen käme einer Enteignung von Betriebsvermögen gleich.

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Die IHK sieht die Notwendigkeit eines Innenstadtlogistik-Konzepts, das unter Einbeziehung des Arbeitskreises Innenstadtlogistik sowie der stadtplanerischen und verkehrsplanerischen Seite der Stadt erarbeitet werden muss. Außerdem hat die Kammer OB Fritz Kuhn vorgeschlagen, der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) solle ein Feinstaub-Ticket für alle interessierten Unternehmen anbieten.

Allgemeine Tempolimits lehnen Handwerkskammer und IHK ebenso ab wie die Einführung der sogenannten "Blauen Plakette": Während Geschwindigkeitsbeschränkungen keine Entlastungen bei den Emissionen bringen, erfüllen zur Zeit nur sehr wenige Fahrzeuge die strenge Schadstoffnorm für die Plakette. Ohne Ausnahmeregelung für das Handwerk  wären Kunden und Baustellen für die Betriebe nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Materialeinkauf und Entsorgung wären dadurch stark eingeschränkt.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Pressenachrichten und in der Resolution, die unsere Vollversammlung im November 2016 verabschiedet hat:

IHK und Handwerkskammer unterstützen Landeshauptstadt bei Luftreinhaltung (17. Oktober 2016)

Kammer begrüßt vorläufiges Aus der Blauen Plakette (10. August 2016)



Gesine Kapelle-Schmid

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