Handwerkskammer Region Stuttgart

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Ausbildung

Ausbildungsbereitschaft unvermindert hoch

Ganztagsschule soll Ausbildungsfähigkeit steigern

5110 neue Ausbildungsverträge konnten die Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart im vergangenen Jahr 2005 schließen. Damit wurde das Rekordergebnis von 5175 Verträgen aus dem Jahr 2004 nur knapp verfehlt.

Symbolbild: Ausbildung

Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, kann sich auf die Unternehmer verlassen: "Das Handwerk wird seiner Verantwortung für eine qualifizierte Ausbildung junger Menschen auch bei konjunkturellem Gegenwind vollauf gerecht." Für funktionierende Ganztagsschulen fordert er ein "fundiertes pädagogisches Bildungskonzept".

Die Gesamtzahl der Auszubildenden in Handwerksbetrieben liegt derzeit bei 12.263. Ende 2004 waren es in der Region 12.178. Besonders erfreut zeigte sich Munkwitz über 230 Handwerksbetriebe, die sich im vergangenen Jahr erstmals dazu entschlossen haben, einen Lehrling auszubilden. Rund die Hälfte aller Lehrlinge startete mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung. Die Zahl der Berufsstarter mit Realschulabschluss stieg von 29,1 Prozent auf 30,5 Prozent. Auch die Zahl der Abiturienten ging nach oben und liegt jetzt bei knapp 5 Prozent. Insgesamt bleibt das Handwerk eine Männerdomäne - obwohl die Zahl der Berufsanfängerinnen unaufhaltsam steigt. Sie liegt derzeit bei 30,5 Prozent der neuen Azubis nach 29,5 Prozent im Jahr 2004. Am intensivsten wird in Stuttgart ausgebildet mit 2.534 Lehrstellen. Zu einem Sprung nach oben setzten die Ausbildungsbetriebe im Landkreis Ludwigsburg an. Sie steigerten die Ausbildungsleistung insgesamt um 2,6 Prozent von 2.363 Ausbildungsverhältnissen auf 2.425.

Aufgerüstete Halbtagsschulen reichen nicht

Gleichzeitig will die Kammer neue Impulse in der Nachwuchswerbung setzen. Munkwitz: "Das Handwerk der Region wird sein Engagement vor allem im Rahmen der neuen Möglichkeiten in den Ganztagsschulen weiter ausbauen. Wir möchten die jungen Menschen rechtzeitig an die Welt des Handwerks heranführen, mehr als bisher für eine Ausbildung im Handwerk begeistern." Dabei solle die Ganztagsschule die beruflichen Startchancen der Jugendlichen verbessern. "Auch hier werden wir uns einbringen."

Ein flächendeckendes Angebot von Ganztagsschulen fordert das baden-württembergische Handwerk bereits seit 2002. Denn sie ermöglichen eine andere Form des Lernens, steigern die Effizienz des Lernprozesses, geben mehr Raum für die individuelle Förderung und gewährleisten mehr als bisher die Ausbildungsfähigkeit. Allerdings fordert das Handwerk Ganztagsschulen mit einem fundierten pädagogischen Bildungskonzept. Munkwitz: "Halbtagsschulen mit einem ergänzenden Betreuungsangebot am Nachmittag werden diesen Ansprüchen nicht gerecht."

Ausbildungspakt hat höchste Priorität

Munkwitz versicherte, dass sich die Betriebe auch im laufenden Jahr engagiert um die Aufgaben des Nationalen Pakts für Ausbildung kümmern werden. Auch werde die Kammer die Kontaktpflege zu den Unternehmern in Ausbildungsangelegenheiten noch intensiver gestalten. Außerdem solle die Infotour an Schulen, eine Nachwuchswerbeaktion, die bereits im vergangenen Jahr mit großem Erfolg durchgeführt wurde, wiederholt werden. Das Handwerk werde auch die Stuttgarter azubi- & studientage im März und den Girls' Day im April zur Nachwuchswerbung nutzen. Mut machen derzeit die fast 2.200 freien Ausbildungsplatzangebote für die kommenden Ausbildungsjahre, die in der Internet-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer eingestellt sind. Dies zeige, so Munkwitz, dass sich die Anstrengungen lohnen. Beratung und Unterstützung der Betriebe würden deshalb auch in diesem Jahr unvermindert fortgesetzt.

Friseurberuf am beliebtesten

Die Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe wurde auch im vergangenen Jahr vom Friseurberuf (746 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse) angeführt, gefolgt von den Kraftfahrzeugmechatronikern (508) und der Fachverkäuferin im Nahrungsmittel-Handwerk - Bäckerei (248). Traditionell unter den Top-Ten-Berufen finden sich weitere "Klassiker" wie Bäcker, Elektroniker, Maler und Lackierer, Schreiner und Metallbauer.

Lehrlingsstatistik Jahresvergleich 2004 - 2005 (pdf-Dokument, 52,9 KB)

Prüfungsstatistik 2005 (pdf-Dokument, 34,9 KB)


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