Ausbildung
Patenschaften für Azubis
Ohne interkulturelle Missverständnisse durch die Ausbildung
In Betrieben wird es multikulturell. Verschiedene ethnische und religiöse Hintergründe können zu neuen, kreativen Ideen führen. Doch manchmal entstehen auch Konflikte. Besonders drastisch ist es, wenn kulturell bedingte Missverständnisse zum Abbruch einer Ausbildung führen. Mit der Veranstaltung Interkulturelle Lehrstellentandems stellt die Handwerkskammer Region Stuttgart am 19. März 2010 ein Patenschaftsprogramm vor, bei dem berufserfahrene Mentoren Jugendlichen zur Seite stehen.

Bild: Bernard 63 © Fotolia.com
Interkulturelle Missverständnisse führen zu einer schlechten Stimmung im Betrieb oder gar zum Abbruch des Ausbildungsverhältnisses. Hat ein Azubi beispielsweise Probleme mit der deutschen Sprache, kann er einen Arbeitsauftrag falsch verstehen. Ein Lehrling, der aus einem Kulturkreis stammt, in dem es als unhöflich gilt, seinem Vorgesetzten zu widersprechen, wird sich während der Arbeit still verhalten. Diese Zurückhaltung kann jedoch leicht als fehlende Eigeninitiative oder Desinteresse ausgelegt werden. Diese Fehlschlüsse können jedoch vermieden werden, weiß Sandra Klein, Koordinatorin des Projekts Interkulturelle Lehrstellentandems bei der Handwerkskammer Region Stuttgart: "Kommt es zu interkulturellen Missverständnissen zwischen Azubis und Ausbildungsleitern, kann ein unparteiischer Dritter oft mehr bewirken als rein betriebsinterne Maßnahmen.
Gemeinsam zum Ziel
Die Vermittlung durch unabhängige Mentoren steht bei dem Patenschaftsprogramm im Zentrum. "Mit unserem Projekt stellen wir Azubis während ihrer Ausbildung einen Paten an die Seite, auf dessen Hilfe sie sich bei auftretenden Schwierigkeiten verlassen können. Die Art, Dauer und Intensität der Betreuung ist den Tandempartnern selbst überlassen. Das können gelegentliche Treffen unter vier Augen bei einer Tasse Kaffee sein oder Gesprächsrunden, an denen auch der Ausbilder teilnimmt", so Klein.
Die Veranstaltung ist interessant für Betriebe, die Probleme mit einem Azubi mit Migrationshintergrund haben. Aber auch Unternehmen ohne momentane Schwierigkeiten empfiehlt Klein das Projekt: "Die Interkulturellen Lehrstellentandems können auch präventiv eingeführt werden. So haben die Jugendlichen von Anfang an einen starken Partner an der Seite, und Missverständnisse können aufgeklärt werden, bevor sie zu Problemen führen".
Die Informationsveranstaltung ist kostenfrei und findet am 19. März 2010 zwischen 15:45 Uhr und 18 Uhr in der Handwerksammer Region Stuttgart statt: Heilbronner Straße 43, 70191 Stuttgart. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte mit dem Formular am Ende dieser Seite an, damit wir genug Plätze einplanen können.
Wer steht hinter dem Programm?
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Programm "XENOS - Integration und Vielfalt" sowie aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union gefördert. Partner sind die Handwerkskammer Region Stuttgart, die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk ZWH, die QualiTec GmbH der Handwerkskammer Aachen und der Bundesverband Metall.



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