Beratung und Service
Wenn alles anders werden muss
Turn-Around-Beratung hilft Unternehmen, sich neu zu erfinden
Ob mit Wirtschaftskrise oder ohne: Manchmal müssen sich Unternehmer eingestehen, dass sie ihren Betrieb nur weiterführen können, wenn sie eine Wende um 180 Grad einleiten. Für diesen Turn-Around kann die Handwerkskammer eine spezielle Form der Beratung einleiten - in Kooperation mit der KfW Mittelstandsbank.

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Wenn sich eine Papiermühle aus Finnland auf Gummiprodukte verlagert, und Jahrzehnte später wieder von Radmänteln und Regenstiefeln verabschiedet, kann es passieren, dass aus diesem Unternehmen Europas wichtigster Hersteller von Mobiltelefonen wird. Es kann auch vorkommen, dass ein Kräuterlikör für Senioren plötzlich zum Kultgetränk unter Jugendlichen avanciert - mitsamt seinem altmodischen Hubertus-Hirsch im Logo. Weil strategische Neuausrichtungen dieser Art ein Unternehmen ganz schön umkrempeln können, nennen Marketing-Fachleute sie Turn-Around.
Susanne Kreisinger, in der Handwerkskammer Region Stuttgart als betriebswirtschaftliche Beraterin tätig, weiß, dass Turn-Arounds - Neuorientierungen - nicht immer so einschneidend sein müssen, wie in den erwähnten Beispielen. "Häufig sind es Schwachstellen in der Organisation oder im Marketing, die ausgemerzt werden müssen, damit der Betrieb wieder in die Gewinnzone kommen kann." Feststellungen dieser Art können dazu führen, dass ein Betrieb sein Produkt- und Leistungsangebot verändert, neue Kunden akquiriert oder die Produktivität steigert.
Erst die Schwächen, dann die Stärken
Nur - die Reihenfolge muss stimmen: "Erst kommt eine Schwachstellenanalyse", sagt Susanne Kreisinger, "danach überlegt der Unternehmer gemeinsam mit einem Coach, wie sich Schwächen in Stärken verwandeln lassen." Diese Zusammenarbeit ist die Stärke der Turn-Around-Beratung. Denn die ist sehr umfassend konzipiert. So umfassend, dass sie über einen längeren Zeitraum erfolgen sollte. Wie das geht? Mit einem externen Berater.
"Die Handwerkskammer vermittelt zwischen dem in Not geratenen Betrieb und der KfW Mittelstandsbank", erklärt Susanne Kreisinger das Verfahren. "Nur den Coach muss sich der Unternehmer selbst suchen und gemeinsam mit ihm auf Basis der Schwachstellenanalyse Maßnahmen erarbeiten", betont die Kammer-Mitarbeiterin, die aber auf ein wertvolles Hilfsmittel verweisen kann: "Die KfW unterhält eine Beraterdatenbank. Damit lassen sich die von der Mittelstandsbank akkreditierten Berater ganz einfach über das Internet finden."
Die Kosten, die bei der Turn-Around-Beratung anfallen, lassen sich durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) abdecken. Bis zu 8000 Euro können über solche ESF-Mittel gefördert werden. Oder anders ausgedrückt: 100 achtstündige Tageshonorare eines externen Beraters. Die Handwerkskammer vermittelt während der Antragsphase und kontrolliert später die korrekte Verrechnung der Stundensätze.
Den richtigen Dreh zum Turn-Around müssen Coach und Betrieb dann gemeinsam finden. Die Chancen stehen dafür aber ziemlich gut, denn, so Kreisinger: "Bevor wir den Antrag auf Fördermittel bewilligen, haben wir dem betroffenen Unternehmer klargemacht, wie wichtig die Schwachstellenanalyse im ersten Schritt ist. Sie ist ein Muss und Grundlage für die Turn-Around-Beratung. Wir prüfen auch, ob die richtigen Schwachstellen identifiziert wurden und ob die Ansätze im Coaching vielversprechend sind." Und dieser erste Schritt muss bis dahin schon getan sein. Etwa mit einer Beratung am Runden Tisch der KfW Mittelstandsbank, die die Handwerkskammer als Regionalpartner ebenfalls im Angebot hat.
Fragen zur Turn-Around-Beratung beantwortet gerne die betriebswirtschaftliche Beraterin Susanne Kreisinger, Telefon 0711 1657-216.
Links
Turn-Around-Beratung der KfW Mittelstandsbank





