Beratung und Service - Innovationsberatung
Mit der Wissensbilanz zum Wettbewerbsvorteil
Intellektuelles Kapital im Unternehmen erkennen und nutzen
Investiert Ihr Unternehmen in Weiterbildungsmaßnahmen? Haben Sie besonders gute Lieferantenbeziehungen oder eine innovative Organisationsstruktur? Herzlichen Glückwunsch, denn diese immateriellen Vermögenswerte wirken sich bedeutend auf Ihren Unternehmenserfolg aus.

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Dass die Buchhaltung die sogenannten "weichen" Erfolgsfaktoren dennoch nur als Belastungen führt, liegt an der rein finanzspezifischen Erfolgsmessung klassischer Bewertungsinstrumente. Eine Wissensbilanz macht diese immateriellen Vermögenswerte mess- und steuerbar und kann zu einem besseren Kapitalzugang führen.
Innovatives Managementinstrument
Die Wissensbilanz stellt die intellektuellen Erfolgsfaktoren eines Betriebes in strukturierter Form dar und bewertet sie. Sie ermöglicht fundierte Entscheidungen und sichert dadurch die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Intellektuelles Kapital besteht aus Humankapital, wie Führungs- oder Fachkompetenzen, Strukturkapital, wie Unternehmenskultur, und Beziehungskapital, das sich beispielsweise in guten Beziehungen zu Lieferanten oder Kunden widerspiegelt.
"Eine Wissensbilanz kann einerseits ein internes Steuerungsinstrument sein, andererseits aber auch der externen Kommunikation dienen", weiß Norbert Durst, Innovationsberater der Handwerkskammer Region Stuttgart. Als internes Steuerungsinstrument ermöglicht sie eine umfassende Unternehmensanalyse und ergänzt die Finanzbilanz. Da während ihrer Erstellung die Stärken und Schwächen des Unternehmens herausgearbeitet werden, können frühzeitig Korrekturmaßnahmen ergriffen werden.
Darüber hinaus ist die Wissensbilanz ein wichtiges Instrument für die externe Kommunikation mit Kapitalgebern, Partnern und Kunden. Sie stellt die unternehmerischen und strategischen Entscheidungsprozesse klar dar und verdeutlicht Wirkungszusammenhänge zwischen intellektuellem Kapital, Geschäftsprozessen und Unternehmenserfolg. Einem Unternehmer kann eine Wissensbilanz beispielsweise bei Verhandlungen mit Banken helfen, da sie Ausgaben für weiche Erfolgsfaktoren erklärt und die immateriellen Vermögenswerte des Betriebes verdeutlicht.
Wofür eine Wissensbilanz?
Der Nutzen einer Wissensbilanz ist vielfältig. Sie ist ein internes Steuerungsinstrument, ein Frühwarnsystem und kann zu einem besseren Rating des Betriebes bei Banken beitragen. Darüber hinaus können mit Hilfe der Ergebnisse der Wissensbilanz Prozesse optimiert und Ressourcen richtig verteilt werden. Sie zeigt ebenfalls an, wo Investitionsbedarf besteht und unterstützt dadurch die Realisierung der Wachstumsziele.
Gunther Oesker, Geschäftsführer der Müller-Welt Contact-Linsen GmbH in Stuttgart, hat positive Erfahrungen mit Wissensbilanzen gemacht: "Wir sind ein Gesundheits-Dienstleister. Unsere Erfolgsfaktoren sind nicht in Maschinen, sondern in Ablaufentwicklungen und im Know-how unserer Mitarbeiter zu finden." In mehreren, von Innovationsberater Durst moderierten Workshops erarbeitete ein Team von Müller-Welt- Mitarbeiterinnen und Geschäftsführern die wichtigsten immateriellen Vermögenswerte des Unternehmens. "Wichtiger als das klassische Wissensmanagement war uns, Entwicklungsbedarf aufzudecken und Verbesserungsmöglichkeiten zu definieren", erzählt Gunther Oesker. Fragt man ihn heute, was die Wissensbilanz für sein Unternehmen gebracht hat, steht ein Punkt im Vordergrund: Transparenz. "Es war für uns Unternehmensführer sehr wichtig zu erkennen, dass teilweise Prozesse und Visionen, die wir für klar definiert hielten, dem Team nicht bewusst waren." Um mit den neusten Entwicklungen auf dem Markt Schritt halten zu können, möchte Gunther Oesker spätestens nach drei Jahren erneut eine Wissensbilanz erstellen.
Besonders hilfreich sind definierte intellektuelle Erfolgsfaktoren auch im Falle des Ausscheidens langjährigen Mitarbeiters mit wichtigen Fachkenntnissen aus dem Betrieb. Die "Vererbung" von Kontakten, Beziehungen und Wissen ist leichter, wenn diese weichen Vermögenswerte bekannt und dokumentiert sind. Der Wunsch, Know-how von erfahrenen an neue Mitarbeiter weiterzugeben hat auch Eberhard Fischer, geschäftsführender Gesellschafter der Fischer Werkzeugtechnik GmbH & Co. KG, angeregt, seine betriebsinternen intellektuellen Erfolgsfaktoren zu dokumentieren: "Die Wissensbilanz hilft mir, auf sensiblem Wege die wichtigsten Wissensquellen zu erschließen und Ideen abzuleiten, wie ich diese in meinem Unternehmen festigen kann."
In acht Schritten zur Wissensbilanz
Innovationsberater Norbert Durst kann auf die "Wissensbilanz-Toolbox" verweisen, wenn er erklären möchte, wie die Sache mit der Wissensbilanz konkret funktioniert: "Das ist eine Softwarelösung, die Wissenschaftler vom Fraunhofer IPK mitentwickelt haben. Mit ihr arbeiten sich Unternehmer in acht Schritten von der Dateneingabe zur fertigen Wissensbilanz vor." Acht Schritte, die mit dem Erfassen des Geschäftsmodells und der strategischen Ziele beginnen und am Ende zu echten Handlungsempfehlungen führen. Zum Schluss erhält der Anwender sein eigenes Wissensbilanzdokument, das für die interne und externe Kommunikation genutzt werden kann.





