Handwerkskammer Region Stuttgart

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Beratung und Service

Es hagelt Dreier und Fünfer

Angebote zur Kinderbetreuung befriedigen nicht

Die Botschaft der Arbeitgeber im Handwerk der Region Stuttgart ist eindeutig: Wir brauchen ein besseres, flexibleres Betreuungsangebot für die Kinder unserer Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung der Handwerkskammer Region Stuttgart, an der sich innerhalb weniger Tage 200 Arbeitgeber beteiligt hatten.

Symbolbild: Kinderbetreuung in der Region Stuttgart
Bild: imageteam © Fotolia.com, Montage: HwK

Die Einstiegsfrage "Haben Sie sich vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels schon einmal Gedanken zum Thema Kinderbetreuung gemacht?", bejahten zwei Drittel der Befragten. Sechs von zehn Arbeitgebern haben sich zudem bereits über Betreuungsangebote informiert.

Und wie schätzen die Unternehmer das bestehende Betreuungsangebot in ihrem Landkreis ein? Das Ergebnis: 20 Prozent der Befragten bewerteten dies als "sehr gut" oder "gut". Auf die Schulnoten drei ("befriedigend") und fünf ("mangelhaft") entfiel jeweils ein Drittel der Antworten. Elf Prozent benoteten das Angebot mit "ausreichend" und acht Prozent mit "ungenügend". Dass die Hälfte der Antworten auf die Noten vier bis sechs entfällt, zeigt, dass das "Kinderland Baden-Württemberg" mehr eine Wunschvorstellung als ein Abbild der Realität ist.

Chefs werden selbst aktiv

Die vielfältigen Angebote zur Kinderbetreuung, die die Handwerksbetriebe selbst geschaffen haben, zeigen dagegen, dass Not erfinderisch macht. Unternehmer geben an, Eltern-Kind-Zimmer für Notfälle eingerichtet zu haben und sogar private Dienstleister erhielten den Auftrag, Betreuungspersonal zu finden. Da Kinder mehr Ferien- als ihre Eltern Urlaubstage haben, schließen sich Unternehmen zusammen und stellen Kinderferienprogramme auf die Beine.

Auch finanziell unterstützen Chefs ihre Mitarbeiter: Manche gewähren den steuer- und sozialabgabefreien Kinderbetreuungszuschuss, andere halten Belegplätze in bestehenden Betreuungseinrichtungen vor oder fördern Elterninitiativen. Während der Kita-Streiks 2009 organisierten eine Seniorchefin und ihr Mann kurzerhand Besuche in der Stuttgarter Wilhelma für alle Mitarbeiterkinder.

Rechtsanspruch ab 2013

So vorbildlich das vielfältige Engagement der Betriebe ist, in erster Linie sind die Kommunen in der Pflicht, ein angemessenes Angebot zu schaffen. Im Durchschnitt finden in der Region bisher nämlich nur 11,1 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz, wie das Statistische Monatsheft Baden-Württemberg in seiner Ausgabe 5/2009 belegt. Im Landkreis Göppingen sind es sogar nur 7,1 Prozent, und auch in den übrigen Kreisen der Region ist die Situation nicht befriedigend (Stadtkreis Stuttgart: 20,7 %, Landkreis Böblingen: 9,0 %, Kreis Esslingen: 7,5 %, Kreis Ludwigsburg: 9,5 %, Rems-Murr-Kreis: 8,3 %).

Ab 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für unter Dreijährige. Das Bundesfamilienministerium plant mit einem Bedarf von 750.000 Plätzen. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, hält die Zahl für zu niedrig. Er glaubt, dass 1,3 Millionen Eltern dieses Recht in Anspruch nehmen werden. Landsberg bezieht sich dabei auf eine aktuelle Forsa-Studie, nach der 66 Prozent der Eltern ihr Kleinkind in die Kita schicken wollen und beklagt: "Dafür ist kein Geld da. Auch die 150.000 zusätzlichen Erzieher haben wir nicht."

Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 5/2009

Forsa-Studie "Familie und Wahl"

Interview Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch


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