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Beratung und Service

Russlands Wirtschaft wächst noch

Baden-württembergische Unternehmer besuchen ein Land im Wandel

Fünfzehn mittelständische Unternehmer aus Baden-Württemberg begleiteten ihren Wirtschaftsminister Ernst Pfister vom 12. bis 16. Oktober 2009 nach Russland. Moskau und Sankt Petersburg waren die Ziele der Vertreter aus Handwerk und Industrie, die über eine Kooperationsbörse von Handwerk International auf der Suche nach russischen Kooperationspartnern waren.

Ansicht: Sankt Petersburg
Bilder: Handwerk International Baden-Württemberg

Über Postkartenidyllen vor der Digitalkamera konnten sich die Teilnehmer jener Reise immer wieder freuen, die sie in Begleitung des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Ernst Pfister im Oktober nach Moskau und Sankt Petesburg führte. Dennoch betrafen deren Interessen an sich ein anderes Gebiet: Es ging ihnen darum, Kooperationspartner kennen zu lernen. Die Organisatoren der Exkursion hatten ihnen gerade das dabei sehr leicht gemacht. Anhand vor der Reise erstellter Firmenprofile führten Handwerk International Baden-Würtemberg und die russischen Außenhandelskammern die Delegationsteilnehmer mit ortsansässigen Gesprächspartnern zusammen. Themen der Kooperationsgespräche waren neben Direktexport die Suche nach Vertretern in der Russischen Föderation. Aber auch reine Marktbeobachtung und die Einfuhr von Produkten waren erklärte Ziele der deutschen Unternehmer. Sie beurteilten die Gesprächsqualität und die Auswahl Ihrer Dialogpartner als gut.

In Moskau führte im Schnitt jeder Unternehmer fünf Gespräche. Tendenziell stuften die Teilnehmer je zwei davon als aussichtsreich ein. In Sankt Petersburg gab es durchschnittlich drei Gespräche, von denen jeweils eines als erfolgsversprechend galt. Die Unterredungen brachten konkrete Chancen für eine Zusammenarbeit in den Branchen Präzisionstechnik, Blechbearbeitung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Umwelt und Energietechnik. Die Anbahnung von Kooperationen zwischen deutschen und russischen Mittelständlern unterstützt den Reformprozess und bietet beiden Seiten wirtschaftliche und finanzielle Chancen.

Russland bietet auch in der Krise Potenzial

Mit einem Handelsvolumen von 68 Milliarden Euro ist Deutschland der wichtigste Außenhandelspartner Russlands. Der Export nach Russland sichert in Deutschland schätzungsweise 180.000 Arbeitsplätze. In den zurückliegenden Jahren hat sich in der russischen Wirtschaft ein Strukturwandel vollzogen, der die Zahl der kleinen und mittelgroßen Unterehmen beständig anwachsen ließ. Etwa ein Drittel von ihnen konzentriert sich auf die Wirtschaftszentren um Moskau und St. Petersburg. Gerade der Export deutscher Maschinen nach Russland ist im letzten Jahr sehr stark gewachsen, was auch Synergien für andere Wirtschaftsgüter bewirkte. Diese Entwicklung hat sich in der Krise zwar verlangsamt, bietet aber noch genügend Potenzial, da es insbesondere an technischem Know-how und qualifizierten Fachkräften für den Aufbau nachhaltiger und effizienter Wirtschaftszweige fehlt.

Diaschau


Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (links) zu Besuch in Russland.Die Reise nutzt eine deutsche Unternehmerdelegation für Kooperationsgespräche mit Partnern des Gastlandes.Den persönlichen Dialog unterstützen Übersetzerinnen.Für Kooperationsgespräche eignet sich der lange Tisch besser als die lange Bank.Rahmenprogramm mit russischer FolkloreMoskau - von der Steinernen Brücke über der Moskwa aus gesehen.Detailansicht der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in MoskauWachablösung für die Kameras der Touristen.Der Kreml bei abendlicher BeleuchtungGruppenbild mit Braut vor der Gartenseite des Sankt Petersburger Katharinenpalasts

 

Das waren die Rahmenbedingungen für die Gespräche in St. Petersburg und in Moskau, und auf manche Begegnungen wirkten sie sich sehr positiv aus. In Einzelfällen einigten sich die Partner bereits vor Ort auf Termine für Detailgespräche, die unter Umständen bis zum Unterbreiten konkreter Angebote reichen können. Für vier Unternehmer ergab sich spontan die Gelegenheit, mit verantwortlichen Repräsentanten von GM St. Petersburg Perspektiven für künftige Zuliefer-Dienstleistungen zu besprechen. Trotz starker Konkurrenz aus Asien machten die russischen Unternehmensvertreter deutlich, dass sie deutsche Produkte mit Qualitäts- und Gütesiegel eindeutig vorziehen. Klar wurde aber auch, dass manche Produkte auf dem russischen Markt  keine Chance haben - was aber keineswegs den positiven Gesamteindruck schmälerte.

Wertvolle Erfahrungsberichte über den Aufbau wirtschaftlicher Geschäftsbeziehungen in Moskau erhielten die deutschen Delegationsteilnehmer von Vertretern bereits etablierter Unternehmen wie der in der Zylinderproduktion engagierten Janoschka Group, der MAN Ferrostall AG und von Wirtgen International. Einen Einblick in die russische Nanotechnologie verschaffte den Teilnehmern ihr Besuch bei Klöckner Pentaplast Rus in St. Petersburg.

Parallel zu den Kontakt- und Kooperationsbörsen führten Vertreter der Politik und berufsständischer Organisationen Gespräche über Fördermittel, über die duale Ausbildung und über die Qualifizierung von Fachkräften. Wertschätzung für die Delegation aus Baden-Württemberg war in all diesen Gesprächen spürbar.


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