Beratung und Service
Generationenwechsel in Baden-Württemberg
Zunehmend externe Unternehmensübernahmen
In den baden-württembergischen Unternehmen ist der Generationenwechsel in vollem Gange. In den nächsten Jahren suchen bis zu 15 Prozent der Unternehmen einen Nachfolger. Diese Zahlen hat das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim im Auftrag der L-Bank ermittelt. Jedes Jahr hängen von der erfolgreichen Übernahme rund 140.000 Arbeitsplätze ab.

Die von der L-Bank in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass immer mehr Unternehmen nicht innerhalb der Familie übergeben werden. Während in den Jahren 1997 bis 2002 noch drei von vier Nachfolgern aus dem familiären Umfeld kamen, planen für die Jahre bis 2007 nur noch 50 Prozent der Unternehmer, dass die eigenen Kinder den Betrieb weiterführen sollen. Die geplante Nachfolge gestaltet sich in dieser Situation nicht leichter: Mitarbeiter als Nachfolger sind immer noch die Ausnahme.
Fremde Stolpersteine
Externe Nachfolgen verlaufen in fast allen Belangen schwieriger als familieninterne. Übergeber wie Nachfolger kämpfen mit einer Vielzahl von Schwierigkeiten. Das dominierende Problem für Übergeber ist die Suche nach dem richtigen Nachfolgekandidaten. Die Studie findet Stolpersteine bei der Vorbereitung der Übernahme, bei der Einarbeitung in die neuen Aufgaben und in der Zeit nach der Übernahme.
Familieninterne Nachfolger haben den großen Vorteil, dass sie langsam in die Verantwortung hineinwachsen können: Die gemeinsame Übergangszeit zwischen Senior- und Juniorchef ist für den weiteren Erfolg des Betriebs sehr positiv. So lässt sich die unternehmerische Unerfahrenheit der Nachfolger ausgleichen. In ihr sehen vor allem externe Nachfolger eine der wesentlichen Ursachen für ihre Probleme.
Finanzierung bereitet Kopfzerbrechen
Die Finanzierung ist nach den Ergebnissen der Studie die größte Schwierigkeit der Nachfolger - jede zweite Betriebsübergabe hat damit zu kämpfen. Ursachen für Finanzierungsprobleme sind zu wenig Eigenkapital, die Zugehörigkeit zu einer Problembranche, Planungsfehler, ein unerwarteter zusätzlicher Kapitalbedarf oder die Absicherung von Krediten. Die Kosten für externe Nachfolger sind bis zu 40 Prozent höher als bei Nachfolgern aus der Verwandtschaft - sicher auch deswegen, weil diese Übergaben unentgeltlich erfolgen. Zu 70 Prozent läuft die Finanzierung der Übernahme gemeinhin über beteiligte Banken.
Übergeber wie Übernehmer sollten eine Nachfolge-Beratung wahrnehmen. Auch die Handwerkskammer Region Stuttgart bietet zu diesem Themenschwerpunkt einen kompetenten Beratungsservice an. Sie erreichen die betriebswirtschaftliche Beratung unter der Rufnummer (0711) 1657-264. Die von der Handwerkskammer unterstütze Betriebsbörse Change-Online unterstützt Übergeber wie Übernehmer bei der Suche nach dem richtigen Interessenten.




