Handwerk und Kammer
Schwerpunkt Innovation
Strukturbericht: Landespolitik soll Mittelstand fördern
Innovationskraft zu entwickeln soll den Unternehmen des Mittelstands leichter gemacht werden. Das fordern die Herausgeber des Strukturberichts 2005 der Region Stuttgart von den Landespolitikern als wichtigste Konsequent ihrer Studie.

In ihrer Pressekonferenz vom 18. November 2005 stellten die Spitzenvertreter der Handwerkskammer Region Stuttgart, der Industrie- und Handelskammer, des Verbands Region Stuttgart sowie der IG Metall der Öffentlichkeit die dritte Auflage ihrer Analyse zur Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung vor. Die Ausgabe 2005 ist dem Schwerpunkt Innovation gewidmet. Der von den vier Partnerorganisationen initiierte Bericht bestätigt der Region zwar eine ausgezeichnete Infrastruktur in der Forschung, weist aber darauf hin, dass vor allem kleinere und mittelgroße Betriebe bei der Umsetzung von Innovationen auf ein schwieriges Umfeld stießen.
Innovationen in der Preisfalle
Aus der Kenntnis der Neuauflage des Strukturberichts erhebt Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, die Forderung an die baden-württembergische Landespolitik, sich entschiedener an den Belangen von Mittelstand und Handwerk auszurichten. Finanzen müssten zielgerichtet eingesetzt werden.
Munkwitz betont die Bedeutung der Branchen Fahrzeugbau und Maschinenbau für das Handwerk, weist zugleich aber auf einen hohen Innovationsdruck hin, durch den gerade diese beiden Wirtschaftsbereiche gekennzeichnet seien. Hier macht er ein Problem aus, mit dem viele mittelständische Zuliefererbetriebe zu ringen haben: "Fakt ist, dass die meisten Handwerksbetriebe nicht in die Innovationsprozesse ihrer Kunden eingebunden sind. Sie bekommen gerade einmal so viel Information, dass sie ihre Fertigungsaufgaben erledigen können. Als reine Lohnfertiger sind sie dann vielfach einem ruinösen Wettbewerb ausgesetzt. Ihre ganze Innovationskraft richtet sch darauf, der Preisfalle irgendwie noch zu entkommen."

Die Herausgeber des Strukturberichts Region Stuttgart 2005 (von links nach rechts): Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Region Stuttgart, Dieter Knauß, Sprecher der IG Metall Stuttgart, Dr. Bernd Steinacher, Regionaldirektor Verband Region Stuttgart, Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart
Ein erster Schritt hin zu einer mittelstandsfreundlichen Technologieförderung könne nach Ansicht von Claus Munkwitz die Wiedereinführung der kostenlosen Erstberatung durch die Steinbeis-Transferzentren sein. Die Handwerkskammer richtete ihrerseits das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt Innovationsbeschleunigung im Handwerk ein, zu dem im Jahr 2006 eine umfassende Seminarreihe gehört. Ihre Workshops sollen zu einer Systematischen Unternehmensentwicklung für Handwerksbetriebe in turbulenten Zeiten beitragen.
Drei Punkte für das Handwerk
Aus Sicht des Handwerks gipfeln die Empfehlungen, die sich aus dem Strukturbericht ergeben, in drei Punkten:
- Erhöhung der Innovationsgeschwindigkeit im Handwerk durch geeignete politische Rahmenbedingungen
- Qualitative Verbesserung der Investitionen des Landes für Maßnahmen der Innovations- und Technologiepolitik
- Umschichtungen im Landeshaushalt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und zur Sicherung von Arbeitsplätzen
Ihren gemeinsamen Strukturbericht geben die Handwerkskammer Region Stuttgart, die Industrie- und Handelskammer, der Verband Region Stuttgart und die IG Metall seit 2001 im zweijährigen Turnus heraus. Er wird vom Institut für Angewandte Wirtschaftforschung (IAWI) in Tübingen gemeinsam mit dem Stuttgarter Institut für Medienforschung und Urbanistik (IMU) erstellt.
Strukturbericht Region Stuttgart 2005 (pdf-Dokument, 1,94 MB)
Ältere Strukturberichte der Region Stuttgart
Pressenachricht zur Vorstellung des Strukturberichts 2005
Projekt Innovationsbeschleunigung im Handwerk
Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart
Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAWI)



