Handwerkskammer Region Stuttgart

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Handwerk und Kammer - Handwerk und Region

Handwerk in der Region Stuttgart

Zahlen und Fakten vor Ort

Zur Region Stuttgart gehört das Handwerk genauso wie die Großkonzerne. Insgesamt sind in den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Göppingen, im Rems-Murr-Kreis und im Stadtkreis Stuttgart rund 30.000 Handwerksbetriebe ansässig.

Symbolbild: Handwerk in der Region

Die Branchenschwerpunkte sind in den Bereichen Bau und Ausbau, Kraftfahrzeugtechnik und hoch qualifizierten Zulieferbetrieben, vorwiegend in der Metallbearbeitung, zu finden.

Wenig Schwund bei den Betriebszahlen

Im Jahr 2008 schlug sich die Wirtschaftskrise in der Zahl der gemeldeten Betriebe noch nicht nieder: 29.778 Betriebe waren zum Jahresende 2008 bei der Handwerkskammer registriert. Damit waren nur 30 Handwerker weniger als im Vorjahr in den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Göppingen, im Rems-Murr-Kreis und im Stadtkreis Stuttgart bei der Handwerkskammer Region Stuttgart als selbstständig gemeldet.

Bei den zulassungspflichtigen Handwerken, also den Handwerken, die nur mit Meisterprüfung oder vergleichbarer Qualifikation betrieben werden dürfen, kam es zu einem leichten Betriebsverlust. Trotzdem stabilisiert sich die Bedeutung des Meisterwissens. Der Kurswert des Meistertitels am Markt steigt wieder. Die Gesamtzahl der "Meisterbetriebe" hat sich Ende 2008 bei 19.011 Betrieben eingependelt.

Die zulassungsfreien Handwerke legten nochmals deutlich um 214 auf 5083 Betriebe zu. Die Jahre des Wachstums sind hingegen beim "handwerksähnlichen Gewerbe" vorbei. Der Trend nach unten verstärkte sich im vergangenen Jahr sogar. Der Bestand verringerte sich um 197 auf 5684 Unternehmen.

Diese Entwicklung spiegelt wider, dass sich die lahmende Weltkonjunktur erst ab dem vierten Quartal 2008 deutlich auf das Handwerk in der Region Stuttgart niedergeschlagen hat. Äußerst problematisch ist aber die teilweise völlig unzureichende gewerblich-technische und kaufmännische Qualifikation der neuen Selbstständigen. In den zulassungsfreien Handwerken sind diese Defizite nach wie vor dramatisch.

Sehr bewährt hat sich beim Anmeldeprozedere das inzwischen etablierte Starter-Center der Handwerkskammer, das die Gründungsformalitäten für Existenzgründer stark vereinfacht.

Ausbildungsbilanz

Der Lehrstellenmarkt im Handwerk blieb im vergangenen Jahr positiv. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Region Stuttgart stieg um 1,6 Prozent auf 5272. Insgesamt bildeten die Betriebe gegen Jahresende 12.178 junge Menschen in einem der 100 Handwerksberufe aus.

Das Engagement der 6430 Ausbildungsbetriebe rentiert sich für das Handwerk, denn die Lehrlinge von heute sind die dringend benötigten Fachkräfte von morgen. Aus den Azubis werden in den meist drei Ausbildungsjahren qualifizierte Mitarbeiter, die in den ihnen dann bekannten Arbeitsprozessen im Betrieb integriert werden können.

Für viele der jungen Handwerker kommt vielleicht auch irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie überlegen, einen eigenen Betrieb zu gründen oder in die Betriebsnachfolge einzusteigen. Eine solide Ausbildung und Erfahrung sind dann die wichtigsten Voraussetzungen.
 
Die Einsteiger im Handwerk konnten in den vergangenen Jahren meist Hauptschulabschluss vorweisen, die Zahl ohne Hauptschulabschluss nahm um 21,2 Prozent ab. Hingegen wird die Karriereleiter im Handwerk für Schüler mit höherem Bildungsabschluss immer interessanter. Die Modernisierung der Berufsbilder im Handwerk trug dazu bei, die Attraktivität der Ausbildungsberufe zu steigern. Erneut stieg im Jahr 2008 die Zahl der Lehrlinge mit Realschulabschluss um 5,5 Prozent, mit Abitur sogar um 11,9 Prozent. Der Anteil der Abiturienten bei den Lehrlingen liegt nun insgesamt bei 5,3 Prozent.

Handwerkskonjunktur

Die Handwerkskonjunktur in der Region Stuttgart zeigt im zweiten Quartal 2010 einen deutlichen Aufwärtstrend. Nach der Delle im Winter sorgen Nachholeffekte und die gute gesamtwirtschaftliche Lage wie erwartet für ein deutliches Quartalswachstum. Für die Region Stuttgart besonders erfreulich sind die positiven Signale des Gewerblichen Bedarfs. Noch im Vorjahr waren in dieser Handwerksgruppe überwiegend negative Stimmen zu hören. Neben dem Bausektor sind es vor allem die Exportmärkte, von denen positive Konjunktursignale ausgehen. Rückschläge für den Arbeitsmarkt sind nicht mehr zu erwarten.

Der Großteil der Befragten aller Gewerke beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage und die Geschäftsaussichten so gut wie seit Mitte 2008 nicht mehr. 42,8 Prozent vergeben für die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens die Note "gut". 17,1 Prozent waren mit der Geschäftsentwicklung der letzten drei Monate nicht zufrieden. Im Vorjahr klagten noch fast 30 Prozent über eine schlechte Geschäftslage. Bei den Geschäftsaussichten sind 51,1 Prozent der Befragten positiv gestimmt. Nur 12,2 Prozent äußern sich pessimistisch. Damit schnellt der Erwartungsindex von 24,2 Punkten aus dem Vorjahr auf nun 38,9 Punkten hoch.


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