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Künstlersozialabgabe betrifft auch das Handwerk

Wussten Sie, dass auch das Handwerk von der Künstlersozialabgabe betroffen ist? Wir erklären Ihnen, wann Betriebe abgabepflichtig werden und wie hoch der aktuelle Satz ist.

Das sollten Sie über die Abgabepflicht wissen

Handwerksbetriebe sind zwar keine "klassischen Verwerter" künstlerischer oder publizistischer Leistungen, wie beispielsweise Theater, Rundfunk oder Verlage. Aber auch sie können als "Verwerter in der Eigenwerbung" (§ 24 KSVG Abs. 1 Satz 2) abgabepflichtig werden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn...

  • ... Sie Ihre Unternehmeswebsite durch einen Webdesigner erstellen lassen.
  • ... bei einer Betriebsfeier Livemusik oder einen anderer künstlerischer Akt auftritt.
  • ... Sie Ihre Flyer- oder Broschüren durch einen Grafiker erstellen lassen.
  • ... Sie für Imagefotos einen Werbefotografen beauftragen.

Wenn Sie in Ihrem Betrieb künstlerische oder publizistische Leistungen für die Eigenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit nutzen, entsteht in der Regel eine Künstlersozialabgabepflicht.

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Schon die Gestaltung einer Internetseite, von Werbeflyern oder Broschüren fallen unter den Begriff Werbung, der - weit gefasst - sämtliche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen beinhaltet. Darunter fallen auch Veranstaltungen wie Firmenfeste oder Präsentationen.

Ausnahmen der Abgabepflicht

  • Künstlerische oder publizistische Leistungen, die ausschließlich intern genutzt werden, wie zum Beispiel Betriebsfeiern, die ausschließlich mit Mitarbeitern abgehalten werden oder ein Intranet, das nur Mitarbeitern zugänglich ist.
  • Bagatellgrenze: Seit 2015 gibt es eine sogenannte "Bagatellgrenze". Betragen die Gesamtaufträge im Jahr 450 Euro und weniger, entfällt die Abgabe. Melde- und Aufzeichnungspflichten bestehen allerdings auch in diesem Fall.
  • Keine Abgabe ist zu zahlen, wenn kein Entgelt gezahlt wird (Freundschaftsdienst), wenn es sich um Zahlungen an OHGs und KGs handelt und grundsätzlich nicht, wenn die Tätigkeiten durch juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts ausgeübt werden.

Abgabehöhen und Meldeverfahren

Für die Abgabehöhe sind maßgebliche Kriterien die Entgelte für künstlerische und publizistische Werke oder Leistungen und der Abgabesatz. Im Jahr 2017 beträgt er 4,8 Prozent, 2018 sinkt der Abgabesatz dann auf 4,2 Prozent. Zu beachten ist, dass nicht alle abgerechneten Rechnungsposten die Bemessungsgrundlage für die Abgabe bilden: Es gibt auch Rechnungsbestandteile (Beispiel: USt.), die nicht abgabepflichtig sind.

Alle Betriebe sind grundsätzlich verpflichtet, sich selbst und ohne Aufforderung bei der Künstlersozialkasse zu melden. Es besteht eine gesetzliche Meldepflicht. Die Gesamtbeträge müssen dabei bis zum 31. März des Folgejahres gemeldet sein. Verstöße gegen die Künstlersozialabgabe werden mit hohen Bußgeldern bestraft. Seit 2015 wird die Prüfung gegebenenfalls im Rahmen der regulären Betriebsprüfung alle vier Jahre durchgeführt.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website der Künstlersozialkasse .

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Claudia Kern

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