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Video-Serie: "Was tut die Kammer für mich?" - Teil 7: Innovationsgutscheine

In der crossmedialen Serie "Was tut die Kammer für mich?" stellen wir Ihnen die Serviceleistungen vor, die Mitgliedsbetriebe kostenlos in Anspruch nehmen können. Norbert Durst ist Beauftragter für Innovation und Technologie und wirbt für den Gebrauch von Innovationsgutscheinen.



Kleine und mittlere Unternehmen profitieren

Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg 2008 das probate Fördermittel "Innovationsgutscheine" eingeführt. Es sind gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die davon profitieren sollen. "Mehr als 500 Anträge pro Jahr werden gestellt", weiß Norbert Durst, Innovationsbeauftragter der Handwerkskammer und langjähriges Mitglied im Innovationsausschuss des Landes. Fast ein Viertel aller Antragsteller seien Handwerksbetriebe, betont der Experte für Innovationen aus dem Handwerk. "Einige Betriebe bieten ihre Leistung sogar als Forschungs- und Entwicklungsdienstleister an, vor allem wenn es um die Erstellung von Prototypen geht."



Vom Streetstepper bis hin zum physikalischen Stromspeicher

In jeder Hinsicht am Puls der Zeit und oft auch schon einen Schritt voraus ist Mechanikermeister Bernd Hermann, Seniorchef der Firma Hermann Blechtechnik in Schorndorf. Zusammen mit seinem Sohn Markus führt er erfolgreich den bereits 1947 vom Vater gegründeten Handwerksbetrieb. Neben dem gesamten Spektrum an Blechbearbeitungen hat sich die Firma seit einigen Jahren vermehrt auf die schnelle Herstellung von Musterbauteilen mit Rapid Prototyping-Methoden spezialisiert. "Vor allem im Mobilitätsbereich führen wir komplette Auftragsentwicklungen durch und setzen die Vorgaben namhafter Produktdesigner in erste Prototypen um", erklärt Bernd Hermann.

Ein erster Erfolg in dieser Sparte ist das einem Leichtmotorrad ähnlich sehende  E-Bike "Elmoto", das 2009 auf den Markt kam und sich seither vor allem in Großstädten wachsender Beliebtheit erfreut. Und auch die eigenen Ideen kommen im Hause Hermann nicht zu kurz. Ob steckbarer Kurbelsatz für Mountainbikes oder maßgeschneiderte Bürosoftware – das Tüfteln liegt den Hermanns im Blut! Für Furore sorgte 2008 der auf der Messe Eurobike in Friedrichshafen vorgestellte "Streetstepper". "Mit der Kombination aus Fahrrad und Stepper lässt sich Mobilität und Fitness clever verbinden", bringt Hermann den Clou dieser Innovation auf den Punkt. Der mechanische Kniff dabei ist die Trennung von Pedalen und Stepphebel. Nun soll das mobile Fitnessgerät, das es bereits europaweit zu kaufen gibt, zudem mit elektrischem Antrieb zu haben sein.

Aber auch hier möchte Bernd Hermann einen ganz neuen Weg gehen, denn die vom asiatischen Markt beherrschten Lithium-Ionen-Akkus hält der Schorndorfer Handwerksmeister für nicht zukunftsträchtig. Für ihn ist der physikalische Stromspeicher eine denkbare Lösung. Norbert Durst, langjähriger Berater der Firma Hermann Blechtechnik, unterstützt dieses Projekt. "Seit der Entdeckung des zweidimensionalen Kohlenstoffs Graphens sind elektrische Speicher eine interessante Perspektive." Auf Anraten seines Stuttgarter Beraters beantragte Bernd Hermann für dieses Projekt im Jahr 2010 Innovationsgutscheine. "Ein völlig unbürokratischer Vorgang", lobt der Betriebsinhaber - auch wenn 10.000 Euro bei einem derartig komplexen Projekt schnell verbraucht sind. "Wir werden gemeinsam nach weiteren Fördermitteln Ausschau halten", verspricht Norbert Durst dem innovativen Handwerksbetrieb in Schorndorf.



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Innovationsgutscheine A und B für Planung und Umsetzung

Innovationsgutscheine A über 2.500 Euro gibt es für wissenschaftliche Tätigkeiten im Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts, einer Dienstleistung oder einer Verfahrensinnovation, wie zum Beispiel Technologie- und Marktrecherchen, Machbarkeitsstudien, Werkstoffstudien, Designstudien, Studien zur Fertigungstechnik. Innovationsgutscheine B über 5.000 Euro gibt es für umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, innovative Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen bis zur Markt- bzw. Fertigungsreife auszugestalten. Wichtig ist aber: gefördert werden nur Aufträge an Dritte. Damit wird auch ein Anstoß gegeben, das Know-how anderer Unternehmen oder Forschungszentren mit in die Innovation einzubeziehen.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder der Freien Berufe, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben, sowie  Existenzgründerinnen und -gründer, die in Baden-Württemberg gründen werden. Die Unternehmensgründung muss spätestens zum Zeitpunkt der Abrechnung der Zuwendung formal erfolgt sein. Antragsunterlagen können per E-Mail direkt beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg angefordert.

Innovationsgutscheine Baden-Württemberg



"Was tut die Kammer für mich?" - Alle Video-Beiträge auf einen Blick

Alle bisher erschienen Beiträge, in denen wir Ihnen in kurzen Videoclips unsere kostenfreien Beratungsleistungen vorstellen, finden Sie in unserem Video-Archiv .



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