Pressenachricht Nr. 026/2014 vom 6. Mai 2014

emeinsame Presseerklärung mit der IHK Region Stuttgart

Schulentwicklung erfordert mehr Kooperation der Kommunen

Ganztagesangebote müssen Arbeitszeiten der Eltern abdecken

Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Handwerkskammer der Region Stuttgart rufen die Bürgermeister dazu auf, bei der regionalen Schulentwicklung über Ortsgrenzen hinweg intensiv zu kooperieren. Es bestehe die reale Chance, dass trotz notwendiger Schließungen von Schulen, eine vielfältige und ortsnahe Schulversorgung möglich sei. Voraussetzung sei aber, dass die Kommunen auch den Bedarf ihrer Nachbarn berücksichtigen und die Planungen gemeinsam angehen.

Nach Meinung der beiden Kammerpräsidenten Georg Fichtner (IHK) und Rainer Reichhold (Handwerkskammer) müsse dabei auch eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sichergestellt werden. Daher bieten IHK und Handwerk den Kommunen ihre Gesprächsbereitschaft und Unterstützung an, wo dies notwendig und hilfreich sei. Ziel müsse sein, dass Berufsschulen für Azubis ortsnah und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Eine Zusammenlegung von Fachklassen wegen des Rückgangs der Auszubildendenzahlen sollte mit Augenmaß erfolgen. Realschulen und Gemeinschaftsschulen dürften bei Stundenzuweisung und Ganztagsbetreuung nicht ungleich behandelt werden, damit sich auch die Realschulen neben den Gymnasien zur zweiten Säule im allgemeinbildenden Schulwesen entwickeln könnten, fordert IHK-Präsident Georg Fichtner.

Laut Kammern haben sich die Realschulen bewährt. Ausbildungsbetriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk eröffneten auch deren Absolventen Chancen für ausgezeichnete berufliche Perspektiven. Nach aktuellen Informationen des IHK-Fachkräftemonitors zur Erhebung des gegenwärtigen und zukünftigen Fachkräftebedarfs werden in der Region Stuttgart im kommenden Jahr durchschnittlich ca. 17.000 Facharbeiter und 23.000 Fach- und Betriebswirte sowie Meister fehlen. Dagegen wird der Mangel an Akademikern "nur" rund 7.000 betragen.

Die Kammern begrüßen, dass in den Kommunen in den letzten Jahren viel in die Kinderbetreuung investiert wurde, wodurch viele zusätzliche Plätze entstanden seien. IHK und HWK sehen jetzt den Bedarf bei der qualitativen Verbesserung der Angebote. Vor allem in erweiterten Öffnungszeiten und mehr Nutzungsflexibilität bestünden jetzt die Herausforderungen. Fichtner: "Der teils noch bunte Flickenteppich aus unterschiedlichen Öffnungszeiten der Ganztagsschulen, Horte und Kitas muss zu einem Angebot aus einem Guss werden, das zuverlässig die Arbeits- und Wegezeiten der berufstätigen Eltern abdeckt." Auch die Angebote freier Träger und von Betriebskindergärten sollten gefördert und die Aufnahme ortsfremder Kinder in öffentlichen Einrichtungen ermöglicht werden. Überlegenswert erscheint Fichtner, ob die Kinderbetreuung nicht verstärkt privaten Dienstleistern übertragen werden sollte. Das würde die kommunalen Haushalte entlasten.

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