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Inklusion: Chancengleichheit in einer barrierefreien Gesellschaft

In einer barrierefreien Gesellschaft passen sich die Strukturen den individuellen Bedürfnissen der Menschen an. Menschen haben verschiedene Beeinträchtigungen. Erst das Umfeld, in dem sie der Mensch bewegt, entscheidet darüber, ob die Beeinträchtigung behindert oder nicht. Menschen werden behindert, die Behinderung liegt nicht im Menschen selbst. Darum: Inklusion geht uns alle an - alle profitieren davon!

Fachkräftepotenzial erschließen und Netzwerke nutzen

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Gelungene Inklusion: Bäckermeister Nico Kalik und Felix Beisenwenger Bild: HwK

Wissen Sie, wie es beruflich weitergehen kann, wenn bei Ihnen oder Ihrem Mitarbeiter durch Krankheit oder Unfall eine Schwerbehinderung festgestellt wird? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, einen Menschen mit Behinderung einzustellen, aber Sie wissen nicht, welche Veränderungen auf Sie zukommen, welche Förder- und Unterstützungsleistungen es gibt?

Gerade das Handwerk bietet gute Möglichkeiten für Integration, denn in kleinen und mittelständischen Betrieben hilft man sich gegenseitig und ist bereit, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Mit unserem kostenfreien Beratungsangebot bringen wir Sie mit den richtigen Fachleuten zusammen. Es gibt viele positive Beispiele für gelungene Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse. Betriebe, die sich auf diese Zielgruppe einlassen profitieren sehr vielfältig. Es lohnt sich, den Weg zu beschreiten. Denn eine Behinderung sagt noch nichts über die Leistungsfähigkeit eines Menschen aus.



So profitieren Unternehmen

Unternehmen können von Inklusion nur profitieren:

  • Die Personalauswahl wird vielfältiger, qualifizierter, größer und auch bunter.
  • Sie erhalten unentdecktes Fachkräftepotential, gewinnen loyale Mitarbeiter.
  • Die Chance, eine länger vakante Stelle zu besetzen, erhöht sich deutlich.
  • Neue Kundengruppen, Dienstleistungen oder "neue" Produkte können entstehen.
  • Geringer Krankenstand und eine in der Regel hohe Motivation zeichnet die Gruppe Menschen mit Handicap aus. Unternehmen machen sich fit für den demografischen Wandel.
  • Unternehmen werden finanziell unterstützt und können die Ausgleichsabgabe vermeiden bzw. reduzieren.
  • Das Unternehmen erhält neue Perspektiven und Erfahrungen. Von diesen können alle gemeinsam profitieren.
  • Arbeitsatmosphäre und Image des Unternehmens wird sich verbessern, da die Mitarbeiter und Kunden das soziale Engagement schätzen werden.


Inklusive Ausbildung

Sie wollen ausbilden? – Na, dann mal los! Mit einem Praktikum fängt alles an.

Grundsätzlich ist immer eine Regelausbildung (Vollausbildung) im Handwerk anzustreben. Dabei kommen alle betrieblichen, außerbetriebliche und schulische Berufsausbildungen auch für Menschen mit Behinderung in Betracht.

Einige Handwerke sind besonders für Menschen mit Lerneinschränkungen geeignet und kommen den Bedürfnissen der Ausbildungssuchenden entgegen. Welche Berufe das sind und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie bei den  Sonderwegen ins Handwerk.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beleuchtet in einem  kostenpflichtigen Handbuch den Nachteilsausgleich für behinderte Auszubildende.



Zuschüsse und Unterstützung für Betriebe
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Für Sie als Ausbildungsbetrieb gibt es vielfältige Unterstützungsleistungen. Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung oder bei der Schaffung neuer, zusätzlicher Ausbildungsplätze sind nur zwei Beispiele. Auch die Anpassung des Ausbildungsplatzes im Betrieb kann finanziell gefördert werden.

Individuelle Unterstützung, Begleitung und Betreuung von Menschen mit Schwerbehinderung und ihrer Arbeitgeber ist Teil der begleitenden Hilfen im Arbeitsleben. Dabei erarbeiten Berater und Job-Coaches ein individuelles Fähigkeits-, Leistungs- und Interessensprofil und vermitteln so geeignete (schwer-)behinderte Menschen auf den passenden Arbeitsplatz.

Zu den begleitenden Aufgaben der  Integrationsfachdienste und  Agenturen für Arbeit gehören unter anderem:

  • die Information der Vorgesetzten und Kollegen im Arbeitsplatzumfeld
  • die Beratung zur Gestaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
  • die Unterstützung bei der Beantragung finanzieller Förderungen von Probebeschäftigung und Praktika, der Aus- oder Weiterbildung, der Ausbildungsvergütung sowie bei der Beantragung von arbeitstechnischen Hilfsmitteln.


Faktencheck zur Beschäftigung von behinderten Menschen

Auch wenn Sie keinen neuen Mitarbeiter mit Behinderung einstellen wollen, kann das Thema in Ihrem Betrieb aufschlagen. Berührungsängste und Irrtümer sind oft Hemmnisse, die zu einer Einstellung von Menschen mit Handicap führen:

Was passiert, wenn Sie oder Ihr Mitarbeiter durch Unfall oder Krankheit in den Status einer Schwerbehinderung fallen und wie kann es da weiter gehen?

Ob demografischer Wandel oder Verlängerung der Lebensarbeitszeit: das Risiko, das eigene Mitarbeiter in eine Schwerbehinderung fallen, steigt mit zunehmendem Lebensalter. Je nach Einzelfall können die Agentur für Arbeit, der Rentenversicherungsträger oder/und das Integrationsamt zuständig sein. Unser Inklusionsberater bringt Sie mit dem für Sie zuständigen Fachdienst zusammen.

Faktencheck: 85 % aller Schwerbehinderungen entstehen durch Krankheiten (einschl. Impfschaden), 4% sind angeboren und nur 1,8% der Schwerbehinderungen passieren durch Unfall oder Berufskrankheit. 



Gibt es überhaupt Menschen mit Behinderung, die sich für eine Beschäftigung eignen?

Heutzutage ist es nicht einfach, einen Arbeitsplatz mit guten Fachkräften zu besetzten. Ob ein Mitarbeiter geeignet ist, entscheidet sich meist in der Probezeit. Menschen mit Behinderung können Sie ganz ohne Risiko über ein Praktikum oder eine Probebeschäftigung kennen lernen. Auch eine Befristung ist möglich, um die Eignung des Bewerbers genau zu prüfen. Während der Praktikums- bzw. Probezeit werden Betrieb und betroffene/r Mitarbeiter/in professionell begleitet. Ob in Vollzeit oder Teilzeit, Tele- oder Heimarbeit – die Kosten während der Probebeschäftigung können bis zu 3 Monaten von der Agentur für Arbeit übernommen werden.

Faktencheck: Arbeitslose Menschen mit Behinderung sind im Mittel etwas höher qualifiziert als arbeitslose Menschen ohne Behinderung.



Wer hilft weiter, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer beschließen, sich zu trennen? Sind Schwerbehinderte Menschen überhaupt so einfach kündbar?

Behinderte Menschen unterliegen dem besonderen Kündigungsschutz (SGB IX, §§85ff.). Das KVJS-Integrationsamt stimmt in der Regel dem Kündigungsantrag zu, wenn kein Zusammenhang zur Behinderung besteht oder die Wirtschaftlichkeit des Betriebes gefährdet ist.

Faktencheck: Rund 80% aller ordentlichen Kündigungen enden mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. In vielen Fällen kann die Kündigung vermieden werden. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen braucht das Integrationsamt nicht hinzugezogen werden, sofern die Befristung regulär ausläuft. 



Video: "Was tut die Kammer für mich? - Teil 15: Inklusionsberatung

Im Video stellt unser Inklusionsberater Alexander Schwarz sein Aufgabengebiet vor. Außerdem zeigt der Film Bäckermeister Nico Kalik und seinen Angestellten Felix Beisenwenger, der trotz seiner geistigen Behinderung eine große Bereicherung für den Betrieb darstellt.

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Weiterführende Informationen

Ein zentrales Portal für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist REHADAT. Dort finden Sie Tipps zu Seminaren, Apps für Menschen mit Behinderung, Berechnungsmöglichkeiten,  aktuelle Urteile und vieles mehr:

 REHADAT

Seit 2004 sind Arbeitgeber verpflichtet, länger erkrankten Beschäftigten ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (kurz: BEM ) anzubieten:

Informationen zum Betrieblichen Eingliederungs-Management (BEM)

Die Seite ServicePlus listet geschulte und zertifizierte Handwerksbetriebe und Dienstleister, die zusätzlich zu ihrer Fachkompetenz eine Beratung im Hinblick auf die besonderen Anforderungen und Bedürfnisse älterer Menschen mitbringen:

ServicePlus - Barrierefreies Bauen und Wohnen

Das Integrationsamt des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) bietet jedes Jahr zahlreiche Seminare zum Thema Behinderung und Beruf:

Seminare vom KVJS-Integrationsamt



Aktuelle Veranstaltungen



22. September 2016, 15:00 - 17:00 Uhr

 Leistungseingeschränkt? Behindert? Was nun? Ist jetzt guter Rat teuer?



29. September 2016, 18:00 - 19:30 Uhr

 Gesundheit am Arbeitsplatz - das sind Ihre Pflichten!





Alexander Schwarz

Berater für Inklusion im Handwerk

Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart
Tel. 0711 1657-314
Fax 0711 1657-864
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