Appell an Kommunen: Aufträge an Handwerker sind beste Soforthilfe

„Wir müssen die Krise nach der Krise verhindern“

Pressenachricht Nr. 018/2020 vom 16. April 2020

Aufträge an Handwerker sollten gerade jetzt, trotz Corona-Krise, weiterverfolgt und auch vergeben werden. Mit dem Appell richtet sich die Handwerkskammer Region Stuttgart an Verbraucher und die öffentliche Hand - vor allem an die Kommunen.

Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Kammer, betont: „Es gibt keinen Grund, Aufträge an die regionalen Handwerksbetriebe zurückzuhalten oder zu verschieben, wenn der Bedarf dazu da ist. Vor ein paar Wochen noch hat sich die öffentliche Hand an uns gewandt, damit sich Handwerksbetriebe an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen. Warum nicht jetzt diese Corona-bedingte Atempause für Baumaßnahmen oder Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen nutzen?

Wir wünschen uns jetzt ganz besonders den  Mut zur Entschlossenheit in den Rathäusern, den Mut zur Auftragsvergabe!“ Mit den Forderungen hat sich die Handwerkskammer jüngst per Mail an die Bürgermeister in den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, dem Rems-Murr-Kreis und der Landeshauptstadt gewandt.

Die Gesundheit sei bei Aufträgen während der Corona-Krise nicht gefährdet. Handwerksbetriebe könnten so arbeiten, dass sie die Gesundheitsschutz- und Hygienemaßnahmen einhalten. Hoefling: „Gerade die öffentliche Hand kann durch Aufträge jetzt das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben schützen und so weit wie möglich in Gang halten. Je schneller die Aufträge wiederkommen, desto leichter kann das Handwerk wieder durchstarten. Gemeinsam sollten wir alles tun, um keine Krise nach der Krise zu erleben.“

Sollte es Überlegungen in Kommunen geben, Ausgaben zu kürzen oder gar Haushaltssperren zu verhängen, sei dies aus Sicht einer Kommune zunächst einmal nachvollziehbar, volkswirtschaftlich  in Krisenzeiten der falsche Weg. „Die Kommunen sollten sich gerade jetzt als wichtige Investoren hervortun und die Wirtschaft - und damit Arbeitsplätze und Kaufkraft - vor Ort stärken.“ Wenn die öffentliche Hand jetzt die Vergaben reduziere, dann würde sie die Existenzbedrohung vieler Unternehmen noch weiter vorantreiben.

Hoefling wendet sich aber auch an die Privatkunden: „Wir kommen aus einer Zeit mit langen Wartezeiten auf Handwerker. Nutzen Sie die aktuell freien Kapazitäten der Handwerksbetriebe für mögliche Arbeiten.“ Der Appell richtet sich gleichzeitig auch an Kunden von lokalen Betrieben wie Bäckereien, Metzgereien und Werkstätten. „Die Treue zu halten und Solidarität zu zeigen ist in der aktuellen Lage wichtiger denn je.“

 Große Sorgen mache den Betrieben, so Hoefling, wie es weitergehe. „Existenzen hängen am seidenen Faden.“ Die finanzielle Soforthilfe von Land und Bund helfe den Betrieben zwar kurzfristig ihre Existenz zu sichern und werde auch stark nachgefragt, aber auf lange Sicht seien die Kundenaufträge wichtiger. Wichtig sei, Kündigungen von Mitarbeitern oder endgültige Betriebsschließungen zu vermeiden. 



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