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"Das Herz muss bei der Übernahme mit dabei sein!"

Mit 16 Jahren entschied sich David Schaaf (22) dazu, den Betrieb seines Vaters zu übernehmen. In unserer Serie "Ich bin dann mal Chef" verrät er, warum der Schritt richtig war.

Blauäugig den richtigen Weg eingeschlagen

"Ich liebe die Vielseitigkeit am Zimmererhandwerk", erzählt Jungmeister David Schaaf (22) mit strahlenden Augen. "Was man aus Holz alles ermöglichen und umsetzen kann, ist toll - vom klassischen Dachstuhl bis zu Balkonen, Sanierungen, von Vordächern bis Flachdächer, wir bedienen so viele Felder".

Dass er mal selbst Chef des eigenen Unternehmens werden würde, war ihm aber nicht immer klar: Zwar sei die Selbstständigkeit durch den Vater ein Stück weit in Wiege gelegt worden, aber er war sich erst später sicher, den  Betrieb auch übernehmen zu wollen : "Ich habe recht blauäugig mit 16 irgendwann gesagt, dass ich das mach. Von dem Zeitpunkt an war das klar und es hat sich nach und nach entwickelt", erzählt er. Gemeinsam mit seiner Schwester Hanna übernimmt er Stück für Stück die Aufgaben des Vaters und die neuen Felder, die dazukommen: "Digitalisierung, Materialbeschaffung und die Betreuung größerer Projekte. Jeder hat so seine eigenen Aufgabenfelder und das ergänzt sich optimal", so David.



Die richtigen Knöpfchen drücken

So viele Vorteile es bietet, gemeinsam mit Vater und Schwester zu arbeiten, ergeben sich dadurch auch zwangsläufig Reibungspunkte: "Jeder weiß wie der andere tickt, wir sind ja zusammen groß geworden. Da weiß man genau, welches Knöpfchen man drücken muss, um den anderen entweder zur Weißglut zu bringen oder aber genauso den anderen zu beruhigen." Das Wichtigste sei es, miteinander zu sprechen: "Kommunikation ist das A und O, dann gibt's nur geringe Reibereien", berichtet David. Den Betrieb zu übernehmen, hat David nicht bereut. "Ich habe den Schritt gemacht, weil ich was im Leben erreichen will."

Das Tolle sei es, sein eigener Chef zu sein und Dinge umzusetzen, in denen Angestellte in der Regel an ihre Grenzen kommen. 

"Natürlich ist Selbstständigkeit schon ein harter Brocken und bestimmt viel - auch im Privatleben. Aber ich mache das aus Überzeugung und weil ich etwas bewegen will. Wenn man überzeugt ist und mit dem Herzen dabei ist, kann ich's jedem nur empfehlen, einfach was zu bewegen, was umzusetzen. Das ist das Beste, was man machen kann!"

Starke Familie: Vater Martin Schaaf übergibt den Betrieb nach und nach an seine Kinder Hanna und David.
Schaaf GmbH
Starke Familie: Vater Martin Schaaf übergibt den Betrieb nach und nach an seine Kinder Hanna und David.

 Mein Tipp für Gründer

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"Macht Euch eine Liste, auf der steht, was für und was gegen eine Selbstständigkeit spricht. Wenn euch der Punkt "Ich bin mein eigener Chef" motiviert und bewegt, dann wagt den Sprung! Selbst wenn auf der negativen Seite mehr Punkte stehen."

David Schaaf, Zimmerer-Meister



Video: David Schaaf im Porträt

Weitere Teile der Serie

Folgende Teile unserer Serie "Ich bin dann mal Chef" sind bislang erschienen:

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Für Felix Lutz (26) war nicht immer klar, dass er den Betrieb seines Vaters übernimmt. In ersten Teil unserer Serie "Ich bin dann mal Chef" erfahren Sie, weshalb es doch dazu kam.

 zum Porträt von Felix Lutz

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Anke Kiefer (30) eröffnete ihren Betrieb innerhalb von drei Monaten. Wieso es Schlag auf Schlag ging und wie sie Familie und Arbeit vereint, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie.

 zum Porträt von Anke Kiefer