Jungmeister und Fleischsommelier Andreas Brosi (23) macht auch hinter der Verkaufstheke der Landmetzgerei in Möglingen eine gute Figur.
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Jungmeister und Fleischsommelier Andreas Brosi (23) macht auch hinter der Verkaufstheke der Landmetzgerei in Möglingen eine gute Figur.

"Ich möchte die Leidenschaft weitergeben"

Andreas Brosi (23) aus Möglingen ist Fleischsommelier. Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat und welche Tipps er für den Weihnachtsbraten hat.

Genussbotschafter für das Handwerk

Das Handwerk wurde Andreas Brosi (23) aus Möglingen in die Wiege gelegt: Schon als kleines Kind half er gemeinsam mit seinem Bruder Thomas in der väterlichen Landmetzgerei Werner Brosi mit. "2010 habe ich dann meine Ausbildung begonnen. Da wurde ich sogar Sieger beim Leistungswettbewerb auf Kammerebene und 2. Landessieger", berichtet Andreas. Danach besuchte er direkt die Meisterschule in Augsburg , die er als einer der Kursbesten abschloss.

"Für mich war aber wichtig, dass es danach noch weitergeht. Deshalb habe ich mich zum Ernährungsberater im Fleischerhandwerk weitergebildet und vor kurzem den Fleischsommelier-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen", erzählt der Jungmeister. "Fleischsommelier heißt zunächst einmal, dass ich Genussbotschafter bin. Für mich ist wichtig, dass ich weiß, wo das Tier herkommt, welche Rasse es ist und wie ich beeinflussen kann, dass unsere Kunden das beste Produkt erhalten", so Andreas.

Außerdem gehe es darum, dass man noch detaillierter über Fleisch Bescheid wisse und dieses Know-how weitervermitteln könne. Einer der Schwerpunkte in der Weiterbildung seien auch Grillsteaks gewesen. "Der Grilltrend schwappt von Amerika immer stärker nach Deutschland rüber. Wer die Kunden kompetent beraten können will, muss heutzutage auch über Spare Ribs, Pulled Pork oder Beef Brisket Bescheid wissen."

Das Logo dürfen nur ausgebildete Fleischsommeliers tragen.
Das Logo dürfen nur ausgebildete Fleischsommeliers tragen.

Wichtig: Der respektvolle Umgang mit dem Tier

Wenn man schon als Kind in einer Landmetzgerei aufwächst, hat man einen speziellen Bezug zum Fleisch. "Natürlich wusste ich schon von klein auf, dass unsere Schweine großgezogen und hinterher geschlachtet werden. Ich finde es aber wichtig, dass alles mit einem respektvollen Umgang passiert und dass man weiß, wo das Tier herkommt", betont Andreas. Lebensmittel nicht einfach wegzuwerfen und somit nachhaltig zu agieren, will er auch seinen Kunden vermitteln. "Ich bin der Meinung, dass wir wieder dahin kommen müssen, dass Fleisch und Wurst nicht Schlechtes sind, sondern zur Ernährung dazu gehören."

Besonders am Herzen liegt ihm, dass das Metzger-Handwerk wieder mehr Nachwuchs findet. "Metzger ist ein sehr ehrbarer Beruf. Das Image des Fleischers mit blutverschmierter Schürze und Hackbeil muss endlich raus aus den Köpfen", fordert Andreas. Wer in zehn oder zwanzig Jahren noch gutes Fleisch vom Handwerksbetrieb und nicht vom Discounter kaufen möchte , müsse weitergeben, dass Metzger, Bäcker und andere Handwerksbetriebe anständige Arbeitsplätze seien. "Es ist doch völlig in Ordnung, in diesen Berufsfeldern eine Ausbildung zu machen. Deshalb sollte die Gesellschaft nicht vermitteln, dass man studieren muss, um es weit zu bringen!"

Denn die Aussichten für Metzger seien gut: "Man hat tolle Aufstiegschancen. Als Meister kann man zum Beispiel studieren, man kann als Gewürzvertreter arbeiten oder als Maschinenverkäufer." Auch die Betriebsübergabe spiele in diesem Gewerk eine wichtige Rolle: "Wenn man sich engagiert und gut ist, kann man den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Denn es gibt viele Metzgereien, die Nachwuchs suchen, um den bestehenden Betrieb zu übernehmen. Das sind vielfältige Zukunftschancen!"

Bei Fleischersommelier Andreas Brosi sitzt jeder Handgriff.
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Bei Fleischersommelier Andreas Brosi sitzt jeder Handgriff.

Mein Tipp für's Weihnachtsfest

Andreas Brosi ist einer der ersten Fleischsommeliers in Deutschland.
privat
Andreas Brosi ist einer der ersten Fleischsommeliers in Deutschland.



"Für Weihnachten haben wir ganz unterschiedliche Ideen - zum Beispiel gefüllter Schweinebraten mit Frischkäse oder Aprikosen, oder ein sehr herzhafter mit geräuchertem Bauch oder Pfifferlingen. Aber auch Gans, Geflügel oder Rinderbraten: Die Kunden freuen sich über besondere Dinge."

Andreas Brosi (23), Fleischsommelier

 

Video: Andreas Brosi im Porträt