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"Mit dem Meister hat man es einfacher"

Warum Benjamin Brändle nach einigen Jahren in der Selbstständigkeit doch den Meister gemacht hat, erfahren Sie in der Serie "Ich bin dann mal Chef".

Die eigene Philosophie umsetzen

Es ist schon zehn Jahre her, als sich Benjamin dazu entschloss, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. "Mir war es wichtig, selber zu entscheiden, welche Arbeiten ich durchführe und meine eigene Philosophie umzusetzen", erzählt der Fliesenlegermeister heute. Dass er in seinem Beruf auch seine Berufung gesehen hat, kam ihm von Anfang an zu gute. "Das Schöne als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist es, dass man sich kreativ ausleben kann und Dinge selber gestalten kann", schwärmt der Nürtinger.

Losgelegt hat er in den ersten zwei Jahren allein, danach hat er sich mit Walter Martel einen Partner ins Boot geholt. "Wir haben dann kooperiert und uns entschieden, den  eigenen Betrieb als GbR zu gründen. Rückblickend war das der absolut richtige Schritt", so Benjamin. Denn gerade in der Anfangsphase als selbstständiger junger Mann war es schwierig, an Aufträge zu kommen. "Es hat eine Weile gedauert, bis man sich einen Namen gemacht hat, bis man Betriebe, Bauträger und Architekten kenngelernt hat und mit ihnen kooperieren konnte. Das war eine schwierige Zeit", berichtet er. "Aber mittlerweile läuft es richtig gut, denn wenn man die Aufträge sauber und gut abwickelt, wird man natürlich weiter empfohlen."



Erweitertes Wissen durch den Meister

2015 hat Benjamin sich dann dazu entschlossen, seinen Meistertitel nachzuholen. "Das war eine wichtige Entscheidung." Da er nun Vollzeit in der Meisterschule war, musste sich der Fliesenleger etwas aus dem Betrieb rausnehmen, um sich mehr auf die Vorbereitung konzentrieren zu können. Bereut hat er diesen Mehraufwand keineswegs: "Der Meistertitel hat mir auf jeden Fall einiges an Fachwissen gebracht. Und ich habe gelernt, strukturierter und organisierter vorzugehen. Das hilft mir heute enorm weiter."

Er schätzt es besonders, sich spezialisieren zu können. "Es gibt in jedem Gewerk immer eine große Palette an Aufgaben. Als Selbstständiger kann ich mich darauf konzentrieren, was mir wirklich Spaß macht." Natürlich kann er nicht mehr ausschließlich auf Baustellen tätig sein: "Mein Arbeitsalltag besteht zu 80% aus der produktiven Arbeit vor Ort und zu etwa 20% aus Büroarbeit. Dort schreibe ich die Angebote und mache den Schreibtischkram."

Es sei ihm wichtig gewesen, dass das handwerkliche Arbeiten weiterhin einen hohen Anteil ausmacht. "Das ist es, was letztendlich am meisten Spaß macht", betont Benjamin.

Gemeinsam stark: Benjamin Brändle (rechts) und Geschäftspartner Walter Martel.
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Gemeinsam stark: Benjamin Brändle (rechts) und Geschäftspartner Walter Martel.

 Mein Tipp für Gründer

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"Ich kann jedem Gründer vorher nur raten, die Meisterausbildung zu machen. Denn so seid Ihr gut aufgestellt und könnt noch organisierter an die Sache rangehen. Außerdem kann ich jedem nur empfehlen, die Beratung der Kammer in Anspruch zu nehmen. Das hilft enorm weiter."

Benjamin Brändle, Fliesenleger-Meister



Video: Benjamin Brändle im Porträt

Weitere Teile der Serie

Folgende Teile unserer Serie "Ich bin dann mal Chef" sind bislang erschienen:

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Für Felix Lutz (26) war nicht immer klar, dass er den Betrieb seines Vaters übernimmt. In ersten Teil unserer Serie "Ich bin dann mal Chef" erfahren Sie, weshalb es doch dazu kam.

Porträt von Felix Lutz

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Anke Kiefer (30) eröffnete ihren Betrieb innerhalb von drei Monaten. Wieso es Schlag auf Schlag ging und wie sie Familie und Arbeit vereint, erfahren Sie in unserer Serie.

Porträt von Anke Kiefer

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Mit 16 Jahren entschied David Schaaf (22) ziemlich blauäugig, den Betrieb seines Vaters zu übernehmen. Wieso das genau der richtige Schritt war, erzählt er in unserer Serie.

Porträt von David Schaaf

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Schon ihr Großvater war Bonbonmacher: Von ihm inspiriert verwirklichte Konditorin Rebekka Omorac (36) ihren Traum von der Selbstständigkeit.

Porträt von Rebekka Omorac