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Vollversammlung kritisiert Luftreinhalteplan

Der Luftreinhalteplan für Stuttgart stößt im Handwerk auf Kritik. Lesen Sie hier, was die Mitglieder der Vollversammlung fordern.

Ausnahmen bei Fahrverboten in Aussicht gestellt

Im Handwerk stößt der Luftreinhalteplan für die Landeshauptstadt in der vorgestellten Version auf Widerstand und Unverständnis. Dies wurde bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Region Stuttgart am 3. Juli deutlich. Die Mitglieder betonten, dass die Ausnahmen für Handwerksbetriebe existenziell notwendig seien. Sie forderten eine Übergangfrist bis zum Jahr 2025, die übrigens auch bei der Einführung der Blauen Plakette vorzusehen wäre. Professor Uwe Lahl, Ministerialdirektor beim Verkehrsministerium des Landes, erklärte vor dem Gremium, er gehe von Ausnahmen für den Handwerkerlieferverkehr in der Landeshauptstadt aus.

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HWK

Bestandsschutz für Fahrzeuge gefordert

Kammerpräsident Rainer Reichhold sagte: "Viele Handwerkbetriebe haben in den vergangen Jahren mit der Einführung von Umweltzonen ihren Fuhrpark mit zum Teil erheblichem finanziellem Aufwand erneuert. Dies taten sie in der festen Überzeugung, Fahrzeuge auf dem neuesten technischen Stand zu erwerben, die sie im Rahmen der typischen Fahrzeuglebensdauer nutzen können."

Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass bei leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen bis Ende 2015 nur Dieselfahrzeuge mit Euro-5-Standard erworben werden konnten. Daher halte das Handwerk einen Bestandsschutz für zwischen 2009 und 2015 angeschaffte Fahrzeuge für geboten. Außerdem befürwortet die Vollversammlung den Ansatz, im Dialog mit der Automobilindustrie technische Lösungen voran zu treiben, anstatt Verkehrseinschränkungen auf dem Rücken der Verbraucher durchzusetzen.

Weitere Informationen entnehmen Sie auch unserer Pressenachricht 028/2017:

 Vollversammlung sieht Nachbesserungsbedarf beim Luftreinhalteplan

Feinstaubalarm: Die Folgen für das Handwerk der Region

Stuttgart leidet unter hohen Feinstaub- und Stickoxidwerten. Sollten sich an der hohen Belastung nichts ändern, drohen ab 2018 sogar Fahrverbote - für den Wirtschaftsverkehr hätte das gravierende Auswirkungen. Auf unserer Sonderseite bündeln wir alle wichtige Informationen, erläutern unsere politischen Positionen und zeigen Ihnen, wie Sie zur Reduzierung der Schadstoffbelastung beitragen:

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Video-Interview: Professor Uwe Lahl zu Fahrverboten und Nachrüstungen

Nach der Vollversammlung stand uns Professor Uwe Lahl, Ministerialdirektor beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg, für ein Interview zur Verfügung. Darin erläutert er, warum er in der technischen Nachrüstung der Motoren die bessere Strategie sieht und wieso der 19. Juli 2017 ein wichtiges Datum in Sachen Verkehr ist.



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