Symbolbild: Familienfreundlichkeit
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Warum Familienfreundlichkeit sich auszahlt

Für Mütter und Väter bedeutet die Gewichtung von Beruf und Privatleben oft einen Spagat zwischen Baustelle und Sandkasten, der nur gelingen kann, wenn der Arbeitgeber mitzieht. Wir sagen Ihnen, was sie als Betrieb tun können - und warum es sich lohnt.

Mitarbeiter dauerhaft binden

Was bindet Mitarbeiter dauerhaft an Unternehmen? Umfragen zeigen, dass nicht nur das Gehalt eine entscheidende Rolle spielt. Viele gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte suchen gezielt einen familienfreundlichen Arbeitgeber. Sie wünschen sich, dass Unternehmen mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun.

Immer mehr Betriebe erkennen, dass sich Familienfreundlichkeit rechnet. Ein Großteil der Personalverantwortlichen in Unternehmen weiß, dass Angebote, die Beruf und Familie in Balance bringen, betriebswirtschaftliche Vorteile bringen. Diese Einschätzung teilen die Vertreter aller Wirtschaftszweige unabhängig von der Firmengröße. Auch wir sind aus diesem Grund im Jahr 2008 dem Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" beigetreten, das vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen wurde.

Wer Beruf und Privatleben gut vereinbaren kann, leistet mehr

Erwiesenermaßen gibt es viele Vorteile für familienfreundliche Unternehmen:

  • Arbeitnehmer, die private und berufliche Interessen ausbalancieren können, bleiben dem Unternehmen oft lange treu und sind leistungsfähiger und motivierter.
  • Die Mitarbeiter familienfreundlicher Unternehmen sind nachweislich seltener krank und kehren nach der Geburt ihres Kindes schneller an den Arbeitsplatz zurück.
  • Die zusätzlichen Angebote und Unterstützungsleistungen bringen den Unternehmen außerdem einen Imagegewinn ein. Dieser zahlt sich auch als Attraktivitätsbonus des Arbeitgebers beim Wettbewerb um die besten Köpfe aus. Nur die wenigsten Betriebe werben allerdings aktiv mit dem Prädikat "familienfreundlich".

Auch Väter wollen mehr Zeit für die Familie haben

Auch wenn das Thema noch nicht offen in den Personalgesprächen diskutiert wird, hat sich mit der Einführung des Elterngeldes die betriebliche Realität in Deutschland bereits merklich verändert. Väter nehmen vermehrt die Chance wahr, zwei oder auch weitere Monate Auszeit vom Job zu nehmen und sich um ihr Kind zu kümmern. Dies zeigt, dass Väter mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen, wenn die Rahmenbedingungen ihnen das ermöglichen.

Deutschland noch nicht so familienfreundlich wie andere Länder

Das Modell des Jobsharings - die Eltern üben einen Teilzeitjob aus und kümmern sich abwechselnd ums Kind - ist für viele Paare eine attraktive Option. Dennoch ist in Deutschland die Frauenerwerbsquote vergleichsweise niedrig. In Skandinavien oder Frankreich beispielsweise arbeiten deutlich mehr Frauen und dies oft auch noch in größerem zeitlichem Umfang. Auch die schwedischen und dänischen Väter verbringen mehr Zeit mit der Kinderbetreuung als dies deutsche Väter tun.

Mit einem ausreichenden Betreuungsangebot steht und fällt auch oft der Wiedereinstieg nach der Erziehungszeit. Wenn Eltern ihre Kinder in gute Hände geben können, kehren sie schneller an ihren Arbeitsplatz zurück. Davon profitieren Wirtschaft und auch Handwerk, denn es ist auf gut eingearbeitete und qualifizierte Mitarbeiter angewiesen.

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Kinderbetreuung anbieten und profitieren

Die Betreuungsquote für unter dreijähriger Kinder ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wobei sie nach wie vor im Osten Deutschlands höher liegt als in den westlichen Bundesländern. Nach wie vor ist das Betreuungsangebot ausbaufähig. Auch in Baden-Württemberg müssen Eltern oft noch lange auf einen Betreuungsplatz warten.

Ein entscheidender Fortschritt war die bereits zum 1. Januar 2009 erfolgte Gesetzesänderung, die es Eltern nun erlaubt, ihre Kinder sowohl am Wohn- als auch an ihrem Arbeitsort betreuen lassen. Geld folgt Kind, ist die Devise.

Davon profitieren neben Familien auch Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit betriebsnahen Einrichtungen bei der Kinderbetreuung unterstützen wollen. Eine extra eingerichtete Servicestelle beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg berät solche Betriebe hinsichtlich Bedarf, Finanzierung und Umsetzung von betrieblich unterstützter Kinderbetreuung.



Praxistipps und weiterführende Informationen

Viele Arbeitgeber möchten den Wünschen ihrer Mitarbeiter nach Teilzeitstellen oder flexiblen Arbeitszeiten gerecht werden.

Hier ein paar Praxisbeispiele dafür, wie Sie als Chef Ihren Mitarbeitern mit Familie den Rücken stärken können:

  • finanzielle Anreize setzen (z.B. Kinderbetreuungszuschuss)
  • Spielzimmer im Betrieb
  • Kinderferienbetreuung
  • Auswirkungen auf die Lebensarbeitszeit

Online-Plattform zum Thema Personal

Auf dem Informations- und Wissensportal des baden-württembergischen Handwerks erhalten Sie Informationen, Tipps und Leitfäden rund um das Thema Personal.

Im Rahmen der Personaloffensive Handwerk 2025 dient die Online-Plattform als Unterstützung für Handwerksbetriebe bei allen wichtigen Personalfragen:

www.personal.handwerk2025.de


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Julia Behne

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